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Entzündliche Muskelkrankheiten

Behandlungsmöglichkeiten

Mit den heutigen Behandlungsmöglichkeiten lässt sich für die Dermatomyositis und Myositiden im Rahmen einer Bindegewebe-Erkrankung in den meisten Fällen eine deutliche Besserung, nicht selten sogar eine Heilung erzielen. Hauptsäule der Therapie sind seit langem Kortikosteroid-Präparate - enge Verwandte der Nebennierenhormone. Das Therapiearsenal umfasst immunsuppressive Medikamente, hier ist vor allem Azathiopin, Metotrexat, und Cyclosporin zu nennen. Die genannten Medikamente bewirken eine Unterdrückung des überaktiven lmmunsystems, wobei in der Regel mit einer Mindestbehandlungszeit von 2-3 Jahren zu rechnen ist. In einigen Fällen sogar darüber hinaus. Zu den unerwünschten Nebenwirkungen gehört eine mögliche, aber nie vollständige Unterdrückung der „nützlichen“ Immunreaktionen. Schließlich kommt in seltenen besonders schweren Fällen (z.B. auch bei Kindern) insbesondere von Dermatomyositis eine hoch dosierte intravenöse Immunglobulin-Behandlung in Frage. Hier handelt es sich um aus  menschlichem Blut gewonnene, hochgereinigte Präparate, welche geeignet sind,  zeitweise die im Körper der Erkrankten ablaufenden „falschen“ Immunreaktionen zu unterdrücken. Die Polymyositis ist häufig sehr schwierig zu behandeln und insbesondere der eingetretene Muskelschwund ist oft nicht rückgängig zu machen. Zunächst werden die bei der Dermatomyositis oben beschriebenen Medikamente eingesetzt, bei Misserfolg auch neuere Immunsuppressiva. Am schlechtesten reagiert die Einschlusskörpermyositis auf therapeutische Maßnahmen. Wenige kleinere Studien hatten bei Patienten mit deutlichen Entzündungszeichen in der  Muskelbiopsie Immunglobuline als wirksam erkannt, was aber bei der Mehrzahl der Patienten nicht eindeutig bestätigt werden konnte. Wie wir heute wissen, liegt oft bei sog. „Therapieversagern“ mit Diagnose Polymyositis oder Einschlusskörpermyositis eine erbliche Form einer Einschlusskörpermyositis vor, bzw. ggf. eine Erkrankung, die zu den sog. Proteinaggregations-Myopathien oder Myofibrillären Myopathien gehört.

Über den Einsatz so genannter „Biologica“, das heißt gentechnisch hergestellter Produkte, die sich gegen bestimmte Blutzellen des menschlichen Körpers richten und wie sie bei entzündlich rheumatischen Erkrankungen bereits erfolgreich eingesetzt werden, ist bei den entzündlichen Muskelerkrankungen  keine abschließende Bewertung möglich. Die sog. TNF-alpha Blocker, die sehr erfolgreich in der  Rheumatologie eingesetzt werden, helfen den Myositis-Patienten leider nicht und können sogar die Symptome verschlechtern.

Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Faltblatt "Wissenswertes über die Entzündliche Muskelerkrankungen", das auf dieser Seite zum Download bereit steht.