29.08.2018 | Berichte

„Beginnen Sie schon jetzt, sich mit Ihrem Leben zu befassen“

Mitgliederversammlung und Vorstandsneuwahl des Landesverbandes Sachsen-Anhalt

neuer Vorstand des Landesverbands Sachsen-Anhalt 2018
Dr. Carina Dorneck bei Ihrem Beitrag zur Patientenverfügung & Co.

In diesem Jahr veranstaltete der Landesverband Sachsen-Anhalt seine Mitgliederversammlung zusammen mit dem Fachvortragsteil in der kleinen Saale-Stadt Bernburg. Mittig im Bundesland zwischen den Großstädten Magdeburg und Halle (Saale) gelegen, versammelten sich 15 Personen und wählten am Nachmittag einen neuen Landesvorstand sowie Delegierte und Kassenprüfer. Doch der Reihe nach ...

Die ersten Gäste sind früh nach Bernburg in das AWO-Seniorenzentrum gekommen, um ihre selbst gemachten Salate für die gemeinsame Mittagspause kaltzustellen. Gut vorbereitet, konnte pünktlich um 10 Uhr die Referentin ihren Beitrag beginnen. Die an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Medizinrecht promovierte Juristin, Frau Dr. jur. Carina Dorneck, führte die Teilnehmenden in die Grundlagen der persönlichen Vorsorge ein. Die Idee entstand, als in den vergangenen Jahren Mitglieder und andere Interessierte zurück meldeten, dass die Themen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht wichtig und bedeutend für die eigene Absicherung sind.
Die Anwesenden erfuhren Inhalte, grundlegende Unterschiede und Gestaltungsmöglichkeiten der drei Vorsorge- und Verfügungsarten: Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsvollmacht.  Die Patientenverfügung regelt insbesondere alle wichtigen gesundheitsbezogenen Behandlungs- und Versorgungswünsche einer Person. Dagegen stellt die Vorsorgevollmacht ein Regelungswerk dar, das den Vollmachtempfängern ermöglicht, über verschiedene Fragen in unterschiedlichen Lebensbereichen zu entscheiden. besonders betrifft dies beispielhaft die Entscheidung zum Aufenthaltsort, gerade bei expliziten Wünschen, nur in den eigenen vier Wänden gepflegt werden zu wollen. Diese Form kann auch als sogenannte Generalvollmacht von Vollmachtgebern ausgestellt werden. Mit der Betreuungsverfügung haben die Ausstellenden die Möglichkeit, frühzeitig festzuhalten, wer im Falle der fehlenden Entscheidungsfähigkeit vom zuständigen Betreuungsgericht als gerichtliche Betreuungsperson eingesetzt werden soll. Der Vorteil hier: Das Gericht wählt niemanden in seinem Ermessen, sondern berücksichtigt den Wunsch der verfügenden Person.

Zur Vertiefung dieser vereinfachten Darstellung bietet der Landesverband das von der Referentin bereitgestellte Skript zum Download unter LINK an. Wenn Sie uns eine E-Mail schicken, können Sie auch die ausführlichen Präsentationsfolien erhalten. Dazu schreiben Sie bitte eine kurze E-Mail an andre.neutag [at] dgm.org ...

Die im Medizinrecht erfahrene Juristin legt allen Menschen nah, sich frühzeitig mit der eigenen Zukunft im Sinne einer Auseinandersetzung zu eigenen Wünschen und Vorstellung von Pflege, Versorgung und Behandlung auseinanderzusetzen. Die Instrumente, die hier benannt sind, ermöglichen es Ihren Angehörigen aber auch Ihren behandelnden Ärzten eine leichtere Entscheidungsfindung, um mit Ihnen so umgehen zu können, wie Sie es heute für richtig empfinden.

Auf unserer Landesverbands-Internetseite werden wir zudem auf zwei Broschüren zur Patientenverfügung sowie zum Betreuungsrecht mit zahlreichen Information und Formular-Mustern verweisen, die zum Download bereitstehen.

