13.09.2016 | Veranstaltungen

IN SICKNESS AND IN HEALTH

Liebe, Partnerschaft und chronische Erkrankung

„In guten und in schlechten Zeiten“ – Liebe und Partnerschaft unter dem Einfluss chronischer Erkrankungen

Vortrag von John S. Rolland, Chicago Center for Family Health (CCFH), mit anschließendem Gespräch

Eine Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Muskelerkrankungen, (DGM) Diagnosegruppe Myositis, in Kooperation mit der Katholische Hochschule für Sozialwesen (KSHB)

Wann? Montag 31.10.2016, 15 -17 Uhr

Wo? Katholische Hochschule für Sozialwesen in Berlin

Anmerkung: Der Vortrag wird in Englisch gehalten, anschließende Fragen können jedoch bei Bedarf übersetzt werden.

Warum geht's? Chronische Erkrankungen betreffen nicht nur diejenigen, die sie körperlich erleben, sondern auch das familiäre Umfeld und ganz besonders die Partnerin oder den Partner. Das gilt vor allem, wenn die Erkrankung wie viele der seltenen chronischen Muskelerkrankungen, mit fortschreitenden körperlichen Behinderungen und zunehmender Hilfsbedürftigkeit verbunden ist. Die aus der Krankheit folgenden gravierenden praktischen Veränderungen in sämtlichen Lebensbereichen, wie verminderte Arbeitsfähigkeit und reduzierter Mobilität, werfen unzählige praktische Probleme auf die das Paar im Alltag bewältigen muss. Gleichzeitig bleiben diese massiven Veränderungen nicht ohne psychische und emotionale Folgen: Individuelle und gemeinsame Identitätskonstruktionen werden massiv in Frage gestellt, bewährte Rollenverteilungen im Paar lassen sich nicht länger aufrecht erhalten, gesellschaftlich als selbstverständlich angesehene Konzepte individueller Autonomie erweisen sich als nicht länger lebbar. Nach Hilfs- und Beratungsangeboten suchen Paare in dieser Situation allerdings fast immer vergeblich. Im weiten Feld der Paar-Beratung, in dem andere einschneidende Lebens-Veränderungen, wie beispielsweise Elternschaft oder psychischen Erkrankungen, durchaus Aufmerksamkeit gewidmet wird, kommt das Thema „seltene chronische Erkrankung und Körperbehinderung“ nicht vor. Dort wiederum, wo Krankheit und Behinderung im Mittelpunkt der Beratungstätigkeit stehen, geht es vorrangig um Hilfsmittel, Versorgungsansprüche und Pflege. Werden emotionale und psychische Aspekte ausnahmsweise thematisiert, so fehlt dabei fast immer die Paar-Dimension.

Eine der wenigen Ausnahmen weltweit stellt das „Chicago Center for Family Health“ (link is external) (CCFH) dar. Diese, an die Uni von Chicago angegliederte interdisziplinäre Einrichtung, kümmert sich seit 25 Jahren um Hilfestellungen für Paare und Familien die mit chronischen Krankheiten und Behinderungen leben. Zu ihrem international anerkannten einzigartigen Angebot gehören neben der Beratung Betroffener auch anerkannte Weiterbildungen für Profis aus dem Gesundheitsbereich ebenso wie für Selbsthilfegruppen.

John S. Rolland (link is external)  ist Mitbegründer des CCFH und Professor für Psychiatrie und verhaltensorientierte Neurologie an der Nordwestern Universität. Der von ihm entwickelte systemische Ansatz zu Familien und Krankheit sowie seine zahlreichen Forschungsarbeiten zum Themenbereich Familie, Krankheit und Behinderung sind international anerkannt.

(sm)

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