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24.05.2015 | Veranstaltungen

Familienfreizeit der DGM am Himmelfahrtswochenende 2015 in NRW

Ein Bericht von unserem Mitglied Kathrin Mantke, selbst Teilnehmerin

„Wenn Engel reisen, dann lacht der Himmel“ heißt es so schön in einer bekannten Redensart. Da waren also viele große und kleine Engel unterwegs, um am Nachmittag des 14. Mai diesen Jahres in der schönen Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens, in Düsseldorf, anzureisen.
Ein sechsköpfiges Betreuungsteam für die Kinder sowie Franz Stefan und Gudrun Reeskau von der Bundesgeschäftsstelle der DGM erwarteten uns. Uns – das waren insgesamt 10 Familien mit 19 Kindern zwischen 4 und 16 Jahren, die von der ersten Minute an in den jungen Händen motivierter, fröhlicher und phantasievoller Betreuerinnen und Betreuer bestens aufgehoben waren, so dass wir Eltern die wenigen und unkomplizierten Formalitäten der Jugendherberge erledigen und die wunderbaren Zimmer beziehen konnten.

An dieser Stelle möchte ich mich dann auch direkt im Namen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei zwei Stellen bedanken: zum einen bei der super tollen Jugendherberge, die es so vielen Menschen mit Behinderungen möglich macht, in einer barrierefreien Umgebung eine schöne Zeit zu verbringen. Außerdem war das Essen, da waren sich Groß und Klein einig, einfach toll und entsprach absolut einem guten Mittelklassehotel. Keiner hatte nur ansatzweise damit gerechnet, dass mittags und abends neben einem Salatbüffet auch immer warm gekocht wurde und mindestens drei Desserts zur Auswahl standen! Neben dem netten Personal rundete eine 24-Stunden-Bar (ja, auch mit Cocktails!) unsere Abende ab. Allen dort ein herzliches Dankeschön!

Des Weiteren gilt ein riesengroßer Dank der Sparkasse Bielefeld – diese hat mit einer großzügigen Spende von 4.500,-Euro einen entscheidenden Anteil daran, dass diese Freizeit im DGM Jubiläumsjahr verwirklicht werden konnte. Wir Familien sagen Ihnen aus tiefstem Herzen für diese große und gute Tat: Dankeschön!
Doch wie ging es nun in Düsseldorf weiter? Während die Familien nach und nach ankamen, verweilten die ersten Eltern auf dem schönen Hof und lernten sich kennen – oder empfingen sich mit großer Wiedersehensfreude, denn für manche „alten Hasen“ war diese Freizeit nicht die erste.
Meine Familie und ich betraten Neuland. Wenn ich auch Freizeiten aus meiner Kinder- und Jugendzeit kannte, war es nun doch etwas anderes, sich mit der (zugegeben insgesamt etwas skeptischen Familie) auf dieses Abenteuer einzulassen. Die Skepsis verflog aber sehr schnell, denn die Stimmung war herzlich und fröhlich, wir fühlten uns zu Recht alle sehr schnell sehr wohl miteinander. Wir freuten uns besonders über das angenehm warme und sonnige Wetter, das Petrus der diesjährigen Familienfreizeit der DGM bescherte, waren aber auch voller aufgeregter Vorfreude auf das viele Nass, das uns in den folgenden Tagen noch erwarten würde. Ja, diese Aussage mag Sie als Leserin oder Leser vielleicht überraschen, doch dieses „Nass“, soviel kann ich an dieser Stelle schon verraten, kam nicht von oben. Doch dazu später mehr.

