16.03.2022 | In eigener Sache

KFZ-Eignung bei Neuromuskulären Erkrankungen . . .!?

. . . diese Frage wollten ca. 70 interessierte Mitglieder der Selbsthilfegruppen von Osnabrück, Göttingen und Hannover beantwortet haben. (Es lagen 101 Anmeldungen zum Online-Meeting am 12. März 2022 vor!)

Zur Klärung dieses Fragenkomplexes hatten die drei Gruppen - in Person von Ingrid Haberland - Herrn Dr. Carsten Schröter gebeten, etwas Licht ins Dunkle zu bringen. Herr Dr. Schröter ist – wie sicherlich allseits bekannt – Chefarzt der Neurologischen Abteilung der „Klinik Hoher Meißner“ in Bad Sooden-Allendorf. An dieser Stelle vorab ein großes Dankeschön an den Referenten und auch an Ingrid Haberland für die Organisation dieses Online-Treffens.

Als Einleitung zeigte Herr Dr. Schröter uns eine Aussage von Verena Bentele, Präsidentin Sozialverband VdK Deutschland e.V., die ich hier gern abbilden möchte. Dieser kurze Text sagt so viel, dass es immer wieder lohnt, ihn sich in Erinnerung zu rufen! (s. Bild links!)

So – und nun zum selbstständigen Autofahren: Es ist sicherlich müßig, über die Selbsteinschätzung eines jeden eingeschränkten Betroffenen zu diskutieren. Jeder hat da wahrscheinlich seine eigene Variante der Überschätzung seiner Fähigkeiten, die ich hier nicht im Einzelnen aufzählen möchte. Wichtig sind im Prinzip zwei Punkte, die jeder für sich im Vorfeld klären sollte:

1. Fahrtüchtigkeit, gleichzustellen mit der aktuellen Befindlichkeit;
2. Fahreignung, gleichzustellen mit der Fahrtauglichkeit oder der grundsätzlichen Eignung.

Wie man an diese Erkenntnisse kommt, war dann auch der Hauptanteil  des Vortrages von Herrn Dr. Schröter, mit dessen Inhalt aber dieser kurze Bericht überfordert wäre. Wozu gibt es das Internet und seine technischen Möglichkeiten. Am Schluss des Berichtes habe ich die PDF-Datei vom Vortrag beigefügt. So kann jeder ganz in Ruhe noch einmal den Inhalt Revue passieren lassen, um darüber nachzudenken oder auch weiter zu recherchieren. Es werden jede Menge Hinweise und Links bekanntgegeben.

Nach dem ca. 45 minütigen Vortrag wurden noch zahlreiche Fragen gestellt, die dann auch sehr ins Detail gingen. Herr Dr. Schröter zeigte sehr viel Geduld und versuchte, mit seinen Antworten alle zufrieden zu stellen. Dafür DANKE!

Nach Abschluss des Themas „Autofahren“ gab es noch ein Thema, das Herrn Dr. Schröter auf der Seele lag: Die „Klinik Hoher Meißner“ in der Corona-Zeit und in der Umbau-Phase mit Baulärm und Einschränkungen. Diese Themen waren im Vorfeld bei Gesprächskreisen oftmals in aller Munde und haben manchmal kein gutes Licht auf die Klinik geworfen. Herr Dr. Schröter hat auch bestimmte Misslichkeiten eingeräumt und sie als unvermeidlich und nur als temporär eingestuft. Sicherlich wird die Klinik ihren guten Ruf nicht dadurch verlieren, dass in Krisenzeiten nicht immer alles so „geschmeidig“ gelaufen ist.
Wir warten ja alle sehnsüchtig auf „normale“ Zeiten!

Zum Schluss gab es die Möglichkeit, sich aus dem gesamten Teilnehmerfeld zu verabschieden um sich in seiner „Heimatgruppe“ wieder zu finden. Das klappte auch prima, und ich berichte ganz kurz von der Gruppe Hannover, die mit zehn ganz engagierten Mitgliedern auf dem Bildschirm blieben. Thema war hier dann fast ausschließlich die Umrüstung eines vorhandenen Fahrzeugs oder die Planung und der Kauf eines entsprechend ausgerüsteten neuen Fahrzeugs. Wer ist in diesem Fall der richtige Ansprechpartner? Auch über die Finanzierung und eventueller gesetzlicher Zuschüsse wurde diskutiert.

Fazit: Es war ein sehr aufschlussreicher und langer Nachmittag/Abend! (3,5 Std.) Ich spreche wohl allen aus der Seele, dass dieses Online-Treffen ein voller Erfolg war und nach Fortsetzung oder Wiederholung mit anderen interessanten Themen ruft. Um Vorschläge wird gebeten!

Lothar Bösche.