28.02.2021

Molecular diagnosis of inherited peripheral neuropathies by targeted next-generation sequencing: molecular spectrum delineation

Juliette Bacquet et al., in: BMJ  Open Vol 8 (2018) issue 10, https://bmjopen.bmj.com/content/8/10/e021632

Was ist die Fragestellung, worum geht es?

Bei 123 Patienten mit CMT wurde eine neue Sequenzierungsmethode ("targeted next-generation sequencing", NGS) angewendet. Die Ergebnisse wurden mit der herkömmlichen "Sanger sequencing strategy" verglichen. Es sind bei CMT heute etwa 100 Genmutationen bekannt. Von den 123 untersuchten Patienten hatten 23% CMT1, 52% CMT2 (HMSN2 oder axonale Form), 9% die distale CMT, 7% die erblich und autonome Form, 6,5% den intermediären Typ. 

Was ist neu in der Veröffentlichung/ Studie

Die genetische Diagnose konnte bei 40% der Patienten gestellt werden, in 49 Fällen. Bei Patienten mit CMT1 war die Diagnoserate 87%, bei CMT2 36%, insgesamt doppelt so hoch wie mit der Sanger-Methode. Die neue Methode erlaubt auch die Beschreibung neuer Mutationen. So wird in der Veröffentlichung für jeden Patienten, bei dem die Gendiagnose gestellt werden konnte, die jeweilige Genmutation genau bezeichnet.

Was bedeutet das für die Patienten und die Hoffnung auf eine causale Therapie: 

Eine Gendiagnose ist bei CMT1 oft möglich, bei 87% der Patienten, bei CMT 2 schwieriger, weil die Genorte bei 64% der Fälle noch nicht bekannt sind. Die neue Methode (NGS) macht das Sequenzieren deutlich effizienter. Solche Fortschritte der Gendiagnostik sind die Voraussetzung für eine kausale Therapie. 

Dr. med. Walter Pernice, Freiburg