13.10.2021 | Veranstaltungen

Kontaktpersonen-Thementag am 14. August 2021

Thema: Autoumbau und Fahreignung

Der Kontaktpersonen-Thementag von Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden Württemberg und Saarland fand wie jedes Jahr im Dorint-Hotel in Wiesbaden statt.

Bei bestem Wetter und guter Laune trafen sich am Samstag den 14. August 2021 über 20 Kontaktpersonen aus den Landesverbänden (nachfolgend LV genannt) und erstmalig den Diagnosegruppen (nachfolgend DG genannt) zum Gespräch. Das Treffen wurde als Hybrid-Veranstaltung angekündigt und durch das mitgebrachte Equipment von Benjamin Bechtle (1. Vorsitzender des Landesverband Baden-Württemberg) ermöglicht. Hiermit möchten wir ihm und Felix Nentwich nochmals herzlichst danken. Mehrere Mitglieder konnten aus privaten oder gesundheitlichen Gründen nicht persönlich teilnehmen und haben die Möglichkeit der virtuellen Teilnahme genutzt.

Nach der Begrüßung durch Roland Mischke (1. Vorsitzender des LV-Hessen) wurde der Verlauf der Veranstaltung ausführlich besprochen und es konnte nach der Vorstellungsrunde unserer Teilnehmer mit dem aktuellen Thema der virtuellen/hybriden Sitzung gestartet werden. Die verschiedenen Landesverbände sowie Diagnosegruppen und Gesprächskreise finden derzeit nicht vollständig statt und viele nutzen z. B. Zoom als virtuelle Möglichkeit der Kontaktaufnahme. Dieses System wurde schon bei einigen Treffen (Delegiertenversammlung und Mitgliedertage der DGM, Muskelgesprächskreis Limburg-Weilburg, Kasseler Muskelstammtisch……..) genutzt. Wer hat da Erfahrung und kann über positives sowie negatives berichten!

Benötigt wird hier ein gute Rundumkamera sowie Mikrofon oder Mikrofone und evtl. ein Beamer oder Bildschirm bei größeren Treffen. Dieses Equipment ist durch eine Pauschalförderung der Krankenkassen finanzierbar und kann dort beantragt werden. Der Bundesverband stellt in Hohenroda das eigene Elektronikmaterial zur Verfügung. Viele LV oder DG haben derzeit noch nicht dieses Equipment zur Verfügung aber möchten sich gern Kamera, Mikrofon/e sowie weiteres Zubehör anschaffen und es auch an die Gesprächskreise verleihen. Benjamin Bechtle konnte uns ausführlich über das benötigte Material Auskunft, den Antrag sowie Preise und die Handhabung der Elektronik berichten. Einige LV, DG oder Gesprächskreise haben schon Lizenzen  von ZOOM und nutzen diese auch oder verwenden die des Bundesverbandes. Bei kleinen Gruppen ist meist der Einsatz von Bluetooth-Lautsprecher sowie einer kleinen Webcam mit Stativ ausreichend, die Kosten liegen hier bei ca. 300,- € je nach Ausführung. Großveranstaltungen sind nur mit dem entsprechenden Material ohne Probleme möglich. Eine 360°-Kamera mit Stativ und Fernbedienung sowie gute Lautsprecher mit Mischpult sind hier von Vorteil, ein Administrator der sich um die Technik kümmert ist da sehr wichtig. Die Kosten sind da schon im vierstelligen Bereich.

Teilnehmer die über keinen funktionierenden PC verfügen, haben z. B. die Möglichkeit der Teilnahme per Smartphone, die Einwahl per Zahlencode wird vorher an alle gesendet! Ältere oder nicht so technisch versierte können durch den Veranstalter Hilfe bekommen, es sollen Anleitungen geschrieben. Per Zugriff über TeamViewer/AnyDesk….. kann den Teilnehmern auch online geholfen werden.

Nach einer leckeren Mittagspause im Biergarten des Hotels konnte der zweite Teil unseres Treffens starten. Hierfür haben wir Herr Frank Sodermanns eingeladen, er hat eine Firma für behindertengerechte Umbauten von Fahrzeugen gegründet und führt diese schon seit 20 Jahren erfolgreich! Jeder erhält seine individuelle Anpassung nach der Einführung und Kontrolle von Möglichkeiten. Gesetze und Grundlagen müssen beachtet werden, nach einem medizinischen Gutachten sowie  einer Fahreignungsprüfung mit Erfolg steht der Bedarfsermittlung und Ausführung nichts mehr im Weg. Alles ist möglich laut Herr Sondermanns. Das Video einer querschnittsgelähmten die nach ca. 30 Jahren wieder am Steuer sitzt und jetzt auch allein die Mobilität genießt, hat die anwesenden Teilnehmer sehr erstaunt! Die Bedarfsermittlung-Kostenermittlung und Kostenübernahme sind erst Mal zu ermitteln. „Notwendig“, „Ausreichend“, „Zweckmäßigkeit“ und „Wirtschaftlichkeit“ sind nur einige der wichtigen Punkte welche uns Herr Sondermanns ausführlich erklärt hat. Ca. 187 Anwendungen sind bei ihm in der Firma immer verfügbar, jederzeit ist auch eine Probefahrt mit seinem verfügbaren Fuhrpark möglich. Ein eigener Verkehrsübungsplatz und geschulte Personen ermöglichen den Test und die Planung sowie Durchführung der Umbauten an den eigenen oder neuen Fahrzeugen. 10 Fahrschulfahrzeuge sind derzeit im Einsatz für die Fahreignungserprobung. Allein 7 Standorte in NRW sowie die 24-Std.-Hotline sorgen für möglichst schnelle und kompetente Hilfe im Notfall. Während des Umbaus kann auch eine Ferienwohnung oder Hotel in der Nähe genutzt werden. Von Anfang an kümmert sich die Firma Sondermanns um alles, vom Gutachten über die Eignungsprüfung zur Bedarfsermittlung, Planung, Kosten, Shuttle-Service und Unterbringung, alles aus einer Hand! Wichtig ist die Teilhabe am Arbeitsleben und die Mobilität dafür. Die Integration ins Arbeitsleben ist auch ein Thema. Zuschüsse oder Kostenübernahmen sind individuell zu beantragen. Deutsche-Rentenversicherung, Landes-Wohlfahrts-Verband, Stiftungen und andere können die Kosten übernehmen, ausschlaggebend ist hier der Bedarf und Umstand……

Fazit: Wer Hilfe benötigt, kann sie bekommen, Informationen gibt es bei den zuständigen Ämtern, Vereinigungen und natürlich unseren Kontaktpersonen.

Zum Schluss des Referats konnte im Parkhaus des Hotels der Umbau eines Fahrzeugs besichtigt werden, Probefahrten wurden auch möglich gemacht.

Wir bedanken uns bei Benjamin und Felix für das Equipment und den Aufbau sowie die Durchführung unserer Hybridveranstaltung. Vielen Dank auch an Herrn Frank Sondermanns für das Referat sowie die ausführliche und sehr informative Einführung in das Thema Mobilität und Möglichkeiten……

PS: Der Landesverband Hessen bedankt sich für die rege Teilnahme an der Veranstaltung, die Planung und Durchführung kann gern auch Mal von einem angrenzenden Landesverband oder in Kooperation durchgeführt werden.

(LV=Landesverband / DG=Diagnosegruppe)