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Ich wollte Fußballer oder Polizist werden!

Schule und Beruf

Voraussetzungen für Berufsausbildung

Für eine Berufsausbildung stellen unsere Gesellschaft und die ausbildenden Betriebe mehrere Anforderungen an die jungen Menschen: Eine erste Voraussetzung ist die Schulbildung. In unserem derzeitigen Bildungssystem entscheidet der erreichte Schulabschluss über die Möglichkeiten in der Arbeitswelt: Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM), eine Ausbildung auf dem 1. Arbeitsmarkt, z.B. im Dienstleistungssektor, im IT-Bereich, als kaufmännischer Mitarbeiter, eventuell im Handwerk, oder kann ein Studium erwogen werden?

Eine zweite Voraussetzung ist neben der Schulbildung, dass sich der oder die Auszubildende gesundheitlich ausreichend in der Lage fühlt und die Motivation hat, ins Berufsleben einzusteigen.Die dritte Voraussetzung für eine Ausbildung sind die Umfeld-Faktoren, wie eine eventuell notwendigen Assistenz – Assistenten müssen angeworben und die Finanzierung muss gesichert sein, eine vorhandene Wohnmöglichkeit sowie die Erreichbarkeit und Ausstattung des Schul-, Ausbildungs-, Arbeits-, bzw. Studienplatzes.

Die gewünschte Ausbildungsstelle

Wer kann mir helfen, die richtige Ausbildungsstelle zu finden? – „Du selbst!“ ist die erste Antwort jedes erfolgreichen Jobsuchers:
Damit mit einer Muskelerkrankung die Jobsuche erfolgreich ist, sollte jede und jeder mutig nach einer individuellen Lösungen suchen, selbst organisieren und – sich nicht entmutigen lassen, wie oft auch eine Ablehnung kommt!
Stellt euch bei Firmen vor, bewerbt euch um Praktikumsstellen – auch schon während der Schulzeit – sprecht persönlich vor, schreibt Bewerbungen und fragt bei Absagen nach dem Grund; oft helfen diese Erfahrungen, die nächste Bewerbung erfolgversprechender zu gestalten.
Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt Menschen mit Behinderungen durch spezielle Förderangebote zum Erwerb eines Berufsabschlusses.

„Die Bundesagentur für Arbeit kann Menschen mit Behinderungen mit speziellen Förderangeboten zum Erwerb eines Berufsabschlusses unterstützen, wenn dies wegen Art oder Schwere der Behinderung unerlässlich ist. Menschen mit Behinderungen sollen (...) grundsätzlich nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Handwerksordnung (HwO) in anerkannten Ausbildungsberufen in Betrieben ausgebildet werden. Ist dies wegen Art oder Schwere ihrer Behinderungen nicht möglich, erfolgt die Ausbildung nach besonderen Ausbildungsregelungen für Menschen mit Behinderung. Sofern erforderlich kann die Ausbildung in speziellen Ausbildungseinrichtungen durchgeführt und von der Bundesagentur für Arbeit gefördert werden.“

Integrationsfachdienste (IFD) haben die Aufgabe, schwerbehinderte oder seelisch behinderte Menschen zu unterstützen, die bei der Eingliederung in den Beruf auf besondere Hilfen angewiesen sind. Wer sich mit Veränderungen am Arbeitsplatz – die aufgrund der Erkrankung oder Behinderung notwendig werden – konfrontiert sieht oder einen Ausbildungsplatz sucht, kann sich unbürokratisch und direkt an den IFD vor Ort wenden.
Aufgaben, Beauftragung und Finanzierung sind durch das Sozialgesetzbuch IX, sowie durch die Schwerbehinderten-Ausgleichsabgabeverordnung geregelt.

http://integrationsfachdienste.de

Handwerk und Beschäftigte mit Muskelerkrankungen – passt das? Laut der Handwerkskammer Konstanz profitieren Betriebe von der Inklusion: Sie erhalten zusätzliche Fachkräfte, gewinnen loyale Mitarbeiter und machen ihren Betrieb fit für den demografischen Wandel.
Durch die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung können neue Kunden gewonnen werden, Produkte optimiert und das Image sowie die Arbeitsatmosphäre verbessert werden.
Die Handwerkskammer plädiert für mehr Einstellungen behinderter Mitarbeiter.

www.hwk-konstanz.de

Eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung berichtet von der Teilhabesituation behinderter Menschen am Arbeitsmarkt und von positiven Erfahrungen der Betriebe, die Mitarbeiter mit Behinderungen eingestellt haben

http://library.fes.de/pdf-files/wiso/11637.pdf

Berufsbildungswerke (BBW) qualifizieren junge Menschen mit speziellem Unterstützungsbedarf für ihre berufliche Zukunft durch gezielte und individuell abgestimmte Angebote zur Diagnostik, Berufsfindung, Berufsvorbereitung und zur Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf.
Über 50 BBW über ganz Deutschland verteilt, bieten über 200 verschiedene Ausbildungsberufe an. Meist sind die jugendlichen Auszubildenden in den dazugehörigen Internaten untergebracht.

www.bagbbw.de

Studieren mit Behinderung:
Hochschulen haben den gesellschaftlichen Auftrag, dafür Sorge zu tragen, dass behinderte oder chronisch kranke Studierende in ihrem Studium eine chancengerechte Teilhabe ermöglicht wird.
Wer sich für ein Studium interessiert, hat im Zusammenhang mit seiner Muskelerkrankung viele Fragen:
Wahl des Studiengangs, der Hochschule und des Wohnorts, Fragen zur Krankenversicherung, zur Finanzierung, zu möglichen Nachteilsausgleichen im Studium oder zum möglichen Erhalt von technischen Arbeitshilfen und von persönlicher Assistenz. Hilfreiche Informationen und Tipps enthält die Broschüre „Studium und Behinderung“, die Sie bei der Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) des Deutschen Studen-tenwerkes anfordern können:

www.studentenwerke.de/behinderung

Berater/innen und Beauftragte an den jeweiligen Hochschulen und Studentenwerken beantworten die vielfältigen Fragen.
Auf den Internetseiten der Studentenwerke finden Sie ausführliche Informationen zum Härtefallantrag, zu Nachteilsausgleichen und zum Bafög.

Behindertenbeauftragte unterstützen auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen bei Fragen und Schwierigkeiten. Beauftragte der Bundesregierung ist Verena Bentele.

www.behindertenbeauftragte.de

Die Beauftragten der Bundesländer finden Sie auf der Homepage der Behindertenbeauftragten unter > Wissenswertes > Links. Behindertenbeauftragte Ihrer Kommune und Ihres Landkreises erfragen Sie bei den kommunalen Verwaltungen. Viele größere Betriebe haben eigene Behindertenbeauftragte.

Quelle und weitere Informationen

www.arbeitsagentur.de > Bürgerinnen & Bürger > Ausbildung und > Menschen mit Behinderung

Informationen und Beratung über Vermittlung eines geeigneten Ausbildungsplatzes bieten die Reha-Teams der Arbeitsagentur an.