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Spinale Muskelatrophie

Physiotherapie bei Kindern mit spinaler Muskelatrophie

Forschungsstand

Spinale Muskelatrophien (SMA) gehören bis heute zu den ursächlich nicht therapierbaren Muskelerkrankungen. Trotz intensiver Forschung konnte noch keine Behandlungsform entwickelt werden, die ein Fortschreiten der Muskelschwäche verhindert oder den Krankheitsprozeß zum Stillstand bringt.

Die Erkrankung ist bedingt durch einen Defekt der Vorderhornzelle, die die vom Gehirn über das Rückenmark geleiteten Bewegungsimpulse nicht ausreichend auf die peripheren Nerven überträgt. Die Muskulatur selbst ist anatomisch intakt, ihre Verschmächtigung ist ein sekundäres Phänomen. Die Folgen sind zunehmender Kraftverlust und Bewegungsbeeinträchtigungen.

Ziel der Physiotherapie bei SMA

Ziel der physiotherapeutischen Behandlung (physikalische Therapie ) ist, die Folgen der atrophischen Veränderung der Muskulatur so gering wie möglich zu halten bzw. zu kompensieren und zu Wohlbefinden, Lebensfreude und größtmöglicher Selbständigkeit zu verhelfen.

Die Behandlung konzentriert sich auf die

  • Unterstützung und Krafterhaltung der vorhandenen anatomisch intakten Muskulatur,
  • Verzögerung von Gelenkkontrakturen und Skoliosen durch Erhaltung der Gelenkbeweglichkeit,
  • Verbesserung und Schulung der Atemfunktion inkl. der Stimmgebung,
  • Vorbeugung von Konzentratrionsschwächen und Kompensation von Ermüdungserscheinungen und
  • Erleichterung von Alltagsanforderungen.

Dabei orientiert und aktualisiert sich die Therapie stets an

  • dem Stadium der Grunderkrankung und
  • dem klinischen Befund des Patienten.

Sie bezieht Kenntnisse über die Lebenssituation und die individuellen Bedürfnisse des Betroffenen und seiner Familie in die Behandlungsplanung mit ein.

Weiterführende Information finden Sie in unserem Faltblatt "DGM-Information Physiotherapie bei Kindern mit spinaler Muskelatrophie (SMA)", das auf dieser Seite zum Download bereit steht.