20.02.2020 | In eigener Sache

Leserbrief

 

Berlin, 16. Dezember 2019 – Es war wieder einmal so weit: Die DGM-Weihnachtsfeier in Berlin lockte mich mit meinem Philip in das Hotel Estrel. Nicht nur wir genossen dieses Fest, nein auch viele Mitglieder, die zum Teil auch ihre Angehörigen oder Pfleger mitgebracht hatten, waren begeistert.

Warum wurde bei uns so viel gelacht? Warum hat uns dieses Weihnachtsfest so großen Spaß gemacht? Statt die andächtigen Weihnachtsgesingsangs singen zu müssen, gab es eine weise und hilfreiche Vorführung eines klugen Mannes. Weil uns Humor, statt Klingelingeling geboten wurde, war dieses Fest der heiligen Andacht ein wahrer Weihnachtssegen. Wehe dem, der je verlor, im Kampf des Lebens, den Humor: Mein alter Wahlspruch.

Ein Meister des Kabaretts, ein evangelischer Prediger, ein lustiger Pastor, der mit Humor uns, sein Publikum, ermutigte, trotz schwerer Behinderung das Leben (jeder für sich selber) zu meistern. Er ließ uns immer wieder lachend aufjauchzen durch seine teils frechen, teils intelligenten Aussagen und turnerischen Einlagen. Sie zeigten mir, dass der Kampf des Lebens bei ihm – mit seinen verkürzten Armen, ohne Hände – gelingt. Einfach nur mit Humor und geschicktem Vorplanen kann er die Hindernisse seines Körpers mit pfiffigen und einfachsten Hilfsmitteln meistern. Das war nicht nur irre komisch für mich, sondern auch sehr lehrreich. Hurra, mit Humor, „Hu“- fängt auch Human, Humus (die Erde), aber auch Humpen, Huntington und Humpeln an. Der ein wenig hinkende Pastor war dazu begabt, ein weites, steiniges Feld mit witzigen Körnern des Schmunzelns und Lachens zu bestellen, um lustigen, frechen Humor zu säen. Bei mir ist seine kabarettistische Saat aufgegangen. Danke, Herr Schmidt.

Vor allem bedanke ich mich bei dem immer wieder sehr engagierten Team der DGM in Berlin unter der Regie von Tatjana Reitzig. Diese Weihnachtsfeier war mal wieder gelungen. Liebe, humorvolle Grüße für Euch alle von eurer Susi, die euch trotz des Kampfes des Lebens jeden Tag wenigstens ein herzhaftes Lachen wünscht.

Susi Meißner