05.10.2016 | In eigener Sache

Jubiläum - 25 Jahre Landesverband Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt feiert ein Vierteljahrhundert-Bestehen

Im Jahr 2016 feiert unser Landesverband schon den 25. Jahrestag der Mitgliedschaft Sachsen-Anhalts in der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e.V., dem größten Selbsthilfeverband für Menschen mit neuromuskulären Erkrankungen. Nach der großen Feier des Bundesverbandes im vergangenen Jahr schließt sich in diesem Jahr auch unser Landesverband an und möchte danke sagen an alle Mitglieder, die über ein ganzes viertel Jahrhundert schon in unsere Verbandsarbeit vertrauen.Im Jahr 2016 feiert unser Landesverband schon den 25. Jahrestag der Mitgliedschaft Sachsen-Anhalts in der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e.V., dem größten Selbsthilfeverband für Menschen mit neuromuskulären Erkrankungen. Nach der großen Feier des Bundesverbandes im vergangenen Jahr schließt sich in diesem Jahr auch unser Landesverband an und möchte danke sagen an alle Mitglieder, die über ein ganzes viertel Jahrhundert schon in unsere Verbandsarbeit vertrauen.

Für die Feierlichkeit zum Jubiläum wählte der Landesvorstand um Beate Cwiertnia (Landesvorsitzende) eine Kirche als Ort der Begegnung. In der Moritzkirche in Halle (Saale) trafen sich Mitglieder und Angehörige aus dem Landesverband, Mitglieder aus Sachsen und mit Joachim Köhring auch der Landesvorsitzende unseres Nachbar-Verbandes Thüringen. Sie und wir alle sind gekommen, um zum einen (natürlich) zu gratulieren und zum anderen, um sich auf die angekündigte Orgelführung einzulassen.
Beate Cwiertnia organisierte eigens für das Jubiläum eine Orgelführung in der Moritzkirche. Sicherlich mag der eine oder andere an der Sinnhaftigkeit einer solchen „eigenartigen“ Form des Feierns Zweifel haben, aber die Präsentation einer so wahrhaftigen, nahezu majestätischen Orgelanlage verschaffte dem Rahmen ein ganz außergewöhnliches Flair! Den Auftakt machten die Landesvorsitzende und Birgit Timmer, die als Mitglied des Bundesvorstandes Grüße und Glückwünsche übermittelte. Ebenso gratulierte Joachim Köhring zum Jubiläum und freute sich schon selbst auf Thüringens Jahrestag 2017.
Zur Unterstützung der Orgelführung sind zwei Mitglieder des Fördervereines Sauer-Orgel Moritzkirche Halle (Saale) e.V. gekommen, um den Gästen eine inhaltsreiche und erinnerungswürdige Führung geben zu können: Tobias Geuther, Organist und Vorsitzender des Fördervereines, begrüßte die Mitglieder mit einer Orgel-Interpretation des für die Region typischen „An der Saale hellem Strande“. Zuvor führte David Lamorski vom Förderverein einen kleinen Rundgang durch das Kirchenschiff durch. Während des Eröffnungsspiels wurde alles still und die Orgel verzauberte den Kirchenraum mit einer so magischen Kraft, die doch den einen oder anderen Gast zu Tränen rührte. Die Orgel wurde von Geuther so kraftvoll gespielt, sodass sie Emotionen und Hingabe bewirken konnte. Anschließend an das Stück folgte eine sehr tolle Vorstellung der in der Moritzkirche befindlichen Orgel: Eine Sauer-Orgel aus dem Jahr 1925, die als Konzert-Orgel konzipiert und gebaut wurde, vermag es, mit ihren mehr als 50 sogenannten Registern eine umfangreiche Klang- und Tonvielfalt erzeugen zu können. Bereits im Jahre 2011 feierte die Orgel ihr eigenes Jubiläum - das 600.! Die Orgel selber war über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Mit ihrer baulichen Besonderheit (beispielsweise fünf ganze Oktaven) war sie eine Revolution der Zeit.

Zur wirklichen und mehr als gelungenen Überraschung präsentierte Beate Cwiertnia, die selbst als Lehrerin tätig ist, ihre Spielfähigkeit: Die Gäste durften sich mit zwei Stücken begeistern lassen, einem Stück von Emanuel Vogt („Präludium in C-Dur“) sowie mit einem Meditations-Lied („Auch unsre Seele benötigt Ruhepausen auf dem Weg“) von Reimund Hess. Unvergesslich und einmalig diese Momente!!

Im Anschluss an die Orgelführung durften sich alle Gäste über ein kleines aber sehr verzückendes Präsent freuen: Ein wunderschönes Gedicht („Der Laden“) sowie einem Tütchen mit herrlichen Sommerblumen-Samen.

Abschließend trafen sich alle Anwesenden im benachbarten Café „Lichthaus“ bei einer selbstgemachten Suppe und kamen dabei ins Gespräch. Es kam zu Diskussionen über landesverbundene Themen, die wichtig sind, um die DGM hier vor Ort aber auch insgesamt zu stärken. So ist wohl mehr als berechtigte Kritik an dem Referenten- bzw. Regierungsentwurf zum Bundesteilhabegesetz gekommen: ein erheblicher Nachteil für Menschen mit Behinderungen kann demnach sein, dass sich mehrere Betroffene zusammenschließen müssen (sogenanntes „Pooling“) und sich einen Assistenten teilen müssen. Somit bewegt sich der Gesetzgeber sehr abseits der Zielstellung der UN-Behindertenrechtskonvention. Passend zu unserem Jubiläum sind die Gäste auch darüber ins Gespräch gekommen, dass alle stolz sein können, dass es Verbände, wie die DGM überhaupt gibt, denn als die DDR noch bestand, war Selbsthilfe kein willkommenes System der „Hilfe zur Selbsthilfe“. Frau Dr. Sonnhild Bertz schrieb ihrerseits damals ihre Dissertation über die Selbsthilfe. Last but not least wurden die ersten Ideen zur noch bevorstehenden Mitgliederversammlung besprochen, die an einem neuen Ort stattfinden wird: in Dessau-Roßlau.

Insgesamt war das Jubiläum in einem wunderschönen und außergewöhnlichen Rahmen verbracht worden. Kein großer Lärm, kein enormer Stress, sondern Zeit der Begegnung, zum Austausch und Zeit des Genusses prägte diese Feier. Dies alles wäre nur halb so gut geworden, wenn wir nicht die großartige Unterstützung des Fördervereines gehabt hätten: Wir möchten uns sehr bei Tobias Geuther und David Lamorski für die Bereitschaft und einzigartige Führung bedanken.

In diesem Sinne freuen wir uns auf das nächste Jubiläum: 50 Jahre Landesverband Sachsen-Anhalt … Bis dahin gibt es noch viel, viel Arbeit!

Im Juli 2016
Der Landesvorstand