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Physiotherapie bei ALS

Der Krankheitsverlauf bei ALS ist hinsichtlich der Ausprägung, Dauer und des Symptombildes äußerst unterschiedlich und stellt für Betroffene und Therapeuten eine besondere Herausforderung dar.

Der Verlauf kann von einem raschen Fortschreiten mit Beatmungspflichtigkeit innerhalb weniger Monate bis hin zu einem langsamen Fortschreiten über mehrere Jahre variieren. Je nachdem, welche motorischen Nervenzellen geschädigt sind, können spastische Bewegungskomponenten vorliegen, es kann aber auch das Bild einer schlaffen Lähmung vorherrschen. All diese Symptome können in einzelnen Körperregionen unterschiedlich ausgeprägt sein. Es kommt vor, dass ein Patient noch gehfähig ist, die Schulter- und Oberarmmuskulatur jedoch eine fast vollständige Lähmung zeigt (Flügelarm-Syndrom). Andere Formen sind mit aufsteigenden Lähmungen der Muskulatur beginnend an den unteren Extremitäten bis hin zu Rumpf, obere Extremitäten, Hals und Kopf gekennzeichnet. Die bulbäre Form der ALS beginnt hingegen mit Schluck- und Sprechstörungen. Die sensorischen und vegetativen Funktionen bleiben in der Regel aufrecht und intakt. Die Komplexität und Vielschichtigkeit des individuellen Krankheitsverlaufs erfordert von den Therapeuten ein breites Spektrum an Fachwissen sowie eine fundierte Auseinandersetzung mit den Mechanismen der ALS.

Da nachkommende Einschränkungen schwer konkret vorausgesehen werden können, ist stets eine kontinuierliche, kritische Überprüfung der gewählten Therapieinhalte erforderlich. Der Einsatz von verschiedenen therapeutischen Techniken zur Aktivierung der Muskulatur, zur Schmerzlinderung, zur Entspannung, zur Stimulation der Atmung sowie eine entsprechende Hilfsmittelversorgung kann dem Patienten die   Möglichkeit geben, seinen Alltag so lange wie möglich selbstbestimmt zu gestalten.

Weiterführende Informationen finden Sie bei den entsprechenden Unterpunkten oder auch in unserem Faltblatt "Physiotherapie für Patienten mit ALS", das auf dieser Seite zum Download bereit steht.