27.04.2015 | Berichte

Gemeinsame Aktivitäten der Jugendgruppe Mitteldeutschland und des Stammtisches Leipzig

... Am Samstag, den 18.10.2014 fand sich bereits zum dritten Mal der Stammtisch im sächsischen Stammtisch zusammen. Doch dieses Mal nicht allein: Es sollte der Grundstein für eine gemeinsame Zukunft mit der Jugendgruppe Mitteldeutschland gelegt werden ...

Ein Traum wird wahr: ein gemeinsames Treffen der Jugendgruppe Mitteldeutschland und des Stammtisches Leipzig
Weihnachten mit der Jugendgruppe Mitteldeutschland und dem Stammtisch Leipzig

18.10.2014 - Start frei für gemeinsame Treffen

Der 18. Oktober ist für die Leipziger ein ganz besonderer Tag, immerhin haben sie eine ganze Straße danach benannt. 1813 fand an diesem 18. Oktober das alles entscheidende Gefecht der Völkerschlacht bei Leipzig statt, bei dem sich die Truppen Napoleons der Übermacht der Koalition beugten, sich in die Stadt zurück zogen und einen Tag darauf auch diese räumen mussten. Zugegeben, genau 201 Jahre später ging es im "Haus der Demokratie" deutlich ruhiger und harmonischer zu, als sich der DGM-Stammtisch Leipzig zum bereits dritten Mal zum Austausch untereinander bei Kaffee und Kuchen traf, darunter auch einige neue Gesichter, die über das Internet und der DGM von dem Treffen erfuhren. Passend zum besonderen Datum gab es aber auch dort eine Besonderheit an diesem Treffen, denn die ansonsten in vor allem in Halle (Saale) tagende Jugendgruppe Mitteldeutschland verlegte ihr monatliches Treffen im Oktober kurzerhand auch nach Leipzig, um sich dem Stammtisch anzuschließen. Die Idee war gut, die Teilnahme ein voller Erfolg, da so nochmals neue Bekanntschaften geknüpft und noch mehr Informationen untereinander ausgetauscht werden konnten.
An diesem Nachmittag wurden zahlreiche Themen angesprochen und ausgiebig diskutiert. Ein wichtiger Punkt war die Frage nach den Erwartungen an eine Selbsthilfegruppe, wie sie der Stammtisch, aber auch die Jugendgruppe der DGM darstellen. Viele der Anwesenden waren sich einig, dass schon das Wort „Selbsthilfegruppe“ nur bedingt positiv wirkt und im Großen und Ganzen auch gar nicht die Erwartungen widerspiegelt, die man an solche Gruppen und deren Treffen knüpft. Es geht nämlich weniger um die Selbsthilfe als solches als vielmehr um ganz andere Dinge, die jedoch auch nach zahlreichen Meinungen im Austausch nur schwierig zu definieren waren. Welche Erwartungen hat man als Betroffener an eine solche Gruppe? Entscheidend sind vor allem das Networking und der gemeinsame Erfahrungsaustausch. So berichteten verschiedene Teilnehmer über ihre Erlebnisse im Alltag, gerade auf Reisen mit Bahn und Flugzeug, die für Rollstuhlfahrer immer zu einem Abenteuer avancieren. Neben dem bloßen Gedanken- und Informationsaustausch sollen aber auch gemeinsame Aktivitäten und Aktionen zukünftig häufiger angegangen werden. Dafür ist es entscheidend, dass jeder seine Ideen und Wünsche einbringt und den entsprechenden Kontaktpersonen mitteilt. Nur so kann man gelungene Treffen vorbereiten. So sollen im neuen Jahr beispielsweise einige Referenten aus verschiedenen Bereichen gefunden werden, die dann gemeinsam mit den Mitgliedern und Teilnehmern des Stammtisches diskutieren können. Denn, und auch das war eine schnell gefundene, gemeinsame Meinung, Stammtische und Gruppentreffen bilden die Basis für ein gutes Funktionieren der DGM. Hier treffen sich die Mitglieder, um sich auszutauschen und auch, um gemeinsam Ideen zu entwickeln, die die DGM möglicherweise als Dachverband besser umsetzen oder zumindest in die öffentliche Diskussion mit mehr Nachdruck einbringen könnte.
Zu guter Letzt wurden auch verschiedene, bereits fixe Termine an die Teilnehmer weitergegeben. So reist ein in Dresden trainierendes E-Rolli-Fußball-Team am 29. Oktober  als deutsches Nationalteam zum „Ottobock-Powerchair-Football-Tournament“ nach Wien und tritt dort zum ersten Mal in einem internationalen Turnier an, unter anderem gegen Finnland und Österreich. Die Sportart ist in Deutschland noch sehr jung, soll aber durch solche Ereignisse bekannter gemacht werden. Ein Thema beim Stammtisch war unter anderem auch das Finden von Sponsoren für diese Sportart.

