23.11.2017 | Berichte

Wer nicht wagt, hat schon verloren….

Neugründung der DGM-Gruppe Göttingen

Die Göttinger Gruppe

Im Mai diesen Jahres traf sich der Landesvorstand in Bremen und beriet ein Konzept zur Gründung von DGM-Gesprächskreisen. Was muss gemacht werden, um eine neue Gruppe ins Leben zu rufen. Erarbeitet wurde ein detaillierter Fahrplan und die Aufgaben wurden im Vorstand verteilt. Flyer erstellen und drucken lassen, Briefe schreiben, Mailadressen sammeln, Öffentlichkeitsarbeit, Themen und Programm erstellen, Referenten suchen und finden. Und dann gab es auch immer wieder diese leisen Zweifel: Lohnt sich der ganze Aufwand eigentlich? Zum 18. November hat der Landesvorstand dann nach Göttingen eingeladen. Als barrierefreie Räumlichkeit wurde das Gemeindehaus St. Albani gefunden. Dank einer mobilen Rampe konnte der Gemeindesaal genutzt werden, außerdem gab es eine behindertengerechte Toilette. Zur großen Freude war die Resonanz auf die Neugründung enorm groß. Bis eine Woche vorher hatten sich 50 Personen angemeldet. Einige hatten sich per Mail schon entschuldigt, dass sie nicht kommen konnten, aber großes Interesse hätten. Um die Wichtigkeit des Neugründung und die Bedeutung der Gruppe Göttingen zu zeigen, war der komplette Landesvorstand angereist und darüberhinaus noch weitere Kontaktpersonen. So konnte der Vorsitzende, Markus Schnaars aus Bremen, die große Runde freudig begrüßen. Der Begriff Neugründung für die Göttinger Gruppe stimmt eigentlich nicht. Die Gruppe wurde im Jahr 1994 durch Günther Herold gegründet, ist aber in den letzten Jahren mehr oder minder eingeschlafen. Günter Herold war ebenfalls an dem Tag anwesend und wurde von der Schatzmeisterin, Ingrid Haberland, bedankt und verabschiedet. Bei einer kurzen Vorstellungsrunde wurde das Besondere dieser Göttinger Gruppe deutlich. Es waren Betroffene aus Niedersachsen, Nordhessen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen anwesend. Anschließend referierte Prof. Dr. Jens Schmidt, Neurologe am Uni-Klinikum, zum Thema: „Aktuelle Aspekte zu ausgewählten neuromuskulären Erkrankungen“. Nach der Aussprache gab es ein gemeinsames Mittagessen und einen regen Austausch. Alle waren im Gespräch und es war eine lockere, freundliche, interessierte Atmosphäre. An den Gesprächen beteiligte sich auch intensiv Prof. Dr. Ekkehard Wilichowski, Neurologe an der Kinderklinik der Uni Göttingen. 

Nach dem Mittagessen kam der heikelste Teil der Veranstaltung. Der Vorstand hatte den Staffelstab an eine Person oder eine Gruppe weiterzugeben, die die Organisation der Gruppe übernimmt. Das sollte jemand vor Ort übernehmen. Und tatsächlich meldeten sich spontan drei Personen, die sich das vorstellen konnten. Natürlich wird der Landesvorstand unterstützen und mit Maggie Schocke und Ingrid Haberland zwei „Gruppen-Patinnen“ dem neuen Leitungsteam zur Seite stellen, die beraten und helfen. Auf jeden Fall ist nun sichergestellt, dass im kommenden Jahr vier Gesprächsgruppen-Treffen stattfinden werden.

Anschließend stellte Christian Wollny, Physiotherapeut aus Göttingen, die Bedeutung der Krankengymnastik bei neuromuskulären Erkrankungen heraus. Deutlich wurde, dass es immer wieder eine Gratwanderung zwischen Unterforderung und Überforderung der Muskeln ist, beides ist auf Dauer schädlich. Einige Teilnehmende berichteten dann auch von negativen Erfahrungen und der Schwierigkeit, neuromuskulär geschulte Therapeut*innen zu finden. Zum Abschluss bedankte sich der Vorsitzende bei allen Teilnehmenden und Mitstreitern, wünschte eine gute und sichere Heimfahrt und der Gruppe einen guten Start im Jahr 2018.

Nach diesen positiven Erfahrungen denkt der Landesvorstand schon weiter und an eine nächste Gruppengründung im Jahr 2018! Dann wird man sehen, ob das Konzept greift. Für Göttingen war es auf jeden Fall dank des Wagnisses ein Erfolg.

Christian Züchner