Zivis sind auch nur Menschen

Anekdoten aus meinem Alltag

Ulrike Westphal
Eigenverlag Ulrike Westphal 2011
Bezug direkt bei der Autorin: ulrikewestphal08@aol.com
66 Seiten, kartoniert
EUR 8,50 + 2,50 Versandkosten

(fa) Ulrike Westphal, geboren 1956, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Im Januar 1996 bekam sie die Diagnose ALS gestellt. Trotz schwerster Behinderung hat sie weder ihren Humor noch Lebensmut oder Lebenslust verloren. Mit Alltagsbegebenheiten, Abenteuern, Geschichten, Gedichten und Gedanken hat sie bereits mehrere ALS- Rundbriefe bereichert. Wie andere der hier vorgestellten ALS-kranken Autoren, hat sie alle Texte mit Hilfe einer elektronischen Kommunikationshilfe (sie benutzt "Lucy") auf ihrem Laptop geschrieben, da sie selbst durch die ALS so sehr eingeschränkt ist, dass sie weder ihre Hände zum Schreiben, noch ihre Sprache zur Kommunikation einsetzen kann.
Nach "Verschollen im Fahrstuhl – Anekdoten aus meinem Alltag" (2008) und „Schwerelos - Meine schönsten Eindrücke und Wahrheiten“ (2009), die beide auch in früheren Ausgaben des Muskelreport vorgestellt wurden, hat sie im vergangenen Jahr ein neues Büchlein fertig gestellt. Im Vorwort zu ihrem neuen Band schreibt sie: "Als es für mich immer schwieriger wurde, meine Erlebnisse zu erzählen, fing ich an sie aufzuschreiben. Das war die einzige Möglichkeit, um mich anderen mitzuteilen. Es macht mir großen Spaß, so humorvoll zu schreiben, wie ich vor meiner Erkrankung erzählen konnte. Im Alltag gibt es viele Situationen, die so kurios sind, dass man darüber nur herzlich lachen kann. Ich liebe Situationskomik."

Ein Artikel in der Peiner Allgemeinen Zeitung (PAZ) vom 9.7.2011, den wir hier auszugsweise zitieren, würdigt ebenfalls Ulrike Westphal und ihr neues Büchlein:

(…) Die 55-Jährige lacht überhaupt viel – von krankheitsbedingter Schwermut keine Spur. In dem Vorwort zu ihrem zweiten Buch „Schwerelos“ hat sie diese Lebenshaltung treffend zusammengefasst: „Unsere meiste Aufmerksamkeit gilt oft dem, was uns belastet. Es gibt aber außer dem Schweren noch etwas anderes, das unsere Beachtung verdient.“ Und so hat die Erkrankung für die Ilsederin nicht nur Schattenseiten. „Ich habe durch die Krankheit eine neue Einstellung zum Leben bekommen“, erklärt die 55-Jährige. „Ich kann mich nun an ganz alltäglichen Dingen erfreuen.“ Und es sind genau diese Alltagsgeschichten und Erlebnisse, die Westphal in ihren Büchern auf humorige Weise verarbeitet.

(…) In dem (neuen) Büchlein geht es unter anderem um den streberhaften Zivi Peter, der immer ihren Namen vergessen hat, erzählt die Ilsederin. Warum Peter außerdem eine echte „Schlaftablette“ war und was das alles mit der Pisa-Studie zu tun hat, erfährt man in dem neuen Werk. In dem Büchlein schildert Westphal auch wieder kuriose Situationen, die sich in Folge ihrer Krankheit ergeben haben. „Ich kann mich ja nur noch schwer verständlich machen“, sagt die Ilsederin mit einem Schmunzeln, „und wenn dann der andere krampfhaft versucht, meine Gedanken zu erraten, kommt meistens etwas ganz anderes heraus. Das ist wirklich witzig.“Und so lacht man während der Lektüre der Bücher von Ulrike Westphal immer wieder laut auf – sehr zur Freude der Autorin. „Manche mögen diese Satz ja für etwas abgedroschen halten“, sagt die 55-Jährige und strahlt über das ganze Gesicht. „Aber ich erlebe täglich, dass er wahr ist: Die Freude, die man gibt, kehrt tatsächlich ins eigene Herz zurück.“