Dank an Herrn Horst Ganter

Horst Ganter

Ende dieses Jahres steht der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke eine tiefgreifende Zäsur bevor: Unser langjähriger Geschäftsführer,
Herr Horst Ganter wird in den wohlverdienten Ruhestand treten.

Eigentlich war dafür der 30.06.2017 vorgesehen, aber Herr Ganter erklärte sich bereit, seine Tätigkeit um ein halbes Jahr zu verlängern, um seinen Nachfolger, Herrn Sproß, in einer Übergangszeit in sein neues Amt einzuführen. Dieses großzügige Entgegenkommen von Herrn Ganter zeigt beispielhaft, dass seine Beziehung zur DGM nicht nur „geschäftsmäßig“, sondern auch geprägt war von einem hohen Verantwortungsgefühl für das Wohl der DGM und ihrer Mitglieder.

Herr Ganter, gerade 40-jährig, trat sein Amt als Geschäftsführer 1993 des damals noch „Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Muskelkrankheiten“ (DGBM) benannten Selbsthilfeverbandes unter dem Vorsitzenden des Bundesvorstandes, Herrn Dr. Schaal an. Er hatte Betriebswirtschaft studiert mit Schwerpunkt Marktforschung und besonderem Interesse für Marketing und Werbung. Für die DGBM machte ihn jedoch seine berufliche Erfahrung im sozialen Bereich interessant. 14 Jahre lang arbeitete er nämlich in einer Einrichtung der Jugend- und Behindertenhilfe, zunächst als Verwaltungsleiter, später als Geschäftsführer eines Heilpädagogischen Heimes und eines Sprachheilzentrums.

In seinem neuen Wirkungsbereich warteten viele, z.T. dringliche Aufgaben auf ihn. Einige Schwerpunkte seien genannt, die er mit großem Einsatz, mit Erfahrung und Tatkraft aufgriff. Die interne Organisation wurde gestrafft, die laufenden Beziehungen zu den Mitgliedern und den Landesverbänden verbessert. Der „Muskelreport“ wurde nach Form, Inhalt (und Finanzierung) erneuert und erweitert und zu einer anspruchsvollen, auch für die Fachwelt qualifizierten Mitgliederzeitschrift ausgebaut.

Ein besonderes Anliegen waren ihm die Finanzen. In gutem Zusammenwirken aller Beteiligten wurden sie auf eine sichere und übersichtliche kaufmännische Basis gestellt, mit der auch schwierige Situationen bewältigt werden konnten.

Die wenig befriedigende Unterbringung der Geschäftsstelle in 2 getrennten Büros in der Freiburger Innenstadt konnte durch vereintes Bemühen in dem jetzigen Neubau in Waltershofen zusammengefasst werden, der bald noch durch die Hilfsmittelberatung und Probewohnungen ergänzt wurde. Diese Konsolidierung nach innen konnte nur gelingen in engem, vertrauensvollem Einklang zwischen dem Vorstand, den anderen Gremien und der Geschäftsführung unserer Gesellschaft. In den 24 Jahren seiner Amtsführung machte der gleich nach seinem Amtsantritt in „Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke“ (DGM) umbenannte Selbsthilfeverband einen enormen Entwicklungsprozess durch, an dem Herr Ganter nicht nur als ausführender Geschäftsführer sondern auch als Ideengeber und Berater des Vorstandes und Advokat des Selbsthilfegedankens in hohem Maße beteiligt war. Dazu gehörte auch sein allgemein geschätztes Engagement in übergeordneten Verbänden wie der BAG Selbsthilfe und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband.

Sein Antritt bei der DGM fiel in die Zeit der ersten Gründungen der Neuromuskulären Zentren. Neben der Forschungsförderung, auch heute noch eine Säule der Ziele der DGM, trat die Sozialberatung immer mehr in den Vordergrund. Ihr Ausbau im Haupt- und Ehrenamt war und ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Gesellschaft, für die sich Herr Ganter stets voll einsetzte.

Im Innenverhältnis der DGM wurde die gesetzgebende Institution von der Mitgliederversammlung auf die Delegiertenversammlung verlagert. Die Gliederung der DGM wurde durch die Gründung der Diagnosegruppen erweitert. Zuletzt erfolgte eine Verlagerung der Aufgaben des Wissenschaftlichen Beirates auf den Medizinisch-Wissenschaftlichen Beirat als Nachfolgeinstitution des Sprecherrates der Neuromuskulären Zentren. Bei all diesen Prozessen war Herr Ganter einbezogen, z.T. maßgeblich, stets in der Vorbereitung und Ausführung der Entscheidungen durch den Vorstand. Kam es zu Meinungsverschiedenheiten, verstand es Herr Ganter in seiner ruhigen und ausgleichenden Art, diese gut zu bewältigen.

Wenn man die Fülle der Aufgaben bedenkt, die Herr Ganter zu erledigen und zu meistern hatte, und das auch in der Regel perfekt und mit einem seine Pflichten übersteigendem Engagement, dann kann man nur herzlich Danke sagen für seinen unermüdlichen Einsatz für die Belange der Menschen mit Neuromuskulären Erkrankungen und für das Wohl der DGM.

Prof. Dr. med. B. Neundörfer (Vorstandsmitglied)

Dr. jur. G. Schaal (Ehrenvorsitzender)