05.07.2020 | In eigener Sache

Wir waren so froh, dass…

…wir uns endlich, wenn auch erstmalig per Videokonferenz, wiedersehen bzw. –sprechen konnten. Wir sind eine der letzten Gesprächskreise des Landesverbandes Schleswig-Holstein, die sich virtuell getroffen haben. Andere Gruppen treffen sich schon unter realen Umständen wieder.   

Im Vorwege habe ich mich als Leiterin des Itzehoer Gesprächskreises mit den Mitgliedern kurzgeschlossen, um einen passenden Termin abzustimmen. Schließlich sollte allen Mitgliedern die Möglichkeit geboten werden, an der Konferenz teilzunehmen zu können. Es wurde sich auf den 24.06.2020 in der Zeit von 18:30 Uhr bis 19:30 Uhr geeinigt. Diesen Termin habe ich an unsere Vorsitzende weitergegeben und somit stand der Termin fest.

Mit Frau Erdmann, der Vorsitzenden des Landesverbandes, verabredete ich mich 15 Minuten vorher, um sicherzustellen, dass auch alle technischen Voraussetzungen gegeben waren. Kurz vor dem offiziellen Beginn verabschiedete sich Frau Erdmann von den Mitgliedern und ich habe alle Mitglieder zu unserem ersten virtuellen Treffen begrüßt.

Meine erste Frage in die Runde war: „Wie geht es Euch und wie habt ihr die letzten Wochen der Pandemie für Euch erlebt – vor allem in Hinblick darauf, dass wir Risikopatienten sind?“. Ein Mitglied berichtete darüber, da er schon vor der Corona-Pandemie aufgrund seiner Muskelerkrankung viel zu Hause bleiben musste, es sich aufgrund dessen nicht viel für ihn verändert hatte. In seiner Nachbarschaft hat er allerdings die Unterstützung für den wöchentlichen Einkauf gefunden. Er verließ das Haus nur im Notfall. Deswegen fanden auch keine Therapien statt, was sehr bedauerlich war.

Ein weiteres Mitglied hat durchweg in einer Einrichtung für Demenzkranke als examiniertes Pflegepersonal gearbeitet. Natürlich, wie auch in anderen Einrichtungen, herrscht bis heute ein hoher Standard an Hygienevorschriften vor. Im März befiel ein Mitglied eine starke Erkältung bis hin zur Lungenentzündung und da kam natürlich die Angst auf, ob sie sich mit COVID-19 infiziert hat. Ein Test brachte glücklicherweise ein negatives Ergebnis hervor. Als Betreuerin von 3 Kindern, die von Diabetes betroffen sind und noch schulpflichtig sind, hat sich ihre Arbeit mit der Schließung der Schulen eingestellt und sie nimmt ihre Arbeit allmählich wieder auf.  

Ein Mitglied, Mutter von 4 Kindern, ist gut mit ihrer Familie durch die schwierige Zeit gekommen. Sie hatten die Möglichkeit in ihren zum Jahresanfang angemieteten Schrebergarten auszuweichen.

Für alle, wie für viele Menschen, sind Reisen abgesagt worden, worauf man sich schon sehr gefreut hatte. Der Besuch von Festspielen, Theaterbesuchen, Ausflügen usw., alle abgesagt worden. Was bereits bewilligte Rehabilitationsmaßnahmen angeht, so ist es noch fraglich wann sie angetreten werden können.    

Ansonsten sind bis zum heutigen Tag alle Mitglieder gesund und wir hoffen, dass es auch so bleiben wird. Zum Ende der Videokonferenz kam die Frage auf, wann wir uns das nächste Mal auf diesem Wege treffen wollen, da es eine probate und sichere Möglichkeit ist, um nicht den Kontakt zueinander zu verlieren und um sich auszutauschen.

Regina Dieckmann, Juli 2020