Nach diesem informativen Fachteil durfte eine ausgedehnte Mittagspause nicht fehlen. Bei intensiven Gesprächen gab es zahlreich selbst gemachte Salate mit anderen Leckereien, um so in die Mitgliederversammlung einsteigen können.
Die Landesverbandsvorsitzende, Beate Cwiertnia, stellte die Rechenschaftsberichte ab dem zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres 2017 und den für die erste Jahreshälfte 2018 vor. So gab es auch in diesem Berichtszeitraum leider erneut Todesfälle zu vermelden, darunter die Leiterin der Kontaktgruppe Mansfeld/Südharz, Frau Helga Latzel. Positiv konnte auf die Weiterbildung der Neurologen am Universitätszentrum Halle (Saale) zurück geblickt werden. Auch hier präsentierte sich der Landesverband erfolgreich. Ein besonderes Highlight gab es aus den Reihen der hiesigen Selbsthilfegruppen zu berichten: Im Januar 2018  - wir berichteten bereits hierüber - wurde die Leiterin des Muskel-Treffs-Altmark, Frau Birgit Timmer, zum Ehrenamtsempfang des Bundespräsidenten im Jagdhotel in Letzlingen eingeladen. Dem vorangegangen ist die Beteiligung an einer Benefizaktion der lokalen Presse, nach der eine Spendensumme von fast 6000 Euro der Gruppe überreicht werden konnte. Dieses Geld soll nun in einen bevorstehenden Informationstag fließen. Hierfür bedanken wir uns bei Frau Timmer und freuen uns auf weitere erfreuliche Meldungen.

Nach der sich anschließenden Verlesung des Kassenberichts und der einstimmig beschlossenen Entlastung des Vorstandes, bedankte sich die Vorsitzende bei ihren zwei Vorstandsmitarbeitern, Frau Dr. Muschke und Herrn André Neutag, für deren gutes Wirken zum Wohle des Landesverbandes. Damit endete nicht nur die Legislatur des alten Vorstandes, sondern auch Herr Neutag schilderte seinen Weg in den Landesvorstand Sachsen, dem er bereits seit April 2018 angehört.
Es erfolgte dann die satzungsgemäße Neuwahl des Landesvorstandes, der Delegierten sowie der Kassenprüfer. Bereits im Vorfeld beteiligten sich Mitglieder, die nicht am Treffen teilnehmen konnten, per Briefwahl. Nach Auszählung aller Stimmen wurden als neue Vorstandsmitglieder einstimmig Frau Cwiertnia und Frau Dr. Muschke gewählt. Als Delegierte für den Landesverband wurden ebenfalls Frau Cwiertnia und Herr Otto gewählt. Als Kassenprüferinnen wurden Frau Otto und Frau Timmer gewählt.

Frau Kohnen, die als Vertreterin des Bundesvorstandes gekommen war, gab einen Überblick über Neuigkeiten auf Bundesebene.
Herr Neutag regte abschließend den neuen Landesvorstand an, dem Klinikum in Dessau-Roßlau bei der bevorstehenden Gründung bzw. Zulassung eines dritten sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) zur Seite zu stehen. In seiner Tätigkeit als Jugendbeauftragter hatte er zu dem dort wirkenden Chefarzt der Kinderklinik Kontakt aufgebaut. Vorteilhaft wäre es für viele Kinder und Jugendliche, da auf ein SPZ ca. eine Million Einwohner kommen. Bislang gibt es im Land, das etwa drei Millionen Einwohner hat, leider nur zwei Zentren in Magdeburg und in Halle (Saale).

Nach der Mitgliederversammlung fanden sich alle Teilnehmenden zu einer gemütlichen Runde bei selbst gebackenem Kuchen und Kaffee zusammen und konnten sowohl die Erfahrungen als auch bevorstehende Herausforderungen besprechen. Geschlossen wurde die Veranstaltung mit einem gemeinsamen Gruppenbild.

An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich bei der Referentin, Frau Dr. jur. Carina Dorneck. Weiterhin bedanken wir uns beim AWO-Seniorenzentrum für die angenehmen Räumlichkeiten. Ebenfalls sagen wir DANKE an alle, die bei der Vorbereitung und Durchführung der Versammlung mitgewirkt haben. Dem neuen Landesvorstand darf viel Erfolg und Durchhaltevermögen gewünscht werden.

Für den Landesvorstand
André Neutag
(Schriftführer & Jugendbeauftragter)