Myositis

DGM-Erklärvideo Myositis

Myositis

Video - Dauer 18:25 Minuten

Myositis setzt sich zusammen aus “Myo” = “Muskel” und die Endung „itis“ bedeutet in der medizinischen Fachsprache „Entzündung“. Deshalb werden entzündliche Erkrankungen der Muskulatur Myositis genannt (Mehrzahl Myositiden). Man versteht hierunter eine Gruppe an Erkrankungen, die als Hauptsymptome Schmerzen und eine Schwäche der Muskulatur  hervorrufen. Zu den wichtigsten Unterformen der Myositiden zählen die Dermatomyositis (DM), die juvenile Dermatomyositis (JDM), die Polymyositis (PM), das Anti-Synthetase-Syndrom (ASS), die Immunvermittelte nekrotisierende Myopathie (IMNM), die Overlap-Myositiden (OM) und die Einschlusskörpermyositis (Inclusion Body Myositis = IBM).

Vorkommen

Die entzündlichen Muskelerkrankungen stellen einen bedeutenden Anteil unter den sogenannten erworbenen (= sekundären) nicht-erblichen Myopathien dar. Ihre durchschnittliche Häufigkeit beläuft sich auf etwa 10 Erkrankungen pro 1.000.000 Einwohner.

Die häufige Dermatomyositis kann in jedem Lebensalter, das heißt vom Säugling bis zum alten Menschen, erstmals auftreten. Die seltene Polymyositis manifestiert sich mehrheitlich erst jenseits des 18. Lebensjahres und kann oft nur nach intensiver Diagnostik – und nicht nur anhand von Laborwerten – festgelegt werden. Bei beiden Formen erkranken weibliche Personen häufiger als Männer. Die Einschlusskörpermyositis betrifft mehr Männer mit Beginn vorwiegend im mittleren bis höheren Lebensalter. Die Form der sog. immunvermittelten nekrotisierenden Myopathie ist gekennzeichnet durch einen Muskelfaseruntergang, sehr hohe Creatinkinasewerte (CK) und klinisch ausgeprägte Muskelschwäche mit Atrophie (= Verschmächtigung der Muskulatur).

Eine Myositis kann manchmal mit anderen entzündlichen Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen) überlappend auftreten – dann spricht man von einem sog. Overlap Syndrom und einer in diesem Rahmen vorkommenden Overlap-Myositis. Beispiele für solche begleitenden Erkrankungen sind die systemische Sklerose mit vorwiegendem Befall der Haut, die rheumatoide Arthritis (Gelenkentzündung), der Lupus erythematodes (ebenfalls eine entzündliche Bindegewebserkrankung verschiedener Organsysteme) und das Sjögren-Syndrom (bevorzugter Befall der Speichel- und Tränendrüsen).

Eine weitere Form der Myositis ist das sog. Anti-Synthetase-Syndrom mit Nachweis von „anti-Synthetase-Antikörpern“ wie z. B. dem Jo1-Antikörper als dem häufigsten Vertreter. Hierbei ist eine Myositis oft mit einer z. T. lebensbedrohlichen entzündlichen Lungenerkrankung (Interstitial Lung Disease (ILD)) vergesellschaftet. Außerdem können viele der Myositis-Formen im Erwachsenenalter mit einer – unter Umständen noch unentdeckten – bösartigen Erkrankung vergesellschaftet sein (sogenannte paraneoplastische Formen). Dies macht deutlich, dass im entsprechenden Kontext zugrundeliegende bösartige Erkrankungen (vor allem Lungen-, Brust- und Darmkrebs, gynäkologischeTumore, bösartige Bluterkrankungen) sorgfältig ausgeschlossen werden müssen.

Weiterführende Informationen zur Symptomatik, zur Ursache und zum aktuellen Stand der medikamentösen Behandlung der Myositis bei Erwachsenen und Kindern, zu den Besonderheiten der Physiotherapie, zur Arbeit der Diagnosegruppe Myositis der DGM sowie einen umfangreichen Patientenratgeber finden Sie nachfolgend im Download.