30.04.2021 | Berichte

Lebendiger Austausch und Diskussion

ALS-Gesprächskreis Hannover 17. 4. 2021

Im Landesverband Bremen/Niedersachsen fand der zweite ALS-Gesprächskreis der Region Hannover im Jahr 2021 am Samstag, dem 17. April, wieder als Videokonferenz statt. Unter der bewährten Leitung von Ingrid Haberland traten an diesem Nachmittag 23 Betroffene, Angehörige und Unterstützende der Konferenz bei.

Nachdem die zurückliegenden Video- Gesprächskreise von Sachvorträgen geprägt waren, sollte dies Mal der Austausch unter den Teilnehmenden breiten Raum erhalten. Zunächst stellte sich Anke Meier als neue Sozialberaterin der DGM in der Medizinischen Hochschule Hannover vor. Als Schwerpunkte ihrer Tätigkeit nannte sie: Hilfsmittel, Pflege, Palliativmedizin, Reha und Vorsorge. Im Anschluss an die Vorstellung von Frau Meier ergab sich ein lebhafter Austausch, in dem viele Fragen beantwortet und Informationen zu zahlreichen Themen gegeben wurden.

Bezüglich der Patientenverfügung und der Vorsorgevollmacht wurde auf die Formulare des niedersächsischen Justizministeriums, der Charité (speziell für ALS), und der DGM (Handbuch) hingewiesen. Alternativ wäre auch die Erteilung einer Generalvollmacht zu bedenken.

Zur Covid- 19- Impfung für ALS- Betroffene wurde berichtet, dass die Impfzentren hier sehr unterschiedlich vorgingen, weshalb es angeraten sei, sich an die Hausärzte zu wenden.

Über die Möglichkeiten, mit Hospiz- und Palliativdiensten zusammen zu arbeiten, wurde ebenso berichtet wie über die Unterschiede zwischen beiden Angeboten. In diesem Zusammenhang gab Claudia Hampel (Atemtherapeutin im Siloah Hannover) bekannt, dass in Barsinghausen ein neues Hospiz aufgebaut würde, sie sich derzeit dafür einsetze, dass dort ein oder zwei Plätze für ALS-Patienten vorgehalten werden sollten, und sie hierfür noch Ideen und Unterstützer suche, damit dieses Projekt finanziert und umgesetzt werden kann.

Besonders intensiv war der Austausch über Beschaffung und Nutzung von diversen Hilfsmitteln vom Rollstuhl mit Steh- und Liegefunktion bis hin zur Smartphonebedienung ohne Hände. In diesem Teil der Videokonferenz verdeutlichte sich besonders, wie wichtig der Austausch zwischen Betroffenen und Angehörigen ist, da so Erfahrungen und qualifiziertes Wissen weitergegeben werden.

Abschließend stellte sich noch Christa Scholz als Sozialberaterin am Klinikum Osnabrück vor.

Nach gut eineinhalb Stunden endete ein virtuelles Treffen, von dem man sagen darf, dass es mit 64 Wortmeldungen insgesamt sein Ziel erreicht hat.

Ulrich Germar