Bewegte Bilder, bewegte Zuschauer

Regisseurin Reinhild Dettmer-Finke und Hauptdarsteller Sebastian Sommer

Frau Dettmer-Fink, wie kamen Sie zum DGM-Kinospot?
Die DGM hatte ich 2006 bei den Dreharbeiten zu meinem ARTE-Dokumentarfilm „WIE HANDSCHUHE VOLL SAND – Leben mit der Nervenkrankheit ALS“ kennen und schätzen gelernt. Daher habe ich mich gefreut, als mich die DGM 2012 bat, über einen Kino-Spot für das Jubiläumsjahr 2015 nachzudenken. Gemeinsam mit dem Kameramann Ingo Behring und dem DGM-Team haben wir verschiedene Ideen verfolgt, bis schließlich die Fotos von Matej Peljhan den entscheidenden Impuls für den Spot gaben.

Welche Idee steckt hinter dem Spot? 
Ein Kind wird in Situationen körperlicher Aktivität wie Fliegen, Skaten, Tauchen, Basketball spielen gezeigt. Die Bewegungsbilder werden mit einem Stop-Trick erzeugt. Das jeweilige Setting ist phantasievoll-poetisch und gar nicht realistisch gestaltet. Erst am Ende wird deutlich, dass es sich um Traumbilder eines Jungen im Rollstuhl handelt. Die Idee hinter dem Spot ist, Stärke, Phantasie und Lebensfreude des Jungen im Rollstuhl zu zeigen.

Wann und wie wussten Sie, wer der passende Darsteller für den Spot ist?
Die DGM hatte uns einige sehr nette Kinder vorgeschlagen. Bei Sebastian war ich sofort begeistert, da er schon Erfahrungen mit einer Fotogeschichte hatte und ziemlich schnell verstand, was wir von ihm wollten. Zudem ist er ein sehr hübscher und charmanter Junge, der Menschen sehr für sich einnehmen kann. Einfach ein super Typ für unseren DGM-Spot!

Wie war die Zusammenarbeit mit all den vielen Akteuren?
Und wie war die Arbeit mit Sebastian Sommer und seiner Familie?
Sebastian Sommer und seine Familie waren von der Spot-Idee begeistert. Die Eltern haben ihren Urlaub so gelegt, dass sie für die Dreharbeiten ihren Sohn nach Freiburg begleiten konnten. Sie haben unsere Arbeit sehr unterstützt und wurden Teil des Teams.

Von der ersten Idee bis zum fertigen Spot war es ein langer Weg. Was waren Ihre Highlights während dieser Arbeit?
Das war nachdem die ersten Bilder von der an der Decke hängenden Kamera „geschossen“ wurden und wir am Drehort im Rohschnitt schauen konnten, ob unser Stop-Trick-Konzept aufgeht. Das war für uns alle sehr aufregend! Dann die Spannung beim „letzten Schliff “, als in den fast fertigen Schnitt Animationen, Musik und Sound eingearbeitet wurden und wir danach das „Werk“ auf der Kinoleinwand anschauen konnten. Würde es dort Bestand haben? Ganz besonders schön waren die menschlichen Begegnungen während der ganzen Zeit.

Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden? Welche Bedeutung hat der Spot für Sie? Wie war das Feedback?
Ich mag den Spot sehr gerne und freue mich, dass wir damit den Menschen eine wichtige Thematik mit Phantasie und Witz näher bringen können. Es war ein tolles Gefühl, als ich in einem Kölner Kino während des Werbeblocks, bei dem ja immer noch viel Unruhe herrscht, eine Frau sagen hörte: „Oh, wie wunderschön!“ Zu sehen war UNSER Spot!

Engagiertes Kino: Stop-Trick-Technik vermittelt Traumerlebnis

Der DGM-Kinospot war im März 2015 in über 70 Kinos deutschlandweit zu sehen. Auf unserer Homepage und bei einzelnen engagierten Kinobetreibern läuft er noch das ganze Jahr. Rund anderthalb Jahre sind von der ersten Idee bis zum fertigen Kinospot vergangen. Neben der Regisseurin Reinhild Dettmer-Finke und den MitarbeiterInnen der DGM, waren auch der Kameramann Ingo Behring mit seinem Team und jede Menge Helfer an der Produktion beteiligt. Der Kinospot wurde anlässlich des Jubiläumsjahres gedreht, und der muskelkranke Junge Sebastian Sommer spielt darin die Hauptrolle. Durch die Stop-Trick-Technik sieht es im Spot so aus, als könne Sebastian tauchen, Basketball spielen und breakdancen. Während dem Dreh lag Sebastian allerdings bei all diesen Aktionen auf dem Boden und wurde von einer Kamera an der Decke fotografiert. Dass muskelkranke Menschen eben diese Träume nicht mehr verwirklichen können und dass die DGM sich für sie und ihre Wünsche und Träume einsetzt, ist die Botschaft des Kinospots.