Ein Besuch bei der Gründerin der DG(B)M

Maria Gräfin zu Toerring brachte den Stein ins Rollen

Maria Gräfin zu Toerring

Der Wohnort ist Idylle pur, und an der Haustür wurde ich gleich herzlich von der Tochter, Sophie Gräfin zu Toerring, in Empfang genommen. Diese führte mich umgehend zu unserer Gründerin, und es war eine Freude, mit dieser überaus vitalen 94-jährigen Frau sprechen zu dürfen.

Muskelreport: Liebe Gräfin zu Toerring, erinnern Sie sich noch an die Gründungsphase?
Gräfin Toerring: Ja sicher. Ich war mit meinem damals knapp zehnjährigen Sohn Max in der Mayo Klinik in den USA zur Diagnoseabklärung. Dabei gab mir Prof. Mihorat unmissverständlich zu verstehen, dass ich in Deutschland eine Organisation nach dem Vorbild der MDA (Muscular Dystrophy Association) gründen müsste. Ich fühlte mich schon ein wenig dazu gedrängt, aber letztlich war das ja eine wichtige Sache, der ich mich auch verpflichtet fühlte.

MR: Was waren Ihre ersten Schritte?
Gräfin Toerring: Es ging ja darum, auch in Deutschland Fachleute zu finden, die sich mit dem seltenen Thema Muskelerkrankungen auseinander setzen wollten. Ich folgte immer direkt den Empfehlungen, die mir gegeben wurden, und so war bald ein Kreis von Interessierten zusammen. Man traf sich mehrere Male in Seefeld, um die Gründung einer Gesellschaft vorzubereiten. Mein Mann und ich stellten sozusagen die Plattform und waren bereit, „das Kind mit aus der Taufe zu heben“.

MR: Fand die Gründung dann auch im Schloss in Seefeld statt?
Gräfin Toerring: Nein, dort waren nur die Vorbereitungsgespräche. Die Gründung war dann in der Bank von Eugen Neuvians, einem der Gründungsmitglieder.

MR: Wie verliefen dann die ersten Jahre?
Gräfin Toerring: Wie schon gesagt, war mein Anliegen in erster Linie, eine solche Gesellschaft auf den Weg zu bringen. Es sollte ja um Forschung gehen und davon verstand ich nichts. Also wurden Fachleuten die Aufgaben übergeben. Ich habe über all die Jahre die Entwicklung der DG(B)M eher aus der Distanz betrachtet. Bei einigen Gelegenheiten war ich auch persönlich dabei, und das war immer sehr bereichernd.

MR: Sind Sie mit der Entwicklung der DGM zufrieden?
Gräfin Toerring: Ja, sehr. Ich hätte mir damals nicht denken können, dass aus der kleinen Initiative ein so großer, kompetenter Verein entsteht. Soweit ich das sehe, machen die das richtig gut.

MR: Liebe Gräfin zu Toerring, vielen Dank für das liebenswürdige Gespräch.

Das Interview führte Horst Ganter.