20.09.2015 | Berichte

Selbsthilfegruppe für Muskelkranke und ihre Angehörigen in Neuss

Auch im Jahr 2015 traf sich die Selbsthilfegruppe für Muskelkranke und ihre Angehörigen in Neuss regelmäßig, um sich gegenseitig zu unterstützen und auf diesem Weg den Gedankenaustausch zu fördern. Neue Teilnehmer sind dazu gestoßen und auch geblieben, was uns natürlich ganz besonders freut. Leider hatten wir auch den Tod von unserem langjährigen Mitglied Manfred Monreal zu betrauern. Wir vermissen ihn sehr, denn er hat uns mit seiner frohen Art oft sehr aufgeheitert.

Besonders hervorheben möchte ich drei Veranstaltungen:

Im Juli stellte uns Frau Jäger, die Geschäftsführerin der Firma Closomat, das Dusch-WC  - ein außerordentlich nützliches Hilfsmittel  - vor. Durch einen sehr interessanten Vortrag erläuterte  Frau Jäger, wie das Closomat Dusch-WC den selbständigen Toilettengang für Muskelkranke, die keine Kraft in den Armen haben, ermöglicht.  So können wir mehr Selbständigkeit auf der Toilette und somit mehr Lebensqualität erlangen.  

Das Highlight war unser gemeinsamer Ausflug zum Schloss Dyck in Jüchen im August. Es ist eines der bedeutendsten Wasserschlösser des Rheinlandes. Auch heute haben der über 200 Jahre alte Park und die barocke Anlage nichts von ihrer Ausstrahlung verloren.  Das haben wir bei  der Führung durch die Schlossanlage unter dem Motto „Häuser, Höfe, Herrlichkeit“ festgestellt.  Wir erfuhren etwas über die historischen, architektonischen und gartenkünstlerischen Zusammenhänge sowie  über die Bedeutung einzelner Persönlichkeiten in Schloss Dyck. Wir bestaunten die kostbaren Tapeten, Deckengemälde und den Kaminschmuck. Nach dem Rundgang, der vollkommen barrierefrei  ist,  hatten wir noch genügend Zeit für einen Spaziergang bei herrlichem Sonnenschein durch den Park und bestaunten den alten Baumbestand und die Mustergärten. Zum Abschluss trafen wir uns in dem schön eingerichteten Restaurant „Botanica“, um mit einem guten Essen wieder zu Kräften zu kommen und in der gemütlichen Runde den Tag ausklingen zu lassen.

 

Im September hatten wir Herrn Norbert Kamps aus Xanten zu Gast. Er hat sich als Ingenieur für Medizinisch-Physikalische Technik auf die Versorgung mit Hilfsmitteln und Medizintechnik spezialisiert und ist Referent für Hilfsmittelversorgung beim Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen. Er informierte uns ausführlich über die einzelnen Schritte hin zum richtigen Hilfsmittel, zeigte Finanzierungsmöglichkeiten auf und beantwortete alle wichtigen Fragen rund um die Hilfsmittelversorgung. Vor allem machte er uns Mut, nicht alle Bescheide bzw. Ablehnungen der Kostenträger einfach hinzunehmen, sondern durch den Widerspruch unsere Ansprüche durchzusetzen.

Es ist schon Tradition, unseren Jahresabschluss Anfang Dezember mit einem gemeinsamen Gänseessen zu feiern. Innerhalb der Gruppe haben sich längst Freundschaften gebildet. Zitat einer Teilnehmerin: „Die Gruppe ist für mich ein Stück Heimat geworden.“ In diesem Sinne soll es auch im kommenden Jahr weitergehen.

Herzliche Grüße,

Ingrid Künster

Leiterin der Selbsthilfegruppe Neuss