18.11.2016 | Berichte

Krimi einmal anders

An einem regnerischen, dunklen Novembertag begaben sich die Hobby-Detektive Hatzinger und Neugebauer zur Recherche an den Tatort Bonn.
Dort wird im „Zentrum für Seltene Erkrankungen Bonn“, kurz ZSEB, seit nunmehr 5 Jahren in eigener Sache ermittelt. 

Dies nahm der Leiter des Zentrums, Prof. Dr. Thomas Klockgether zum Anlass, zu einer besonderen Jubiläumsveranstaltung in das Biomedizinische Zentrum zu laden.

Moderiert von Gefängnisarzt und Darsteller des Pathologen im Kölner Tatort Joe Bausch, begab man sich auf Ermittlungstour.

Hatzinger und Neugebauer vom Tatort DGM, beide selbst seit vielen Jahren in Sachen HMSN auf Spurensuche, ist die Materie durchaus vertraut.

In Deutschland treten zwischen 7.00 bis 8.000 verschiedene seltene Erkrankungen auf und für die Betroffenen ist es oft ein langes medizinisches „Ermittlungsverfahren“ bis endlich eine Diagnose feststeht.

Daher war das Motto der Veranstaltung „Tatort ZSEB-5 Jahre Untersuchungs(haft)“ mehr als treffend gewählt.

Um die Versorgung von Menschen mit seltenen Erkrankungen sicher zu stellen, gibt es inzwischen viele Wegbegleiter, wie das Nationale Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen  Erkrankungen (NAMSE), die ACHSE (Allianz chronisch seltener Erkrankungen) und viele Forschungszentren an den Unikliniken im ganzen Land.

Nach den einleitenden Worten des Zentrumleiters, berichteten die Professoren Dr. Wolfgang Holzgreve und Dr. Nicolas Wernert von der Arbeit des Instituts.

Der „Tatort“ Berlin wurde von Frau Prof. Dr. Annette Grüters-Kieslich aus Charité und Bundestag vertreten.

Sie engagiert sich zudem seit Jahren in der ACHSE und berichtete spannend von den laufenden Ermittlungen in der Hauptstadt.

Neue Technologien und Innovationen bei der Diagnostik wurden von Prof. Dr. Markus Nöthen vorgestellt, bevor im anschließenden Verhör auch die „Opfer“ zu Wort kamen.

Die Podiumsdiskussion machte noch einmal deutlich, wie wichtig die Arbeit für die betroffenen Patienten ist.

Oft geht der Lösung des „Falls“ ein langer Leidensweg voraus.

Ist der „Täter“ dann endlich gestellt, enden oft lange Jahre der Ungewissheit und es kann gezielt mit der Therapie begonnen werden.

Für Forschung und Wissenschaft stellt dies eine große Herausforderung dar.

Nach einem gemeinsamen Imbiss begaben sich die die einzelnen Kommissare wieder in ihre Heimatdienststellen, hochmotiviert, auch künftig bundesweit  in Sachen Seltene Erkrankungen zu ermitteln.

Jeanette Neugebauer