Corona-Schutzimpfung

Nachfolgend finden Sie sowohl allgemeine Hinweise rund um die Corona-Schutzimpfung, als auch Informationen inbesondere für Menschen mit einer Muskelerkrankung. Der Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 ist in der Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) vom 31.03.2021, veröffentlicht und in Kraft getreten am 01.04.2021, geregelt.

Schutzimpfung mit HÖCHSTER PRIORITÄT (Gruppe 1) für ambulante Pflege- und Assistenzkräfte sowie Heilmittelerbringer

Personen, die im Rahmen ambulanter Dienste regelmäßig pflegebedürftige Menschen behandeln, betreuen oder pflegen haben gemäß § 2 Absatz 1 Nummer 3 CoronaImpfV mit höchster Priorität Anspruch auf Schutzimpfung. In der Begründung zur Verordnung werden Beschäftigte, die im Rahmen einer persönlichen Assistenz oder Einzelfallhilfe pflegebedürftige Menschen ambulant pflegen und betreuen sowie Pflege- und Betreuungskräfte, die im Rahmen des persönlichen Budgets direkt bei den Pflegebedürftigen angestellt sind, ausdrücklich erwähnt.

Schutzimpfung mit HOHER PRIORITÄT (Gruppe 2) für Menschen neuromuskulären Erkrankungen sowie zwei Kontaktpersonen einer nicht in einer Einrichtung befindlichen pflegebedürftigen Person

Personen mit Muskeldystrophien oder vergleichbaren neuromuskulären Erkrankungen zählen zu den explizit genannten Diagnosen, bei denen ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht. Sie haben gemäß § 3 Abs. 1 Nr. 2 f CoronaImpfV mit hoher Priorität Anspruch auf Schutzimpfung. Dies gilt gleichermaßen für bis zu zwei enge Kontaktpersonen einer nicht in einer Einrichtung befindlichen pflegebedürftigen Person mit einem sehr hohen oder hohen Risiko für einen schweren Verlauf, die von dieser Person oder von einer sie vertretenden Person bestimmt werden (§ 3 Abs. 1 Nr. 3 a).

Wie gehen Sie vor

Zum Nachweis der hohen Priorität gegenüber dem Impfzentrum oder anderen impfberechtigten Stellen benötigen Sie ein ärztliches Zeugnis und ein mit dem Zeugnis ggf. zu vergebenden Code, aus dem Ihre Diagnose hervorgeht. Zur Ausstellung sind Ihre behandelnden Ärzte berechtigt. Soweit Sie Ihrem Arzt aufgrund früherer Behandlung persönlich bekannt sind, können Sie diese Unterlagen auch telefonisch anfordern und sich per Post zustellen lassen (§ 6 Abs. 5 CoronaImpfV).

Krankenkassen und private Krankenversicherungen können die bei ihnen versicherten Personen mit den gelisteten Vorerkrankungen ermitteln und sie hierüber aktiv informieren. Näheres dazu wird noch vom Spitzenverband Bund der Krankenkassen erarbeitet (§ 6 Abs. 7 CoronaImpfV).

Organisation der Schutzimpfung in den Bundesländern

Die Bundesländer sind für die Organisation der Impfung gegen Corona zuständig. Sie betreiben die Impfzentren, vergeben Termine und planen den Einsatz der mobilen Teams in Pflegeheimen. Hier finden Sie die Infoseite Ihres Bundeslandes zur Corona-Schutzimpfung.

Tipp:

Bitte prüfen Sie regelmäßig, ob Sie sich in Ihrem Bundesland für eine Impfung anmelden können, die Situation kann sich von Tag zu Tag ändern. In vielen Bundesländern können Menschen, die zur Gruppe 2 (hohe Priorität) gehören, inzwischen einen Impftermin vereinbaren. Hausärzte erhalten ebenfalls Impfdosen, die sie ihren Patienten je nach Priorisierung verabreichen, melden Sie sich an und lassen Sie sich auf die Liste setzen.

Falls Sie dennoch keinen Impftermin erhalten: Manche Impfzentren führen bereits Listen mit prioritär Impfberechtigten zur Verabreichung von Impfdosen, die anderenfalls am Ende eines Tages übrigbleiben und verfallen würden. Dies könnte vielleicht ebenfalls ein pragmatischer Weg sein eine Schutzimpfung zu erhalten, falls Sie nahe bei einem Impfzentrum wohnen und sich bereithalten können, auf Anruf schnell dorthin zu gelangen.

Empfehlungen der World Muscle Society zum Thema Corona-Impfstoffe

Die World Muscle Society beschäftigt sich in ihren Empfehlungen mit Fragen zu den neu entwickelten Impfstoffen gegen das Coronavirus SARS-CoV2, die von Menschen mit neuromuskulären Erkrankungen gestellt werden. Da die Entwicklung sehr dynamisch ist, werden die Empfehlungen immer wieder überprüft. Hier finden Sie die aktualisierte Fassung vom 28. Februar 2021, die Prof. Dr. med. Benedikt Schoser dankenswerterweise wieder für uns übersetzt hat. Empfehlungen der World Muscle Society zum Thema Corona-Impfstoffe_Stand_28.02.2021

DGM-Videotalk: Corona-Impfung und Neuromuskuläre Erkrankungen

Am 9. Dezember 2020 standen der DGM mehrere Experten für ein Referat und die anschließende Fragerunde zu diesem Thema zur Verfügung. Hier finden Sie den Mitschnitt auf unserem YouTube-Kanal.
Häufige Fragen zur COVID-19-Impfung beantwortet das Robert-Koch-Institut (RKI).

Hier finden Sie Informationen rund um das Thema Corona-Schutzimpfung:

Zu den zugelassenen Impfstoffen – Informationen des IQWIG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen)

Schutzimpfungen gegen COVID-19 bei Kindern und Jugendlichen?

Die aktuell in Deutschland zugelassenen COVID-19 Impfstoffe haben ein unteres Zulassungsalter von 16 (BioNTech) bzw. 18 Jahren (Moderna, Astra Zeneca). Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin DGKJ setzt sich für Zulassungsstudien von Covid19-Impfstoffen im Kindes-und Jugendalter ein. Von einem off-label Einsatz von COVID-19 Impfstoffen außerhalb der zugelassenen Altersstufen rät die DGKJ ausdrücklich ab. Hier die Stellungnahme der DGKJ.