12.06.2014 | Berichte

Frühjahrs-Treffen des Landesverbandes Sachsen-Anhalt am 10.05.2014 in Bad Dürrenberg mit Fachvortrag

Frühjahrs-Treffen der DGM-Mitglieder des Landesverbandes Sachsen-Anhalt

am 10.05.2014 in Bad Dürrenberg mit Fachvortrag

Es ist schon Tradition, dass sich die Mitglieder des Landesverbandes Sachsen-Anhalt im Frühjahr im südlich gelegenen Bad Dürrenberg und im Herbst in nördlich gelegenen Calbe (Saale) treffen, um den Mitgliedern bei der Anreise entgegenzukommen. Das diesjährige Frühjahrs-Treffen in Bad Dürrenberg wurde von der Idee getragen, mit den Akteuren des Gesundheits- und Sozialsystems ins Gespräch zu kommen, um herauszufinden, ob ein bedarfsgerechtes Angebot an Rehabilitationsmaßnahmen für Muskelkranke auch in Mitteldeutschland etabliert werden kann. Viele Patienten scheuen sich aufgrund der eingeschränkten Mobilität vor den weiten Wegen zu den auf neuromuskuläre Erkrankungen spezialisierten Reha-Einrichtungen und würden lieber auf Angebote in der Region zurückgreifen. Deshalb hatte der Landesverband Vertreter des MediClin Reha-Zentrum Bad Düben sowie der beiden Muskelzentren an den Universitätsklinika Halle und Magdeburg  eingeladen. Herr Dr. med. Guido Waldmann, Chefarzt der Neurologie, und Frau Liebmann, Leiterin der Therapieabteilung, stellten in ihrem Vortrag „Fachübergreifende Rehabilitationsmaßnahmen bei Muskelerkrankungen“ die Reha-Klinik in Bad Düben vor.  Herr Dr. med. Waldmann leitete den Vortrag mit der Erläuterung der seltenen und sehr individuell verlaufenden Muskelkrankheiten ein. Die Verlaufsdynamik, die von Patient zu Patient auch mit derselben Diagnose sehr unterschiedlich sein könne, sagte er, erfordere eine entsprechende therapeutische Behandlung. Dies setze die Behandlung von einem interdisziplinären Behandlungsteam, das u. a. aus Ärzten, Sport- und Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Sozialarbeitern und Psychologen bestünde, voraus und würde unter dem Dach der Reha-Klinik in Bad Düben vereint sein. Kritisch setzte er sich mit dem Nutzen von Rehabilitationsmaßnahmen bei Muskelkranken auseinander und berichtete von Untersuchungen, die im Ergebnis durchaus eine bedeutsame Verbesserung bei Patienten zeigen würden, die an verschiedensten Test teilgenommen hätten. Im Anschluss daran stellte Frau Liebmann die Einrichtung mit ihren Therapiemöglichkeiten und Behandlungstechniken anhand von Bildern vor. Frau Mehl, Psychologin im Muskelzentrum Halle, und Herr Prof. Dr. med. Vielhaber, Leiter des Muskelzentrums in Magdeburg, hörten dem Vortrag als mögliche Kooperationspartner gespannt zu. In der anschließenden Diskussion stellten sich Herr Dr. med. Waldmann und Frau Liebmann den vielen Fragen und Erfahrungsberichten der Mitglieder. Dabei wurde aber auch klar, dass Wunsch und Wirklichkeit nicht in jedem Fall harmonierten und  - soll die Idee des Landesverbandes Früchte tragen - noch ein hartes Stück Arbeit vor uns liegt.

Nach dem Vortrag nutzen viele Mitglieder die Gelegenheit, ihre persönlichen Anliegen mit Frau Mehl oder Herrn Prof. Dr. Vielhaber zu klären, die sich bis zum Mittagessen gern dazu Zeit nahmen.  

Bevor die Gruppe sich zum alljährlichen Spaziergang in den Kurpark begab, wurde noch der offizielle Teil abgehalten. Unsere Landesvorsitzende, Manuela Springer, berichtete u. a. von den Aktivitäten des Landesverbandes im Rahmen des Tages der seltenen Erkrankungen in Dessau und dem fest etablierten ALS-Gesprächskreis, der wechselseitig in Halle und in Magdeburg stattfindet sowie von ihrer Teilnahme an der Kontaktgruppenschulung in Hohenroda. Sie informierte uns auch über die bevorstehende Delegiertenversammlung im Juli 2014 und die Begehung des Muskelzentrums Magdeburg am 22.10.2014 zur Überprüfung der Einhaltung des Gütesiegels durch die DGM. Die Leiterin der Kontaktgruppe Magdeburg, Bärbel Williges, erzählte von ihrer Arbeit in einer 10 bis 12-köpfigen Gruppe, die sich regelmäßig bei COBES am Hasselbachplatz oder im Frühjahr und Sommer auch in der freien Natur trifft. Zu den Treffen wurden auch schon Polizisten, die Tipps zum Verhalten beim Angriff im Rollstuhl gegeben haben, oder andere Gäste, die zu verschiedenen Themen wie z. B. Ernährung referiert haben, eingeladen. Unser junges Mitglied und Leiter der Jungendgruppe, Andre Neutag, stellte uns sein Vorhaben zum Aufbau einer überregionalen Jugendgruppe „Mitteldeutschland“ vor und berichtete von den vielen Kontakten zum Bundesvorstand und den Nachbarverbänden, die das Projekt unterstützen wollen. So solle beispielsweise. die Attraktivität der DGM für junge Muskelkranke gestärkt, eine eigene Seite für Jugendliche im Muskelreport eingerichtet und eine E-Rolli-Fußballgruppe aufgebaut werden. Start des Projekts soll zunächst in Halle sein. Birgit Timmer, auch junges Mitglied im Landesverband, stellte sich als Kandidatin für die Wahlen des DGM-Bundesvorstandes am 06.07.2014 in Hohenroda vor und berichtete von ihrer Teilnahme am Treffen der Diagnosegruppe für Menschen mit sehr seltenen oder ohne Diagnosen (MMoD) am 22. 03.2014 in Berlin (siehe Bericht im Muskelreport 2/2014, S. 20) und dem Vortrag von Herrn Prof. Dr. med. Schoser vom Friedrich Baur Institut München im Rahmen des Treffens der Diagnosegruppe Myotone Dystrophie am 26.04.2014 in Hohenroda.

Das Treffen ließen wir bei einem gemütlichen Spaziergang durch den Kurpark und einem anschließenden gemeinsamen Kaffeetrinken ausklingen. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei allen fleißigen Helfern, die für die Organisation und Bewirtung gesorgt haben, sowie bei Herrn Heinecke für die unterhaltsame Führung durch den Park bedanken.

Manuela Springer

Birgit Timmer