08.10.2018 | Berichte

2. ALS Tag in Albersdorf

ALS Tag der Amyotrophen Lateralsklerose in Albersdorf / Schleswig - Holstein

Der ALS - Tag am 15. September 2018 In Albersdorf war gut besucht, es kamen ca. 60 Teilnehmer in die Seminarräume des Pflegeservices Albersdorf. Organisiert wurde die Veranstaltung von Herbert Heinlein, ALS Gesprächskreisleiter in Itzehoe, durch den Tag begleitete Tatjana Reitzig, Vorsitzende der Diagnosegruppe ALS . Nach ihren einleitenden Worten zu der Veranstaltung stellte sie die Strukturen der DGM vor und berichtete über Zielsetzungen und  die Arbeit der  Diagnosegruppe ALS. Anschließend folgten die Grußworte der Landesleiter aus Schleswig-Holstein Rainer Assmann und Mecklenburg - Vorpommerns Helmut Mädel.

Im ersten Vortrag zu Sekretmanagement referierte  Dr. Martin Bachmann Chefarzt der Klinik für Atemwegs –, Lungen – und Thoraxmedizin der Asklepios Klinikums Hamburg -  Harburg. Er informierte die Anwesenden über die Möglichkeiten nichtinvasiver und invasiver Beatmung und sprach über die Bedeutung des Sekretmanagment bei der Beatmungstherapie. Ziel sollte es sein, dass alle Maßnahmen möglichst in Abstimmung  mit dem jeweiligen Betroffenen erfolgen und intensivmedizinische Maßnahmen, so angepasst sind, dass sie zur Verbesserung der individuellen Lebensqualität beitragen.  Zu einer erfolgreichen Beatmungstherapie gehört ein effizientes Sekretmanagement.  Dr. Bachmann ermöglichte uns einen Ausflug in die Geschichte und Entstehung der Beatmungsmedizin. Die Entwicklung der Beatmungsmedizin führt in die 20 - iger Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück und ist heute durch eine moderne nichtinvasive und invasive Beatmungstherapie, sowie Sekret- und Hustenmanagement mit unterstützenden Hilfsmitteln  geprägt und ermöglicht Menschen ein weitgehend selbstbestimmtes Leben zu führen.

Der anschließende Vortrag von  Anne Ortlepp, eine freiberufliche Logopädin aus Hamburg bezog sich auf die richtige Ernährung bei beginnender und fortgeschrittener Schluckstörung, die bei ALS ein häufiges belastendes Begleitsymptom darstellt. Sie zeigte einen  kleinen Film über die Physiologie des menschlichen Schluckvorgangs. Wenn der Schluckvorgang eingeschränkt ist und die Gefahr des Verschluckens besteht, kann über Nahrungsergänzung und die Möglichkeit einer PEG (perkutane endoskopische  Gastrostomie) nachgedacht werden. Auch hier steht die Verbesserung der individuellen Lebensqualität im Vordergrund. Ihren Vortrag rundete ein Einblick in ihre Tätigkeit, die nicht nur die klassische Logopädie, sondern auch Beratung zu Beatmung enthält.  Dabei ist es wichtig, möglichst genau die Interessen des Betroffenen zu erkennen und  mit den vor Ort tätigen Ärzten und Therapeuten, sowie  der Pflege zusammenzuarbeiten.

Am Nachmittag gab es Aktuelles zu Forschung und den aktuellen Wissensstand zu ALS, referiert von  Prof Dr. Reinhard Dengler M.D. der neurologischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover und Bundesvorstandsmitglied der DGM. In Grundlagenforschung, Forschung   und Therapie hat sich in den letzten Jahren viel bewegt, der erfolgversprechende Durchbruch ist jedoch leider noch nicht gelungen. Dennoch hat sich einiges in der Genforschung und dem öffentlichen Interesse  getan, in den letzten Jahren konnten zunehmend mehr Forschungsprojekte finanziert werden.  Aktuelle Studien laufen, die Ergebnisse gilt es abzuwarten. Prof. Dr. Dengler nahm sich viel Zeit auf die Fragen der Anwesenden ausführlich einzugehen, die das Vorgetragene abrundeten und somit zu einem guten Gelingen des ALS - Tages in Albersdorf beigetragen hat.

In den Pausen konnten verschiedene Hilfsmittel angesehen und ausprobiert werden.

Möglich wurde diese Veranstaltung durch viele Spenden die Unterstützung der AOK Nordwest.

Ein besonderes Dankeschön geht an auch an Herrn Ulf Schulze vom Pflegeservice Albersdorf.

Herbert Heinlein und Tatjana Reitzig für die Diagnosegruppe ALS