02.04.2014 | In eigener Sache

Gesprächskreis "Düren und Umgebung"

Besuch von der Kontaktstellen-Koordinatorin vom "Paritätischen"

Am 2. April 2014 trafen wir uns wieder einmal, diesmal mit 14 Personen, zum Erfahrungsaustausch im Dürener Thomas-Morus-Haus. Zu Gast war diesmal die Kontaktstellenkoordinatorin vom paritätischen Wohlfahrtsverband, Frau Viehöver-Braun. Sie gab uns einen kurzen Einblick über ihre Tätigkeit im Stadt- und Kreisgebiet. Weiterhin gab sie uns einige Tipps, wie eine Selbsthilfegruppe oder ein Gesprächskreis gut funktioniert. Zwei  wichtige Regeln sind: „Wenn einer redet, hören die Anderen zu“  und „Alles was in der Gruppe besprochen wird, bleibt in der Gruppe und wird nicht nach außen getragen“.

Im Anschluss daran berichtete jeder Teilnehmer über seine persönlichen Schwierigkeiten, Nöte sowie Grenzen im täglichen Alltag. So ist das Studium für den Einen nahezu unmöglich, weil die Vorlesungsräume nicht barrierefrei sind und die Vorlesungen über den ganzen Ort verteilt sind. Andere wiederrum sind resigniert, weil die Muskelkraft immer weniger wird und immer mehr Hilfe in Anspruch genommen werden muss. Es ist oft sehr schwer anzunehmen, dass es keine Heilungschancen gibt und man sich mit der Situation arrangieren muss, ob man will oder nicht. Das wichtigste ist, dass die Lebensqualität so weit wie möglich erhalten bleibt. So erzählte eine Teilnehmerin, dass sie jetzt in die Stadt gezogen ist und dadurch wieder mehr am Leben teilnimmt, weil alles zentraler liegt und somit alles gut zu erreichen ist. Weiterhin wurde ein Badewannenlifter angeschafft, der eine erhebliche Erleichterung herbeiführte. Auf der anderen Seite ist es aber auch sehr schwierig, wenn Betroffene nicht bereit sind, Hilfsmittel wie z. B. einen Rollstuhl, anzunehmen.

Es braucht alles seine Zeit, Veränderungen annehmen zu können. Und grade deswegen ist der Austausch unter Bertoffenen so wichtig!! Ein weiterer positiver Bericht war eine - nach Widerspruchsverfahren - durchgeführte stationäre Rehabilitationsmaßnahme. In der Reha konnten Kraftreserven aufgefüllt werden und Schmerzen gelindert oder sogar durch bestimmte Therapien beseitigt werden. Ich bin davon überzeugt, dass untereinander viele, wertvolle Impulse ausgetauscht werden konnten. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass wir alle die nötige Kraft haben, das Gehörte auch umzusetzen. Als Rückmeldung schrieb Frau Viehöver-Braun mir am nächsten Tag, dass der Besuch bei uns für sie eine Bereicherung war. Ich freue mich sehr darüber.

Zum Schluss möchte ich noch etwas von  Johann Wolfgang von Goethe zitieren: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein“. Dieses Faust-Zitat wird heute gern gebraucht um zu kommunizieren, dass man sich in der gegebenen Gesellschaft oder Situation rundum akzeptiert oder einfach nur wohl fühlt. Ich denke dieses Zitat kann ich auch auf unseren Gesprächskreis anwenden!

Ich freue mich auf unser nächstes Treffen am 3. Juli 2014 im Thomas-Morus-Haus in Düren. Alle Informationen dazu finden Sie in der Rubrik „Termine“. Sie sind herzlich eingeladen!

Viele Grüße,

Birgit Kalwitz
Gesprächskreisleiterin