23.08.2021 | In eigener Sache

LGMD-Forschung am Bergmannsheil Bochum

Ein beeindruckendes Erlebnis:

Vor einiger Zeit brachten wir auf der DGM-Homepage und in der Facebook-Gruppe den Aufruf zur Teilnahme an einer MRT-Studie zur Calpainopathie am Bergmannsheil Bochum. Die Resonanz war überwältigend. Herzlichen Dank für die wertvolle Unterstützung!

Sehr gerne habe ich am 23. August am Symposium für Freunde und Förderer der „heimer stiftung“ teilgenommen. Ich bekam einen eindrucksvollen Überblick über die Arbeit des Heimer Instituts für Muskelforschung am Bergmannsheil. Ziel der Forschung, die von der „heimer stiftung“ mitfinanziert wird, sind Therapien mit Schwerpunkt LGMD und Analysen zur Entstehung von Protein-Aggregaten im Muskel von Patienten. Daran arbeitet ein hochmotiviertes Team aus den Bereichen Medizin und Naturwissenschaften, darunter eine ganze Reihe Doktorandinnen und Studierende unter der Leitung von Professor Vorgerd und Frau Dr. Güttsches. Dass sich junge Menschen bereits in ihrer Ausbildung für Muskelforschung interessieren fand ich besonders ermutigend.

Erstaunt hat mich auch die Bandbreite der Projekte. Sie umfasst die Entwicklung von Zelllinien, an denen Therapien untersucht werden. Dafür werden sogar Hautzellen in Muskelzellen verwandelt. Die Zellen werden „unsterblich“ gemacht, damit länger damit gearbeitet werden kann. Einbezogen sind auch Virologen der Universität Witten-Herdecke. Sie untersuchen, welche für den Menschen harmlose Viren am besten als Vektor geeignet sind, um ein intaktes Gen oder Teile davon in Muskelzellen zu bringen, ohne dabei andere Organe zu infizieren (z.B. Leber, Herz). Parallel dazu sollen im September 2021 Therapieversuche an Mäusen beginnen. Die MRT-Studie mit einem hochspezialisierten Gerät dient dazu, den natürlichen Verlauf der Calpainopathie zu erfassen und die Wirksamkeit einer späteren Gentherapie bei Patientinnen und Patienten objektiv messen zu können.

Im Anschluss an die 12 Vorträge konnten wir das Labor mit den dort vorhandenen Messinstrumenten besichtigen. Die jungen Forscherinnen zeigten uns u.a. kontrahierende Muskelzellen, die mit elektrischen Impulsen stimuliert wurden.  Auch die hochmoderne Käfiganlage haben wir besichtigt. Sie erlaubt es, das Bewegungsverhalten der Mäuse genau zu analysieren.

Hocherfreut über die Kompetenz, Ernsthaftigkeit und Gründlichkeit dieses Forschungsteams und seiner Arbeit fuhr ich nach Hause: auch wenn es noch dauern wird – die Sache ist auf einem guten Weg.

Sabine Lieson