18.04.2018 | Berichte

Mitgliederversammlung und Fachtagung 2018

"Länger als fünf Minuten darf ich nicht"

Natürlich durfte er länger reden, der Geschäftsführer der DGM Herr Sproß  bei der Mitgliederversammlung des Landesverbandes Sachsen, und tatsächlich hat er das auch, nicht nur im Rahmen der Veranstaltung, sondern auch mit den Mitgliedern selbst. Ausgiebig. Aber der Reihe nach.

Die diesjährige Mitgliederversammlung des Landesverbandes Sachsen mit Fachtagung  konnte am Samstag, den  14.04.2018 pünktlich um 09.45 Uhr beginnen. Dank der Förderung durch die Knappschaft war auch in diesem Jahr die Nutzung der Räumlichkeiten des Berufsförderzentrums in Dresden möglich. Nach der Klärung der Formalien begrüßte die Vorsitzende des Vorstandes Monika Robitzsch die anwesenden Mitglieder, die Vertreter der Jugendgruppe Katharina Kohnen, gleichzeitig neugewähltes Mitglied des Bundesvorstandes, und André Neutag, sowie die Referenten der Fachtagung Herrn Masag der Firma "Made for Movement" und die psychotherapeuthische Heilpraktikerin Frau Winkelmann. Und natürlich Herrn Sproß, der unmittelbar danach das - mehr als fünfminütige - Wort erhielt. Sympathien erntete er nicht nur mit dem Eingeständnis, sich auf dem Weg vom Bahnhof zu Tagungsstätte mit dem Fahrrad in Dresden verirrt zu haben, sondern auch mit der ausdrücklichen Einladung zum Gespräch und Austausch, sowohl untereinander als auch mit der Geschäftsstelle in Freiburg. Er gab einen Ausblick auf die anstehenden Veranstaltungen wie etwa die Mitgliedertage in Hohenroda.

Nach dem Hinweis auf die vorbereitete Mitgliederbefragung leitete die amtierende Vorsitzende zu einer Gedenkminute an die im letzen Jahr verstorbenen Mitglieder über. Nach der vom Auditorium nicht gewünschten Ergänzung der Tagesordnung leitete Thomas Fritzsche die Mitgliederversammlung und die Vorstellung des Rechenschaftsberichtes des Vorstandes ein. Die Vorsitzende trug danach den ausführlichen Rechenschaftsbericht des Jahres 2017 vor, welcher vom Vorstand bereits angenommen worden war. Inhaltlich ging sie insbesondere auf das umfangreiche Engagement der ehrenamtlichen Mitglieder im Bereich der Gesprächskreise, der Kontaktpersonen und überregionalen Veranstaltungen mit den Landesverbänden Thüringen und Sachsen-Anhalt ein. Anlässlich des Ablaufs der Wahlperiode des Vorstandes fragte sie die anwesenden 37 erschienenen wahlberechtigten Mitglieder nach Spontanbewerbungen für die Wahl des neuen Vorstandes; neue Kandidaten meldeten sich jedoch nicht. Danach folgte der Finanzbericht durch Schatzmeisterin Ulrike Schöps. Einstimmig wurde sodann auf Nachfrage des Tagungsleiters dem Vorstand die Entlastung erteilt. Nach der Wahl des Wahlleiters, des Wahlvorstandes und der Vorstellung der Kandidaten wurden die Mitglieder zur Stimmabgabe für die Mitglieder des Vostandes, der Delegierten und Ersatzdelegierten als auch der Kassenprüfer aufgefordert.

Nach Stimmabgabe und während der Auszählung konnte Monika Robitzsch Frau Dr. Reuner des Uniklinikums Dresden begrüßen, die es sich nicht hatte nehmen lassen, nach einem anstrengenden Nachtdienst im Klinikum doch noch auf der Mitgliederversammlung vorbeizuschauen. Sie erläuterte die neuerlich bei der DGM beantragte und erhaltene Zertifizierung des Klinikums Dresden als Muskelzentrum, erläuterte die Anstrengungen zum Erwerb eines "Ambulanzscheins" für die Errichtung eines MZEB (Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung) zur Zulassung durch die kassenärztliche Vereinigung und fasste kurz die Restrukturierung der Bereiche des Medizinischen Beirates und der Sprecherräte zusammen. Mit einem Hauch Wehmut teilte sie ihren Abschied von der Leitung des ALS-Gesprächskreises in Dresden und den "Generationenwechsel" im Hause mit und informierte über das Kolloquium im Februar für niedergelassene Ärzte und den Versuch der Errichtung eines ambulanten Infusionszentrums unter anderem für die Spinraza-Therapie.

