06.11.2015 | Berichte

Ein Jugend- und Familientreffen, das gut tat

Bruno Handgrätinger (Orfomed) mit Jaco
Gruppenbild

Vom 09. bis 11. Oktober 2015 fand das Treffen muskelkranker Jugendlicher und junger Erwachsener, sowie deren Familien statt. Zwölf TeilnehmerInnen verbrachten ein informatives und angenehmes Wochenende in der Manfred-Sauer-Stiftung in Lobbach. Das Seminarhotel wird traditionell als Veranstaltungsort gewählt, da es komplett barrierefrei ausgestattet ist, sodass die behinderungsbedingten Bedürfnisse der TeilnehmerInnen problemlos berücksichtigt werden können und somit der Alltag, welcher nicht immer angenehm ist, in den Hintergrund rückt. Auf diese Weise konnten alle TeilnehmerInnen ihr Wissen sowie ihre Erfahrungen einbringen und das Beisammensein genießen.

Im Mittelpunkt des Treffens stand auch in diesem Jahr der gemeinsame Austausch über vielfältige behinderungsspezifische Themen.

Das Wochenende begann mit einem Begrüßungskaffee nach der Anreise am Freitagnachmittag. Danach war ausreichend Zeit zum Ankommen. Zusätzlich bestand die Möglichkeit, die Angebote des Seminarhotels, z.B. Fitness, Sauna, Schwimmbad oder Muckibude zu nutzen oder einen Herbstspaziergang im schönen Odenwald zu machen. Mit einem, gemeinsamen Abendessen, das die Möglichkeit des gegenseitigen Kennenlernens bot, sowie anschließendem gemütlichen Beisammensein ließ die Gruppe den Tag ausklingen.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen trafen sich, gegen 10:00, die Teilnehmer und die Tagesgäste in einem liebevoll dekorierten Tagungsraum.

Herr Bechtle stellte kurz die Themen des heutigen Tages vor.

Herr Ashcroft, ein Anwalt für Familien- und Sozialrecht, sprach über die Besonderheiten eines Behindertentestamentes.

Da dieses Thema sehr umfangreich ist, hatte er alles in einfache Worte mit Bildern (Leichte Sprache) verpackt.

So bekamen wir einen kleinen Überblick, was auf jeden Fall bei der Erbfolge, Schenkungen usw. zu beachten ist, damit nicht das Sozialamt erbt.

Am Nachmittag kam Herr Handgrätinger von der Firma Orfomed Erlangen.  Er stellte uns Armunterstützungssysteme vor, wie z.B. den Gowing der für Menschen mit eingeschränkter Muskelkraft der Arme und Schultern entwickelt worden ist. Die Armorthese  führt, koordiniert, unterstützt und stabilisiert den Arm. Damit wird die eigenhändige Ausführung von Aktivitäten des täglichen Lebens wieder möglich – essen, trinken, sich am Kopf kratzen oder auch mal in der Nase zu bohren.

Ebenso gab es noch den Darwing und andere Systeme zu entdecken.

Nach einer kleinen Kaffeepause konnte alles auch ausprobiert werden.

So kam auch Robot Jaco (ein Carbon-Arm), der mit einem Joystick bedient wird, zum Einsatz. Mit seinem 3-Finger-Greifsystem kann Jaco, dem Anwender helfen wieder Selbstständig zu essen und zu trinken, Gegenstände aufheben und vieles mehr.

Nachdem fleißig ausprobiert und beraten wurde, neigte sich der Vortragstag zu Ende.

Am Abend wurde noch viel über den heutigen Tag diskutiert.

Am nächten Morgen trafen wir uns alle im Seminarraum. Der Vorsitzende von Mobil mit Behinderung e.V., Herr Buschmann informierte uns im kleinen Gesprächskreis über den aktuellen Stand des Bundesteilhabegesetz. Im Anschluss fand eine angeregte Diskussion über nötige Veränderungen statt. Um etwas zu verändern wurden Pläne geschmiedet und zusammen ausgefeilt.

Im Anschluss an das Mittagessen, welches wie auch alle anderen Mahlzeiten sehr lecker und sogar auf Wunsch vegan war, machten wir noch ein Gruppenbild und mussten uns dann leider verabschieden.

Wir freuen uns schon auf das nächste Treffen und danken dem Team der Manfred-Sauer-Stiftung, vor allem den Köchen, die auf alle Änderungen und Wünsche von uns immer eingegangen sind.

Der Landesvorstand der DGM in Baden-Württemberg dankt der AOK – Die Gesundheitskasse in Baden-Württemberg für die Projektförderung und damit Ermöglichung des Treffens nach §20c SGB V.

Autoren: Janina, Andrea und Hanna