15.10.2020 | In eigener Sache

LIGHT UP FOR MITO am 13.09.2020 in Leipzig

Die Geburtsstadt der „Bioblasten“ sorgt für Aufmerksamkeit: Leipziger Universitätsklinikum leuchtet für einen Abend grün.

Wenigen ist es tatsächlich bekannt. Aber die Geschichte der Mitochondrien, allgemein auch als die „Energie-Kraftwerke“ unserer Zellen bezeichnet, beginnt im 19. Jahrhundert in Leipzig. Der an der Universität Leipzig wirkende deutsche Pathologe und Histologe Richard Altmann (1852-1900), beschrieb 1886, mittels neuer selbstentwickelten Methoden der histologischen Technik, die weitverbreiteten Körnchen oder Granula in verschiedenen Zelltypen als neuartige Organellen und taufte sie entsprechend „Bioblasten“. In seinem 1890 erschienen Werk „Die Elementarorganismen und ihre Beziehung zu den Zellen“ (Veit Verlag, Leipzig) schrieb Altmann dazu: „Im Bioblast scheint jene morphologische Einheit der lebenden Materie gefunden zu sein.“ Aus dem „Bioblasten“ wurde acht Jahre später durch den Berliner Mediziner Carl Benda das „Mitochondrion“, von Mitos für „Faden“ und -chondrion für „Körnchen“.

Heute wissen wir, dass Mitochondrien nicht nur eine zentrale Rolle im Stoffwechsel und der Energieproduktion einnehmen, sondern auch an der Steuerung vielfältiger zellulärer Prozesse beteiligt sind. Jedoch ist heute weiterhin wenigen bekannt, dass mitochondriale Erkrankungen mit einer Häufigkeit von 1 zu 5000 bei Kindern und Erwachsenen zu den häufigsten vererbten Stoffwechselerkrankungen zählen und derzeit nicht heilbar sind. Somit sind translationale Forschungsansätze, die zum Verständnis der Pathomechanismen sowie zur Entwicklung neuer therapeutischer Konzepte betragen, von großer Bedeutung.

Ebenso wichtig sind jedoch auch Aktionen, die für mehr Aufmerksamkeit in der Bevölkerung sorgen, wie in diesem Jahr in Leipzig, die Geburtsstadt der Mitochondrien. Am Sonntagabend, den 13. September 2020, hat die Fassade der Kopfkliniken des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) an der Nürnberger Straße / Liebigstraße für einige Stunden grün aufgeleuchtet (siehe Titelbild). Das UKL nahm damit teil an der globalen Aktion "Light up for mito", dem Auftakt einer weltweiten Aktionswoche zu mitochondrialen Erkrankungen. Die Aktion wurde vor Ort in Leipzig durch Dr. Mario Ost, Stoffwechselforscher in der Abteilung für Neuropathologie am UKL, organisiert und vom Landesverband Sachsen der DGM, sowie der Diagnosegruppe Mitochondriale Erkrankungen in der DGM unterstützt. Gemeinsam mit dem UKL, wurde an diesem Abend weltweit durch 173 Monumente oder Gebäude im grünen Licht auf mitochondriale Erkrankungen aufmerksam gemacht. Eine besondere Aktion, die bereits fest für September 2021 in Leipzig eingeplant ist.

Dr. Mario Ost