20.02.2020 | In eigener Sache

Informationen zum ALS Treffen

Notfallmaßnahmen

Bericht vom ALS Treffen in Berlin

Maßnahmen im Notfall bei ALS war das Thema des dritten Treffens der Selbsthilfegruppe im Jahr 2019. Nachdem bereits andere Veranstaltungen zu diesem Thema kürzlich stattgefunden hatten, wurden die Informationen darüber zusammengetragen.

Da lebensbedrohliche Notfallsituationen nicht zur täglichen Routine gehören, ist es umso wichtiger, dass alle Akteure auf kritische Situationen souverän reagieren und umgehend versorgen. Man muss in einer Notfallsituation in kürzester Zeit viele Entscheidungen treffen. Deshalb ist es sinnvoll, sich eine Entscheidungskette einzuprägen. Grundsätzlich sollte man immer ein Ziel vor Augen haben, wenn man handelt!

Für die Feuerwehr sind Notfallpatienten Personen, die sich infolge Verletzung, Krankheit oder sonstiger Umstände entweder in Lebensgefahr befinden oder bei denen schwere gesundheitliche Schäden zu befürchten sind, wenn sie nicht unverzüglich medizinische Hilfe erhalten. Das bedeutet, dass wenn die Feuerwehr gerufen wird, müssen sie in erster Linie das Leben retten und entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Für mobilitätseingeschränkte Menschen ist eine Vollmacht sehr wichtig, damit eine Person ihres Vertrauens ihre Rechte wahrnehmen kann und sich für ihre Wünsche einsetzen kann. Auf der Intensivstation ist zwar eine engmaschige Versorgung gewährleistet, aber auch hier ist schon das Arztgespräch ganz wichtig, um eine gute ärztliche Beratung und eine gemeinsame Zielsetzung der Weiterbehandlung zu erreichen. Die Vollmacht muss vorher vorgelegt werden, sie sollte so genau und so aktuell wie möglich sein!

Die Patientenverfügung dient dem Arzt als Orientierung und muss hinterfragt werden. Es kann sein, dass man sich im Notfall für eine Behandlung entscheidet, die man zuvor abgelehnt hat. Ansonsten muss sich der Arzt daranhalten. Als Angehöriger sollten Sie Unterlagen mit ärztlichen Befunden, aktuellen Medikamentenplan, letzte Untersuchungsergebnisse, Vollmachten etc. zusammenstellen. Eine Telefonliste mit allen Versorgern ist hilfreich, denn manchmal muss man auch aus der Klinik heraus telefonieren. Auch hier kann man die Dokumentenmappe beliebig ergänzen z.B. mit Beipackzetteln, Gerätehandbüchern usw.

Es gibt im Internet kostenlose Notfallmappen zum Herunterladen. Ebenso können Notfallkarten im Scheckkartenformat für das Portemonnaie oder das Auto hilfreich sein. Einen Notfallpass für Muskelkranke gibt es auch in der Bundesgeschäftsstelle der DGM.

Für die Retter gibt es schon seit längerem die grüne Notfalldose, die daheim im Kühlschrank aufbewahrt wird. Mit Aufklebern wird auf sie hingewiesen und kann lebensrettenden Informationen liefern. Neben den Angaben auf dem innenliegenden Zettel, kann man auch noch eine Patientenverfügung dazugeben. Sollten mehrere Personen im Haushalt leben, sollte für jeden eine eigene Dose vorhanden sein.

Es wurden noch viele andere wichtige Fragen an diesem Tag beantwortet.

Sabine Flister