Nach dem Abendessen versammelten wir uns dann in dem eigens für uns für das gesamte Wochenende reservierten Tagungszimmer, um uns näher kennenzulernen. Jede Familie füllte eine Art Steckbrief aus und gab beispielsweise preis, wie hoch ihr zusammengerechnetes Alter ist, wo bevorzugte Urlaubsziele liegen oder wie für sie ein perfektes Wochenende aussieht. Das Kennenlernen ging so in eine weitere Runde und erheiterte alle ob der zum Teil sehr phantasievollen Antworten. Der Abend klang bei gemütlichem Beisammensein im Barbereich unserer Herberge aus. Jeden auch der folgenden Abende verbrachten wir dort bei leckeren Getränken und Knabbereien, fröhlichen Gesprächen und dem beliebten Tischkicker.
Freitagvormittag wurde es nun spannend, denn das Motto der Freizeit, bisher habe ich es Ihnen ja vorenthalten, war „Schnuppertauchen“. In Zusammenarbeit mit dem Förderverein des Behindertentauchens Deutschland, kam eine kleine Abordnung der insgesamt fast 20köpfigen Tauchlehrergruppe „IDDA“ zum Tauch-Einführungsgespräch. Die sofort sympathische und zum Teil selbst körperbehinderte Crew stellte sich und ihren Verein vor und erklärte, dass das Tauchen bei nahezu jeder körperlichen Behinderung möglich ist, denn durch die Schwerelosigkeit ist Tauchen wie „Fliegen unter Wasser" - eine Stunde Tauchen täte dem Körper so gut, erzählte „Rolli-Rolf“, wie drei Stunden Physiotherapie.
Die Abkürzung IDDA steht für „International Disabled Diving Association“ – die IDDA ist ein Verband, der seinen Sitz in Duisburg und sich auf die Fahne geschrieben hat, das Tauchen für jeden möglich zu machen. Ihr Motto: „Wir reden nicht über Inklusion, wir machen sie einfach!“
Da es trotz der großen Zahl allen Kindern ermöglicht werden sollte, das Tauchen zu probieren, wurden zwei Gruppen gebildet, wobei die erste Gruppe der Familien direkt im Anschluss an diese Einführungsrunde in ihren PKW und der Crew ins „Schwimmbad am Toeppersee“ nach Duisburg fuhr.

Die Daheimgebliebenen wiederum widmeten sich thematischen Gesprächseinheiten und bekamen z.B. von Herrn Stefan einen Vortrag zum Thema „Pubertät – die Kunst, einen Kaktus zu umarmen“ oder von Frau Reeskau eine Übersicht über Anbieter und Möglichkeiten zum barrierefreien verreisen. Früher oder später müssen sich alle Eltern diesen und ähnlichen Herausforderungen stellen, Behinderung hin oder her, und so wurden es mit den vielen verschiedenen Erfahrungen der Anwesenden immer sehr informative, konstruktive und teilweise auch recht emotionale Gespräche.

Den Familien stand neben den Gesprächsrunden auch Zeit zur freien Verfügung, die bei dem immer noch herrlichen Wetter von vielen genutzt wurde, um am Rhein zu flanieren oder durch die Altstadt Düsseldorfs zu bummeln.
Am Freitagabend konnten wir es dann kaum erwarten, unsere erste Tauchgruppe zu empfangen. Was sie wohl zu erzählen hatten? Doch sprachen allein schon diese glücklichen Gesichter eigentlich für sich: es schien herrlich gewesen zu sein! Ein Erlebnis, das kaum zu beschreiben war und besonders die Eltern waren begeistert, mit welcher Hingabe sich die Tauchlehrerinnen und – lehrer um jedes einzelne Kind bemüht haben. Trotz der vielen Kinder, Rollis, Kisten, Taucherflossen, Neoprenanzüge und anderem Zubehör, herrschte Ruhe und eine entspannte Atmosphäre, die sich auch auf die nervösesten Kinder übertrug.

Die Kinder und Eltern der zweiten Gruppe, die am Samstag dann zum Schnuppertauchen fuhren, erzählten es ebenso und strahlten, wie die Gruppe am Vortag, mit der Sonne um die Wette. Das IDDA-Team hatte Großartiges geleistet. Doch es war ja nicht nur das Tauchen. Nein, alle gemeinsam verbrachten wir bei Gegrilltem und Salaten auch noch einen schönen Nachmittag im Clubraum der IDDA. Die Kinder bekamen nicht nur eine tolle Erinnerungsurkunde, ein Armband und ein Tauchmagazin, sondern jede Menge Applaus, den sie redlich verdient hatten. Das zum gemeinsamen Gruppenfoto dann doch noch etwas Regen viel, tat der Stimmung keinen Abbruch.
Leider mussten dann schon wieder Koffer gepackt werden, denn Sonntag war die schöne Freizeit wieder zu Ende. Wir haben alle sehr viel mitgenommen. Ideen, Anregungen, rein praktische Informationen – aber auch Emotionales. Hoffnung, Mut und Kraft, die individuellen Situationen zu meistern.

Bei der nächsten Freizeit sind hoffentlich alle wieder dabei, wenn wir Engel wieder reisen.

Kathrin Mantke