Wie ist der neue DGM-Imagefilm entstanden, Frau Mikus?
Autor: Stefan Mertlik
Ohne ihre 10.000 Mitglieder würde es die DGM kaum geben. Warum sind all diese Menschen Teil dieser Gemeinschaft? Was gibt ihnen der Verein? Im neuen DGM-Imagefilm kommt ein Teil von ihnen zu Wort. Julia Mikus, Leiterin der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising in der Bundesgeschäftsstelle, verrät im Interview mit dem Muskelreport, wie der Film entstanden ist, wie dieser finanziert wurde und welche Szene ihr am besten gefällt.
Frau Mikus, es gibt bereits einen DGM-Imagefilm. Wieso braucht es einen weiteren?
Ja, es gibt schon einen wunderschönen Imagefilm, der zum 50. Jubiläum der DGM entstanden ist und mich persönlich sehr beeindruckt hat. Darin kommen aber Menschen vor, die längst nicht mehr bei der DGM arbeiten oder für den Verein aktiv sind. Und: Wir wollten einen Film drehen, der heutigen Ansprüchen genügt – auch mit Blick auf Social Media.
Wie ist das Konzept für den neuen Film entstanden?
Wir haben eine Arbeitsgruppe mit fünf Vereinsmitgliedern gegründet. Gemeinsam mit der Filmfirma haben wir dann das Konzept entwickelt. Uns war es wichtig, Menschen zu zeigen, die wirklich mit der DGM verbunden sind. Nicht wir hier aus der Geschäftsstelle sollten erklären, was die DGM macht und ihnen bedeutet, sondern die Menschen, die von unseren Angeboten profitieren.
Wie haben Sie diese Menschen ausgewählt?
Gemeinsam mit dem Filmteam bin ich zu DGM-Veranstaltungen gefahren und habe sie direkt vor Ort angesprochen. Es war beeindruckend, wie viele Menschen spontan gesagt haben, dass sie dabei sind. Diese Offenheit hat mich überrascht.
Warum waren Sie überrascht?
Vor einer Kamera zu stehen und etwas Persönliches zu erzählen, kann überfordernd sein. Viele Leserinnen und Leser können das bestimmt nachvollziehen. Trotzdem waren ganz viele Menschen bereit, für die DGM zu sprechen und somit für muskelkranke Menschen einen Beitrag zu leisten. Diesen Mut finde ich wirklich schön.
Und wer soll mit dem Film angesprochen werden?
Der Imagefilm soll alle Menschen ansprechen, die sich aus irgendeinem Grund für uns interessieren. Sei es, weil sie selbst betroffen sind, eine betroffene Person im direkten Umfeld haben, eine Fachkraft sind oder spenden möchten. Zudem haben wir noch Kurzfilme für Social Media gedreht, die sich an fünf spezielle Zielgruppen richten: Spenderinnen und Spender, junge Menschen, Familien, unsere DGM-Mitglieder und Menschen, die dies ebenfalls werden könnten.
So ein Filmdreh mit Vor- und Nachbereitung bedeutet viel Arbeit. Günstig war das bestimmt nicht?
Wir haben natürlich Kostenvoranschläge von verschiedenen Filmfirmen eingeholt. Mit einer Kostenkalkulation sind wir dann an die Techniker Krankenkasse (TKK) herangetreten und haben eine Förderung beantragt. Glücklicherweise, und dafür sind wir sehr dankbar, hat die TKK Ja gesagt.
Gerüchte besagen, dass es sogar einen zweiten Teil geben soll?
Ja, der zweite Teil ist in der Mache. Darin wollen wir zeigen, was neuromuskuläre Erkrankungen eigentlich sind und wie sich der Alltag mit ihnen gestaltet. Viele Menschen haben noch nie etwas von neuromuskulären Erkrankungen gehört, wissen nicht um ihre Vielfalt. In diesem Film wollen wir mit Animationen arbeiten und Betroffene verschiedenen Alters und Erkrankungen zeigen. Ich schätze mal, im Januar 2026 wird der Film veröffentlicht.
Kehren wir nochmal zum aktuellen Film zurück: Was ist Ihre Lieblingsszene?
Das ist schwierig, weil alle Protagonisten mit ihren Persönlichkeiten und Aussagen ein buntes Bild ergeben, das die DGM ausmacht. Es gibt allerdings einen Satz, den ich sehr berührend finde: „Wir haben in der DGM einen Hafen gefunden.“ Es freut mich sehr, dass dieser Satz gefallen ist, da dieser wie eine Klammer für den Film wirkt.
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