15.10.2018 | Berichte

4. ALS-Gesprächskreistreffen in Magdeburg

Am 22. September 2018 trafen wir uns, mit den inzwischen untereinander vertraut geworden ALS-Gesprächskreisteilnehmenden, in den Seminarräumen des Sanitätshauses Strehlow in Magdeburg.

Nach der Begrüßung von Herrn Uwe Strehlow, Geschäftsführer, Herrn Holger Bluhm des Sanitätshauses Strehlow, nutze ich die Einführungsphase dazu, um über die Diagnosegruppe ALS und deren Arbeit zu informieren, sowie die Bedeutung der regionalen Strukturen der Landesverbände in der DGM näher zu bringen, die ihre Beratung durch die Strukturen der regional möglichen medizinische Versorgung, Pflege-,Therapie- und Hilfsmittelversorgung unabdingbar machen.

Anschließend nahm sich Prof. Dr. Stefan Vielhaber der neurologischen Universitätsklinik Magdeburg Zeit, um über Grundlegendes und Forschung bei ALS zu sprechen. Sein gut verständlicher Vortrag machte den Anwesenden deutlich, wie wichtig das Verständnis um die ALS ist, um entsprechende Therapien besprechen zu können. Dafür gibt die Sprechstunde im Universitätsklinikum Raum. In  den sich anschließenden Fragen zeigte sich, wie groß das Interesse an Wissen, der zur Zeit verfügbaren Medikamente, Therapien, Ernährungsunterstützung bei Schluckbeschwerden, Sekret- und Hustenmanagement sowie Möglichkeiten der Beatmungstherapie ist. Im Anschluss beantwortete er alle aufgetretenden Fragen ausführlich und hat so wesentlich zur guten Atmosphäre beigetragen.

Der zweite Vortrag wurde durch die Pflegedienstleitung, Herrn Phillip Schulz, und die kaufmännische Leitung, Frau Katja Scholz, der mobilen Krankenpflege Magdeburg GmbH vorgetragenen. Sie gaben Einblick in die häusliche Intensivpflege, ob zu Hause oder in einer Wohngemeinschaft und sprachen über das neue Pflegesystem, welches seit 2017 maßgeblich ist.
Der Pflegedienst betreut mit einem optimalen Pflegeschlüssel (1:1) in der Häuslichkeit. Die Leistung enthält alle intensivmedizinischen und pflegerischen Leistungen. Eine Überleitung aus der Wohngemeinschaft des Pflegeservices in die Häuslichkeit soll ermöglicht werden, um die Lebensqualität Betroffener zu verbessen. Das Team steht nicht nur in der Beratung der Intensivmedizin zur Verfügung, auf Wunsch wird der Kontakt der Betroffenen, möglichst immer in enger Abstimmung mit den Angehörigen zur Palliativmedizin hergestellt.

Die anschließende Gesprächsrunde zu dem Vorgetragenen machte deutlich, wie wichtig der gegenseitige Erfahrungsaustausch Betroffener und ihrer Angehörigen untereinander und ein gutes Netzwerk aus Medizin, Pflege-, Therapie- und Hilfsmittelversorgung aus dem Blickwinkel der individuellen Lebensqualität sind.
Den Abschluss bildete ein Workshop, in dem Hilfsmittel, wie E-Rollis mit verschiedenen Steuerungsarten, Treppensteiggeräte und Kommunikationshilfen, präsentiert wurden. Die Hilfsmittel konnten und wurden in der Praxis von den Anwesenden ausprobiert.

Ohne die Unterstützung des Sanitätshaus Strehlow, den Helfenden, Aktiven, Anwesenden und dem Engagement der Vortragenden wäre dieser interessante und persönliche Austausch der Teilnehmenden nicht möglich gewesen. Dafür möchte ich bei allen recht herzlich bedanken.

Für den Landesverband Sachsen-Anhalt
Tatjana Reitzig