18.06.2019 | Berichte

Rehabilitation und neuromuskuläre Erkrankungen

Dr. Schröter zu Gast in Osnabrück

Am 15. Juni 2019 konnten wir den Mitgliedern unserer DGM-Selbsthilfegruppen in Osnabrück einen besonderen Vortrag anbieten.

Dr. Carsten Schröter, Chefarzt der Neurologischen Abteilung in der Klinik Hoher Meissner in Bad Sooden-Allendorf war nach Osnabrück gekommen um uns etwas über das Thema „Rehabilitation bei neuromuskulären Erkrankungen” zu erzählen.

Er begann seinen Vortrag mit den neuen Entwicklungen auf dem Gebiet der medikamentösen Behandlung einiger Erkrankungsformen. Es wird viel geforscht und vereinzelt gibt es schon Wirkstoffe, die den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen können. Bis es jedoch zur Zulassung auf den deutschen Markt kommt kann es noch einige Zeit dauern. Aber es ist immerhin ein Lichtblick, denn bisher galten viele der mehr als 800 verschiedenen Muskelerkrankungen als „unheilbar“.

Deshalb liegt der Schwerpunkt bei der Rehabilitation darin, die noch vorhandenen Fähigkeiten zu erhalten und den Verlauf der Krankheit aufzuhalten.

Das Behandlungsprogramm für Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen wird in der Klinik Hoher Meissner nach der Aufnahmeuntersuchung individuell zusammengestellt. Es umfasst je nach vorliegender Symptomatik:

  • Krankengymnastik in Einzeltherapie
  • Logopädie in Einzeltherapie bei Schluck- oder Sprechstörungen oder ausgeprägterer Schwäche der Gesichtsmuskulatur
  • Ergotherapie in Einzeltherapie
  • Ergänzend Krankengymnastik (und Wassergymnastik), Ergotherapie und Logopädie in Gruppentherapien, zum Teil speziell eingerichtet für Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen
  • Physikalische Therapie zur Schmerzlinderung (Infrarot-Kabine, Massagen, Elektrotherapie, Balneotherapie)
  • Bei Bedarf psychologische Einzelgespräche zur Krankheitsverarbeitung
  • Sozialmedizinische Beratung
  • Psychologisch geleiteter Gesprächskreis speziell für Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen
  • Vierzehntägig ärztliche Vorträge über neuromuskuläre Erkrankungen.

Da im Jahr dort rund 1.200 Patienten mit Muskelkrankheiten behandelt werden, sind die besten Voraussetzungen gegeben, dass alle Therapeuten sich gut auskennen und dementsprechend die Reha erfolgreich verläuft.

Nach dem Vortrag stand Herr Dr. Schröter noch für Fragen und einige Einzelgespräche zur Verfügung. Die fast 40 Teilnehmer konnten sich mit Kaffee/Tee und Kuchen stärken und sich untereinander austauschen.

Ulrich Vodde von der DGM-Sozialberatung im Klinikum Osnabrück wies noch einmal auf das Beratungsangebot hin, das allen Muskelkranken offen steht. Über www.dgm.org kann man unter dem Landesverband Bremen/Niedersachsen unter „Links“ den aktuellen Flyer downloaden.

Mit einem herzlichen Dankeschön in Form von süßen Osnabrücker Spezialitäten verabschiedeten wir Dr. Hannelore und Dr. Carsten Schröter wieder auf den Weg nach Göttingen.

Anita Schulz