Neue Richtlinien zur Kinder- und Jugendrehabilitation

Was ist das Bündnis Kinder- und Jugendreha e.V.?

Das Bündnis Kinder- und Jugendreha e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der von den rund 50 bundesdeutschen Rehakliniken für Kinder und Jugendliche getragen wird und von der Fachgesellschaft und den Verbänden der Kinder- und Jugendreha unterstützt wird. Zweck des Vereines ist es, die Kinder- und Jugendreha bekannter zu machen mit dem Ziel, dass die Kinder und Jugendlichen auch eine Reha bekommen können, die sie benötigen.

Wie unterscheidet sich die Kinder- und Jugendreha von einer Mutter-Kind-Kur?

Die Kinder- und Jugendreha bietet in spezialisierten Kliniken Hilfen für chronisch kranke Kinder und Jugendliche an. Bei Kindern nimmt ein Elternteil an der Maßnahme zur Unterstützung und Beratung teil. Bei Mutter-Kind-Maßnahmen geht es um die Mutter, das Kind ist Begleitperson. Der Reha-Bedarf liegt also bei dem Elternteil, das Kind erhält keine Therapien. Eine spezielle Form der Kinder- und Jugendreha ist die sogenannte „familienorientierte Rehabilitation (FOR)“. Bei der FOR nimmt bei lebensbedrohlichen Krankheiten (bisher insbesondere bei Krebs- oder Herzerkrankungen) die ganze Familie an der Reha des Kindes oder Jugendlichen teil.

Die neue Richtlinie bringt einige wesentlichen Verbesserungen bei der Kinder- und Jugendreha mit sich. Welche Änderungen gab es?

Die wesentlichen Veränderungen hat das Flexirentengesetz vom Dezember 2016 gebracht:

  • Die Kinder- und Jugendreha wird Pflichtleistung bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV).
  • Die Leistung wird künftig auch ambulant erbracht und eine Leistung zur Nachsorge wird eingeführt.
  • Indikationsbeschränkungen werden aufgehoben.
  • Die Vierjahreswiederholungsfrist findet keine Anwendung mehr bei Kindern und Jugendlichen.

Die Richtlinie konkretisiert die oben genannten Punkte und führt insbesondere aus:

  • Kinder und Jugendliche erhalten eine Reha, wenn die Aussicht besteht, gesundheitliche Einschränkungen, welche eine Teilhabe an Schule und Ausbildung mit dem Ziel der Erreichung des allgemeinen Arbeitsmarkts erschweren, durch medizinische Rehabilitationsleistungen zu beseitigen oder weitgehend zu kompensieren.
  • Bei Kindern bis zum 12. Geburtstag besteht ein Anspruch auf Mitaufnahme einer Begleitperson, bei älteren Kindern entscheidet die medizinische Notwendigkeit.
  • Kinder haben Anspruch auf Mitaufnahme von Familienangehörigen (FOR), wenn deren Einbeziehung in den Rehabilitationsprozess notwendig ist, z.B. wenn die schwere chronische Erkrankung des Kindes die Alltagsaktivitäten der Familie erheblich beeinträchtigt oder wenn das Kind aufgrund der Erkrankung ohne die Einbeziehung der Familienangehörigen nicht erfolgreich rehabilitiert werden kann.

Welche weiteren Schritte wird es noch geben?

Derzeit werden Eckpunkte zur ambulanten Kinder- und Jugendrehabilitation und zur Nachsorge entwickelt. Weitere Themen sind die Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen bei Abhängigkeitserkrankungen und psychischen Erkrankungen. In Abstimmung mit der Gesetzlichen Krankenversicherung soll die Verfahrensabsprache zur FOR neu gefasst werden.

An wen können sich die betroffenen Familien bei Fragen wenden?

Auskünfte erteilt die Deutsche Rentenversicherung und gerne auch das Bündnis Kinder- und Jugendreha e.V. (Anfragen am besten per Mail):

Bündnis Kinder- und Jugendreha e.V.
Alwin Baumann (Sprecher)
Freiherr-von-Eichendorff-Str. 8/1
88239 Wangen im Allgäu

Tel.: 07522 / 9302661
Fax: 07522 / 9302662

E-Mail: a.baumann [at] bkjr.de

Herr Baumann wird beim nächsten Treffen der Eltern-Kind-Gruppe des Landesverbandes NRW am 2.12.18 einen Vortrag zum Thema Kinderreha halten. Herzlichen Dank von Seiten der DGM für seine Informationen!