Gesicht zeigen

Eine Muskelkranken-Kontaktgruppe stellt sich vor

Muskelstammtisch Nürnberg

Ja, endlich war es so weit – unsere Vernissage war ein voller Erfolg! Einmal eine Muskelkranken-Selbsthilfegruppe zu zeigen. Das Vorhaben wurde im Frühjahr geplant. Der Nürnberger Stammtisch ist einer der größten Stammtische der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM) und besteht seit über 28 Jahren.

Was sind das für Menschen, die da jeden Monat einmal zusammen kommen? Warum kommen sie zusammen? Was ist der Anlass, für jeden Einzelnen, oft lange Wege auf sich zu nehmen um sich mit anderen gleich Betroffenen auszutauschen? Dies Alles wollten wir einmal nach außen transportieren und so starteten wir das Projekt „Gesicht zeigen“ – Eine Muskelkranken-Kontaktgruppe stellt sich vor – gemeinsam Stärke zeigen.

Das Ziel der Gruppe muskelkranken Menschen, Hilfe und Unterstützung zu geben und das Wissen, mit der seltenen Erkrankung nicht alleine zu sein. Ursula stellte Ihre Idee der Firma Reha & Care, Servicezentrum in Nürnberg-Altenfurt vor – und die beiden Chefs waren total begeistert und bereit sich finanziell an dieser Ausstellung zu beteiligen und auch die Räume dazu zur Verfügung zu stellen. Zusammen mit unserem Stammtischmitglied Walter Pusch wurden eindringliche, große Fotos schwarz-weiß und farbig von 18 Teilnehmern unserer Gruppe gemacht und jeder schilderte in 2 – 3 Sätzen warum er zum Stammtisch kommt. Jeder Person sind dabei drei Portraits gewidmt.

Fotos sagen oft mehr als Worte. Am 15. Oktober war es soweit. Auf unsere Einladung folgten zahlreiche Gäste aus Politik, Gesundheit, Stadt Nürnberg, Sponsoren und Betroffene. Fast 60 Personen begrüßte Ursula in Ihrer Eingangsrede. Sehen Sie sich die Bilder an und Sie werden sehen, dass das Leben auch mit dieser schweren chronischen Erkrankung lebenswert sein kann, so Ihre Ausführungen. Christa Naaß MdL kam in Vertretung des Bezirkstagspräsidenten Richard Bartsch und sprach in Ihrem Grußwort den hohen Stellenwert der Selbsthilfegruppen an. Es sind sehr „gelungene Arbeiten“, die zu Recht ausgestellt sind, meinte sie voller Anerkennung. Der Landesverband – die Beratungsstellen – werden im Rahmen der überregionalen Behindertenarbeit vom Bezirk bezuschusst. Prof. Dr. B. Neundörfer erklärte im medizinischen Teil, dass es zahlreiche seltene neuromuskuläre Erkrankungen gibt und es wichtig ist auf diese Erkrankung hinzuweisen. Er erklärte sehr ausführlich die Vererbung der Muskeldystrophien. Die größte Bedeutung hat die genaue Klärung der Diagnose. Es ist trotz bisher intensivster Forschungsanstrengungen leider nur bei einem Teil der Erkrankungen eine ursächliche Therapie möglich.

Alle waren von den sehr lebensechten Fotos und den Texten begeistert. Das Projekt „Gesicht zeigen“ konnte nicht zuletzt dank zahlreicher Sponsoren und Unterstützer stattfinden. An dieser Stelle gilt besonderer Dank an: Runder Tisch Mittelfranken Selbsthilfeförderung, Reha & Care Nürnberg Altenfurt, VR-Bank Nürnberg, Hans Müller HMP-Medizintechnik GmbH und die Firma Foto Haag. Natürlich war auch Herr Weber, Leiter des Kompetenzzentrums der VR-Bank bei diesem Ereignis dabei. Die VR-Bank unterstützt unsere Gruppe seit Jahren.

Die Ausstellung soll weiter gehen und als Wanderausstellung in anderen Sanitätshäusern bzw. Kliniken gezeigt werden. Nur so kann man auf Muskelkrankheiten – die DGM – und die vielen Selbsthilfegruppen oder Stammtische hinweisen und Menschen bewegen, sichin solchen Gruppen zu engagieren. Auch mit einer schwerenseltenen chronischen Erkrankung kann man sein Leben lebenswert gestalten.

Ich verbinde dies mit der Hoffnung, dass möglichst viele Besucher diese Ausstellung in den nächsten Wochen und Monaten sehen werden und Freude an den Bildern haben, aber auch Anregung und Wissen erfahren werden. Danke an Alle die uns geholfen haben diese Vernissage zu zeigen.