22.04.2017 | Berichte

Mitgliederversammlung und Fachtagung des Landesverbandes Sachsen

Teilnehmer der Mitgliederversammlung und Fachtagung 2017
Vorstellung von Hilfsmitteln der Firma Orfomed

Pünktlich zu Kirschblüte trafen sich die Mitglieder des Landesverbandes Sachsen am 08.04.2017 zur jährlichen Mitgliederversammlung in der Aula des Berufsförderungswerks in Dresden. Nach Eröffnung der Veranstaltung, deren Beginn die Teilnehmer nach Belieben mit einem Kaffee oder Tee begießen oder mit einem Keks versüßen konnten, wurde zunächst die Tagesordnung vorgestellt. Nachdem die Präliminarien des Ablaufes geklärt waren, konnten nach namentlicher Begrüßung die Fachteilnehmer der Veranstaltung über die praktischen und für die Betroffenen interessante Entwicklungen im Bereich der medizinischen Behandlung der Sächsischen Behandlungszentren berichten. So richtete Herr Dr. Schäfer vom Uniklinikum Dresden nicht nur Grüße der leider abwesenden Frau Dr. Reuner aus, sondern nutzte die Gelegenheit, Frau Dr. Saak als neue Mitarbeiterin im Fachbereich Myopathie vorzustellen, das ärztliche Behandlungsspektrum sowie die angebotenen ärztlichen Fortbildungsmöglichkeiten zu skizzieren und darauf hinzuweisen, dass nunmehr auch in Dresden über das Schlaflabor die Langzeitbeatmungskontrolle möglich ist, ferner, dass künftig über das Mitochondrienlabor beispielsweise molekulargenetische Diagnostik betrieben werden kann.

Dr. Dr. Oberstadt als Vertreter des Muskelzentrums Leipzig wies unter anderem auf die Einrichtung von acht bundesweiten Zentren „Ambulanz-Partner Versorgungsnetzwerk“ hin, deren Einrichtung auf eine Initiative von Professor Meier der Berliner Charité zur besseren Vernetzung von Betroffenen, Ärzten und Leistungserbringern für Betroffene Amyotropher Lateralsklerose zurückgeht.

Sodann entrichtete der Bundesvorstand über dessen Vorstandsmitglied Frau Birgit Timmer sein Grußwort und informierte über Neuerungen, insbesondere die anstehenden Neuwahlen des Bundesvorstands in diesem Jahr.

Die folgende Gedenkminute, die den im vergangenen Jahr verstorbenen Mitgliedern des Landesverbandes gewidmet war, führte den Anwesenden neuerlich die Wichtigkeit und Dringlichkeit der Verbandsarbeit vor Augen. Deren Aktivitäten summierten der folgende Rechenschafts- und der Finanzbericht für das vergangene Jahr. Nach Entlastung des Vorstandes und Neuwahl einer Delegierten für die aus persönlichen Gründen aus dem Amt geschiedene Frau Heike Band, brachte Frau Claudia Schöne, Mitarbeiterin der AOK und zuständig für die Bereichsleitung häuslicher Krankenpflege und Hospiz/Palliativ-Pflege, die Neuerungen des Pflegestärkungsgesetzes für die Anwesenden präzise und anschaulich auf den Punkt. Der lebendige Vortrag und die ebenso lebhaften Fragen des Auditoriums dokumentierten anschaulich, dass in diesem Bereich persönlicher Leistungserbringung bei Betroffenen und Angehörigen durch die Pflegekassen noch ein erheblicher Aufklärungsbedarf und Notwendigkeit praktischer Einzelfallberatung besteht, die von den Kassen auch angeboten werden (müssen). (siehe unten - Download-Link mit der Präsentation zum Vortrag)

Nach der anschließenden Mittagspause teilte der Landesverband in eigener Sache mit, insbesondere wurden die Folgetermine für die diversen Stammtische und Gesprächsgruppen vorgestellt. Darüber hinaus stellte sich Frau Katharina Kohnen als Kandidatin für den neuen Bundesvorstand vor. Weiter präsentierte Frau Annett Hanicke vom Verband der Körperbehinderten der Stadt Dresden e.V. eine eigene Broschüre für barrierefreien Wohnraum. Herr Uwe Führer berichtete danach kurz über die Veranstaltung des Sozialministeriums zum bezahlbaren barrierefreien Wohnraum. Dieser hatte er als Gast beigewohnt und seiner Vermutung nach basierte diese auf unzutreffenden Vermutungen über die tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnisse Betroffener.

Die Fachtagung endete nach einem eindrucksvollen Vortrag der Firma Orfomed, welche die Mobilitätshilfe „Top-Help“ nicht nur anhand eines eindrucksvollen Films sondern auch in praktischer Anwendung vorstellte. Auch Fragen zur Finanzierung dessen konnten geklärt werden. Herr Klaus Hergert berichtete gleichermaßen begeistert wie eindrucksvoll über seine eigenen Erfahrungen mit der Anwendung der Armorthese.

Über die Begeisterung über den Vortrag und die Möglichkeit der Erprobung der mitgebrachten Mobilitätshilfe, entging den Teilnehmern fast das Ende der Veranstaltung und die Verabschiedung durch die Vorstandsvorsitzende um 15:30 Uhr.

Niemandem entging jedoch, dass mit der Arbeit des Verbandes, die Aufklärung, Information und Vernetzung Betroffener mit denen, die helfen können und helfen wollen, weitere hoffnungsvolle Blüten treiben kann und wird. Wie die Kirschen im Frühling.

Iris Feuersenger