Nachdem die Mitglieder einige MInuten für Pause und Stärkung mit Kaffee oder Tee , welchen der Vorstand für die Teilnehmer kostenfrei zur Verfügung stellen konnte, nutzen konnten, wurde  das Ergebnis der Wahl des Vorstandes mitgeteilt. Alle Kandidaten wurden mit einfacher Mehrheit der anwesenden Mitglieder gewählt, namentlich - in alphabetischer Reihenfolge - Heike Band, Birgit Breitschuh, Iris Feuersenger, Ulrike Gest, Michel Günther, Sandra Kmetsch, Michael Murrer, André Neutag,  Monika Robitzsch und Ulrike Schöps. Als Delegierte wurden Birgit Breitschuh und Monika Robitzsch gewählt, als Ersatzdelegierte übernahmen Michel Günther und André Neutag das Amt. Zu Kassenprüfern wurden Ute Müller und Heike Band gewählt. Nach Entlastung auch des Wahlvorstandes teilte der neugewählte Vorstand einige der neuen - neben den traditionell geplanten - Projektideen mit. Mit den Mitgliedern entspann sich eine lebhafte Diskussion über Standorte, Anforderungen an deren Erreichbarkeit und Gestaltungsmöglichkeiten von Veranstaltungen, die der Vorstand in den kommenden drei Jahren umsetzen will. Unmittelbar an die Mitgliederversammlung schloss sich der eindrucksvolle Vortrag des Herrn Masog und dessen Präsentation des "Innowalk", einer Art Crosstrainer für Menschen mit Behinderung und schwachem Stehvermögen an. Die Marktreife eines derzeit nur für Kinder und Jugendliche ausgereiften Trainingsgerätes wurde kürzlich erreicht. Herr Masog stellte in Aussicht, auf einer gesonderten Veranstaltung bei mindestens fünf Interessierten eine umfassende Erprobung zu ermöglichen und gab weiter einige HInweise zu Bewilligungsmöglichkeiten des Therapiegerätes durch die Krankenkassen zur "assistiven Bewegung". 

In der anschließenden Pause konnten die Teilnehmer die schon intensiven Sonnenstrahlen genießen, sich in Gesprächen nicht nur über leckere Rezepte der ebenfalls  teilnehmenden Assistenten  austauschen und ihr MIttagessen - mitgebracht oder gebucht - genießen.

Der Mittagszeit als auch dem Biorhythmus geschuldet kam der Vortrag über Qigong, insbesondere in der Form des stillen Qigong durch Frau Winkelmann gerade recht - wenn es wohl auch nicht so intendiert war, so nutzte doch der eine oder andere Teilnehmer die geführte Meditation des "stillen Lächelns" für ein Nickerchen. Nach diesem bzw. der Entspannungsübung und die umfassende Information über die Wirkungsweise des stillen Qigong waren die Teilnehmer dann auch in der Lage, die von Uwe Führer vorgestellten Leistungen der Wohngemeinschaft der Kinder- und Jugendintensivpflege "Bärenstark" in Dresden angemessen zu würdigen als auch der Vorstellung des Ziels, der Struktur und der bisherigen beeindruckenden Arbeit der Jungen DGM die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken, die von André Neutag und Katharina Kohnen präsentiert wurde. Die bisherige Arbeit der Jungen DGM und deren Anliegen, namenlich die Generation "Y" d.h. die 16 bis 29 jährigen in die DGM einzubinden, Familiensysteme bei Betroffenheit der Kinder zu unterstützen, Versorgungsstrategien für die Transitionsphasen zu erarbeiten und in der Sache bundesweit die Jugendarbeit über die Landesverbände zu vernetzen. Der Landesverband Sachsen erntete hier ein Lob für seine bisherige - und geplante - Umsetzung der von der Jungen DGM geplanten Projekte, die u.a. auf einer Umfrage von rd. 200 Teilnehmern bundesweit erarbeitet wurden.

Nach einem herzlichen Dankeschön des neuen - und alten - Vorstandes an alle Teilnehmer, der wiederholten Bitte, die ausgelegten Fragebögen auszufüllen und bei neuen Projekten mitzuarbeiten, die der scheidende Vorstand in die Pipeline gebracht hat, endete die gelungene Veranstaltung pünktlich um 14.30 Uhr. Wenn sich auch die Teilnehmer schneller in alle Winde zerstreuten als ein gemeinsames Gruppenfoto in aller Eile organisiert werden konnte, so nahm doch jeder der Teilnehmer einen Eindruck des gemeinsam Erreichten und des gemeinsam Möglichen mit. Und der hält hoffentlich länger als fünf Minuten.

Iris Feuersenger