17.05.2013 | Berichte

DGM-Vertreter zu Gast bei Prof. Zerres in der Universität Aachen

Vorlesung "Humangenetik" am 17. Mai 2013

Man kann schon fast sagen „Alle Jahre wieder…“ im Frühling kam die Einladung vom Humangenetischen Institut der Uniklinik Aachen. Gerne folgten wir der Einladung des Institutes, als Patienten zu Gast in der Vorlesung von Prof. Zerres zum Thema Humangenetik zu sein. Seit Jahren ist es eine schöne Tradition, so finde ich, Patienten mit in die Vorlesung zu nehmen, um die Medizinstudenten aus dem 2. Semester zum Staunen und zum Nachdenken zu bringen. Ingrid Künster folgt der Einladung nun schon seit 11 Jahren und ich nehme zum zweiten Mal daran teil.

Frau Dr. Miriam Elbracht holt uns am Eingang ab und bringt uns zum Vorlesungsraum. Trotz des Brückentages sind doch viele Studenten anwesend. Prof. Zerres führt das darauf zurück, dass die Studenten es sehr interessant finden, wenn die Vorlesungen durch Patienten aufgelockert werden. Nach einem kurzen Vorgespräch, wie es uns geht und wie seine Zukunftspläne aussehen, füllt sich langsam der Saal.
Prof. Zerres stellt uns viele Fragen: Wie ist es mit eine Muskelkrankheit zu leben? Wie gehen die Mitmenschen damit um? Welche Probleme gibt es im Alltag, mit Behörden oder Ärzten? Wie war es mit dem Kinderwunsch, der Schwangerschaft und der Geburt. Ich werde gefragt, ob ich Angst davor habe irgendwann, bei Fortschreiten meiner SMA meinen Joystick vom Rolli nicht mehr selbst betätigen zu können. Ingrid Künster wird gefragt, wie sie damit umgeht, dass ihre Diagnose noch nicht gesichert ist. Weiterhin erzählen wir, wie es ist, als Mutter behindert zu sein und mit den damit verbundenen Schwierigkeiten klar zu kommen. Wie ich bei dem Jugendamt Elternassistenz durchgesetzte. Ingrid Künster erzählt, dass sie derzeit mit ihrem keinen Sohn völlig auf sich selbst gestellt war, denn staatliche Unterstützungen gab es früher nicht.  

Zum Schluss geben wir den Medizinstudenten mit auf dem Weg, dass wir Ärzte brauchen, die sich mit uns auf ein Abenteuer einlassen und uns nicht als Papierpatient sehen, sondern als Herausforderung!  Dass sie uns bei Antragstellung bei den Kostenträgern unterstützen und nicht an ihre Budgetierung denken. Weiterhin wünschen wir uns, dass sie auch mal zugeben, wenn sie eine Muskelerkrankung nicht kennen und uns dann an den kompetenten Facharzt weiterleiten.

Der Applaus zeigt uns, dass es eine gelungen Veranstaltung war!

Birgit Kalwitz (Kontaktstelle Düren)