22.11.2014 - Im Dialog mit der Polizei

Knapp einen Monat nach dem ersten gemeinsamen Treffen, lud nun wiederum die Jugendgruppe Mitteldeutschland in das Hallenser Krankenhaus „Bergmannstrost“ zu einer besonders spannenden Veranstaltung ein. An diesem Samstag-Nachmittag war mit Wilfried Krüger der dritte Pressesprecher der Polizeidirektion Halle (Saale) zu Gast, der Jahre zuvor noch als Streifenpolizist unterwegs war. In einer guten und detailreichen Diskussion versuchte er unter anderen aufkommende Fragen von Rollstuhlfahrern zu beantworten, die vor allem auf den Bereich Straßenverkehr abzielten. Eine Frage drehte sich um die Rechte von Rollstuhlfahrern, wenn beispielsweise Geh- oder Radwege nicht passierbar sind. In diesem Fall dürften auch Rollstuhlfahrer auf der Straße fahren. Laut Krüger ist jedoch vor allem die eigene Sicherheit das wichtigere Thema. Rollstuhlfahrer müssten sich bestmöglich sichern und ebenso gut auf sich aufmerksam machen, etwa durch das Tragen von Warnwesten oder Licht am Gerät, damit sie auch von Autofahrern schnell und gut erkannt werden können. Zu einer anderen Frage, nämlich ob betrunkenen Rollstuhlfahrern das Fahrgerät abgenommen werden kann, ist die Rechtslage nicht ganz so klar. Ist der Zustand der Person jedoch so kritisch, dass sie eine massive Gefährdung des Straßenverkehrs, anderer Personen, aber auch für sich selbst darstellt, ist eine Abnahme des Rollstuhls möglich. In diesem Fall muss aber dennoch dafür gesorgt werden, dass der nicht gehfähige Mensch weiter befördert wird, etwa durch Bekannte, Freunde – oder wenn keiner erreichbar ist, auch von der Polizei selbst.
Dieses Treffen, wie auch alle anderen zukünftigen Treffen der Jugendgruppe war jedoch nicht nur für betroffene Jugendliche, sondern für alle Interessierten offen. Schnell machte sich nämlich auch bereits am 18. Oktober die Meinung breit, dass man gemeinsam mehr erreichen kann und Altersgrenzen nur bedingt hilfreich, vielleicht sogar kontraproduktiv sind. Natürlich ist die Zielgruppe einer Jugendgruppe klar abgesteckt und die Aktionen eher auf Jugendliche und junge Erwachsene ausgerichtet, aber dennoch sollte jeder daran teilnehmen dürfen, wenn er Interesse an dem Thema hat.

13.12.2014 - Glühwein, Leckereien und Rückblicke

Wiederum drei Wochen nach dem Treffen in Halle (Saale) veranstalteten der Leipziger DGM-Stammtisch und die Jugendgruppe Mitteldeutschland eine gemeinsame Weihnachtsfeier im "Haus der Demokratie" in Leipzig. Bei leckeren, selbst gemachten Keksen, Kuchen, Muffins und  Cupcakes sowie warmen Getränken wie Glühwein, Kaffee und Kakao blickten die knapp zwanzig Teilnehmer auf das Jahr 2014 zurück, erzählten von positiven sowie negativen Erfahrungen und sprachen über ihre Visionen und Pläne für das kommende Jahr 2015. Die meisten der Anwesenden blickten überwiegend positiv auf das vergangene Jahr, das viel Gutes für sie bereit hielt. Das Highlight des Nachmittags war das anschließende Schrottwichteln, zu dem jeder Gast ein nicht mehr gebrauchtes Geschenk mitbrachte, dass er dann jemand anderes schenken sollte, je nachdem welchen Namen er aus dem Lostopf zog. Ein Teilnehmer brauchte scheinbar ein komplettes Essgeschirr nicht mehr, denn auch ein solches fand sich unter den Wichtelgeschenken wieder. Danach klang der Abend noch bei geselligen Gesprächen und guter Laune aus und man versprach sich, auch im kommenden Jahr wieder einiges gemeinsam zu unternehmen. Die Weihnachtsfeier selbst war ebenfalls ein voller Erfolg, auch diese wolle man im kommenden Jahr wieder ausrichten. 
Somit markierte also auch der 18.Oktober 2014, zumindest aus Sicht des DGM-Stammtischs in Leipzig und der DGM-Jugendgruppe Mitteldeutschland, ein Meilenstein in deren Entwicklung. Zukünftig will man sich besser vernetzen, häufiger gemeinsam treffen und auch gemeinsame Aktivitäten im nächsten Jahr in Angriff nehmen. Dies sollte auch die Message sein, die von diesem Treffen ausgeht: „Gemeinsam erreicht man mehr!“

Herzliche Grüße

Florian Papenfuß (Stammtisch Leipzig)
Michel Günther (Leiter Stammtisch Leipzig)
Katharina Kohnen & André Neutag (beide Leiter der Jugendgruppe Mitteldeutschland)