Tierische Unterstützung - was ein Hund alles kann!

Assistenzhunde werden für Menschen mit Körperbehinderung und Mobilitätseinschränkungen zu wertvollen Hilfen in ihrem Alltagsleben. Für körperlich eingeschränkte Kinder und Jugendliche können sie eine besondere Rolle in ihrer persönlichen Entwicklung spielen und die soziale Integration fördern.

Außer den praktischen Aufgaben, die der Assistenzhund übernimmt, ist er Spielpartner, treuer Begleiter, gibt Geborgenheit und fördert so die emotionale Stabilität. Das Kind lernt auch, Verantwortung mit zu übernehmen. Durch den Hund gelangen Kinder leicht mit anderen Kindern in Kontakt, da er hilft, Hemmschwellen abzubauen. Wird ein Hund als Assistenzhund für ein Kind ausgebildet, sollte es nicht zu jung sein. Ab welchem Alter ein Assistenzhund für ein Kind sinnvoll ist, ist immer eine individuelle Entscheidung. Eine enge Beziehung aufbauen sowie kleine Trainings mit dem Hund durchführen zu können, ist Voraussetzung.

Assistenzhunde können auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes oder Jugendlichen hin ausgebildet werden. Die häufigsten Hilfeleistungen eines Assistenzhundes sind:

  • Öffnen und Schließen von Türen
  • Drücken von Licht- und Aufzugschaltern
  • Hilfe beim An- und Ausziehen von Kleidung
  • Aufheben und Apportieren unterschiedlichster Gegenstände
  • Ein- und Ausräumen der Waschmaschine
  • Bringen des Telefons, der Notfallmedikamente und Hilfe holen im Notfall
  • Zuklappen des Toilettendeckels und Betätigen der Spülung

Bisher gibt es in Deutschland keine eindeutige Definition von Assistenzhunden. Das hat zur Folge, dass die Zugangsrechte in öffentlichen Gebäuden, bei Ärzten, in Geschäften, Theater, Kinos etc. nicht gesetzlich geregelt sind. Der Grundgedanke ist, dass Assistenzhunde ihren Partner überall hin begleiten. Im Nah- und Fernverkehr kann der Assistenzhund kostenfrei mitfahren, wenn der Besitzer das Merkzeichen „B“ (Begleitung erforderlich) in seinem Schwerbehindertenausweis nachweisen kann. Auch die Befreiung von der Hundesteuer ist nicht bundeseinheitlich geregelt. Manche Kommunen erlassen sie beispielsweise bei Vorliegen eines Schwerbehindertenausweises.

Während ein Blindenführhund als offizielles Hilfsmittel im Hilfsmittelverzeichnis genannt ist und von den Krankenkassen bezahlt wird, inklusive monatlicher Versorgungspauschale, gilt dies für Assistenzhunde, die Menschen mit Beeinträchtigungen unterstützen, noch nicht. Seitens des Bundesrates gab es 2017 eine Eingabe an die Bundesregierung, dass eine Kostenübernahme für alle Assistenzhunde ermöglicht werden soll. Assistenzhunde sollen zukünftig in das Hilfsmittelverzeichnis aufgenommen werden. Es sollen die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, dass Assistenzhunde im Schwerbehindertenausweis eingetragen werden. Zudem sollen bundesweit einheitliche Qualitätsstandards für Assistenzhunde geschaffen werden.  Die endgültige Entscheidung hierzu steht aber noch aus.

Aktuell können die Kosten je nach Art der Ausbildung und der benötigten Hilfeleistungen für den zukünftigen Halter variieren, liegen aber im Durchschnitt zwischen 20.000 Euro und 30.000 Euro. Da die Kosten bisher nicht übernommen werden, sind die Betroffenen häufig auf Spenden angewiesen. In Deutschland gibt es keine einheitlichen Standards oder Prüfungen, die die Ausbildung eines Assistenzhundes regeln.

Genauso wie ein normaler Familienhund benötigt auch ein Assistenzhund Zeit, Auslastung, Spiel, Spaß, Pausen und soziale Kontakte. Und: Wer kümmert sich wenn ich krank bin? Auch die finanziellen Mittel zur täglichen Versorgung des Hundes und eventuell anfallende Tierarztkosten müssen gewährleistet sein. Das sind Fragen, die man im Vorfeld klären sollte.