Mein Recht auf inklusive Beschulung?

Die UN-Behindertenrechtskonvention

(ve) Am 26. März 2009 ist in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung in Kraft getreten. Die Konvention fordert ausdrücklich ein inklusives Schulsystem. Daraus ergibt sich das individuelle Recht jedes Kindes auf gemeinsamen Unterricht.
Die Bundesregierung hat sich damit verpflichtet, für ein Bildungssystem zu sorgen, in dem alle Kinder die allgemeine Schule besuchen und die notwendige Unterstützung in dieser Schule für das Kind mit Behinderung erhalten können.

Das Konzept der inklusiven Erziehung beruht auf dem Prinzip, alle Schüler ungeachtet ihrer individuellen Unterschiede gemeinsam zu unterrichten. Heterogenität wird nicht als Problem, sondern als Bereicherung gesehen. Ziele der inklusiven Erziehung sind insbesondere die Anerkennung und Wahrung der Vielfalt sowie die Bekämpfung diskriminierender Einstellungen und Werte. Angestrebt wird eine „Schule für alle“. Das Konzept der Inklusion soll das bisherige Integrationskonzept (Eingliederung behinderter Schüler) ablösen, welches Änderungen der Schulorganisation, des Curriculums sowie der Lehr- und Lernstrategien im größeren Umfang nicht vorsieht. Quelle: www.aktion-mensch.de

Zur aktuellen Situation

Fünf Jahre nach Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) ist inklusive Beschulung leider noch keine Selbstverständlichkeit. Die Vereinten Nationen gingen davon aus, dass in einem inklusiven Bildungssystem ca. 80 - 90 % aller Kinder mit Behinderungen eine allgemeine Schule besuchen können. In Deutschland sind es derzeit 22 % (Stand 2012)! Im europäischen Vergleich belegt Deutschland in Sachen Inklusion weiterhin einen der letzten Plätze. Nur wenige Bundesländer haben ihre Schulgesetze dahingehend verändert, dass sie die Vorgaben der BRK für eine inklusive Schule erfüllen.