12.01.2020 | Wissenschaft & Forschung

6. Hallenser Fortbildungskurs Muskelerkrankungen stark nachgefragt

Bundesweites Interesse der Ärzte am Update zur Diagnostik und Therapie von Muskelerkrankungen am 13./14.12.2019 im Universitätsklinikum Halle (Saale)

6. Hallenser Fortbildungskurs war ein voller Erfolg
6. Hallenser Fortbildungskurs mit Herrn Dr. Emmer

Mehr als 70 Ärzte aus dem gesamten Bundesgebiet ließen sich am 13. und 14.12.2019 in Halle (Saale) auf den neuesten Stand der Diagnostik und Therapiemöglichkeiten von Muskelerkrankungen bringen. Der von Prof. Stephan Zierz, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum Halle (Saale), 2007 ins Leben gerufene Fortbildungskurs erfreut sich wachsender Beliebtheit. Dr. Alexander Emmer, leitender Oberarzt an der Universitätsklinik und Poliklinik für Neurologie, übernahm die Leitung des Kurses für den kurzfristig verhinderten Prof. Zierz und sagte: „Es ist überwältigend, wie gut der Kurs angenommen wurde und wie konstruktiv sich die Teilnehmer in die Diskussion mit den Referenten und in den Workshops eingebracht haben. Das Konzept, die Workshops zu staffeln, um den Ärzten die Teilnahme an bis zu drei Workshops zu ermöglichen, scheint aufgegangen zu sein. Ich freue mich über den Erfolg und danke allen Beteiligten.“

Der Fortbildungskurs deckte das gesamte Spektrum der Muskelerkrankungen ab. Neben der Diagnostik und Klassifikation von Myopathien wurde rege über neue Therapiemöglichkeiten und Forschungsansätze diskutiert. Besonders die Therapieverfahren zur Behandlung der spinalen Muskelatrophie (SMA), metabolischer Myopathien und der Amyotrophen Lateralsklerose standen im Fokus. Zwischen den anwesenden Referenten aus Halle und den anderen Einrichtungen entwickelte sich ein konstruktiver Austausch zum wissenschaftlichen Ausblick bei neuen Therapiemaßnahmen. Dabei wurde die exzellente Ausbildung unter Prof. Zierz sichtbar. Viele der Referenten haben ihre wissenschaftliche Laufbahn in Halle begonnen, sind inzwischen in leitenden Funktionen an anderen Kliniken tätig und bringen dort ihr Wissen über neuromuskuläre Erkrankungen ein.

Das Grußwort im Auftrag des DGM-Landesvorstandes Sachsen-Anhalt wurde, wie in den letzten Jahren von Frau Birgit Timmer gehalten. Als externe Referenten konnten Dr. Torsten Kraya (Klinikum St. Georg Leipzig), Prof. Malte Kornhuber (Helios Klinik Sangerhausen), Prof. Marcus Deschauer (TU München), Dr. Anne-Katrin Güttsches (Ruhr-Universität Bochum), PD Dr. Anne-Dorte Sperfeld (Sächsisches Krankenhaus Altscherbitz), PD Dr. Berit Jordan (Universitätsklinikum Heidelberg), Dr. Ilka Schneider (Klinikum St. Georg Leipzig) und Dr. Thomas Schelle (Städtisches Klinikum Dessau) gewonnen werden. Dr. Dieter Gläser (Genetikum Neu-Ulm) präsentierte eine Fortsetzung seines Vortrages über das umfassende Gebiet der molekulargenetischen Diagnostik. In den Workshops konnten sich die Teilnehmer in den Gebieten Elektrophysiologie, Histologie, klinische Untersuchung sowie Sonographie und MRT-Diagnostik erproben. Praktische Hinweise dazu gab es von den erfahrenen Mitarbeitern des Universitätsklinikums Halle (Saale) und den externen Referenten. Der Histologie-Kurs wurde zusätzlich von Prof. Gisela Stoltenburg-Didinger (Halle/Saale und Berlin) begleitet.

Vom beeindruckenden Erfolg der Veranstaltung war auch Birgit Timmer (DGM Sachsen-Anhalt) überzeugt. Sie sagte: „Nach den Gesprächen mit den teilnehmenden Ärzten habe ich den Eindruck, dass der in Halle (Saale) etablierte Fortbildungskurs inzwischen zu einer festen Institution für Ärzte geworden ist. Hoffentlich gibt das Universitätsklinikum Halle (Saale) sein Alleinstellungsmerkmal - den auf neuromuskuläre Erkrankungen ausgerichteten Lehrstuhl - nicht auf, wenn Prof. Zierz Ende nächsten Jahres in den Ruhestand geht. Dies wäre ein herber Verlust für die Forschung auf dem Gebiet der neuromuskulären Erkrankungen und die Versorgung von uns betroffenen Patienten nicht nur in Sachsen-Anhalt. Die herausragende Stellung des Neuromuskulären Zentrums in Halle (Saale), das über eines der wenigen Muskellabore im Bundesgebiet verfügt, und die kooperative Zusammenarbeit mit der DGM darf nicht gefährdet werden.“

Dr. med. Alexander Emmer
Facharzt für Neurologie
Ltd. Oberarzt | Klinik und Poliklinik für Neurologie
Universitätsklinikum Halle (Saale)

Birgit Timmer
DGM-Landesverband Sachsen-Anhalt
Kontaktperson und Ansprechpartnerin für die Neuromuskulären Zentren Halle und Magdeburg