04.02.2015 | Berichte

Britisches Parlament erlaubt Mitochondrien-Transfer

Hoffnung auch für deutsche Eltern?

Mito-Kinder bei einem Familientreffen

Das britische Parlament hat gestern mit überwältigender Mehrheit die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Mitochondrien-Transfer-Technik bei betroffenen Familien angewendet werden kann.

Dieses Verfahren ist für Familien interessant, bei denen Mutationen der mitochondrialen DNA festgestellt wurden. Diese werden nur von den Müttern vererbt. Die DNA der Mitochondrien ist vergleichsweise klein und beträgt weniger als 0,1 Prozent an der gesamten genetischen Information, hat aber fatale gesundheitliche Folgen für die betroffenen Kinder.  In diesen Fällen wird der Zellkern der Mutter aus der Eihülle entfernt, die die mutierten Mitochondrien enthält und in die entkernte Eizelle einer Spenderin eingesetzt. 

Das die Anwendung dieses Verfahrens nun erstmals ermöglicht wird, begrüßen wir, die Mito-Diagnosegruppe in der DGM, ebenso wie zahlreiche  weitere Patientenorganisationen weltweit, die sich in der IMP (International Mito Patients) zusammengeschlossen haben.

Wir danken der MDC (Muscular Dystrophie Campaign) und der Lily Foundation in Großbritannien  für ihren großen Einsatz und ihre exzellente Lobbyarbeit, die maßgeblich zur breiten Zustimmung für dieses Verfahren durch Bevölkerung und Parlamentarier beitrug.

Dies wird auch in anderen Ländern dazu führen, dass betroffene Familien darauf hoffen können, in nicht allzu ferner Zukunft eine Chance auf gesunden Nachwuchs zu bekommen.

Weitere Informationen zum Thema:

Keimbahnmanipulation bei mitochondrialen Erkrankungen

Jahrestagung des deutschen Ethikrates zur Fortpflanzungsmedizin

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