Sonntag, 7. Februar 2016 bis Samstag, 13. Februar 2016

Werwölfe und kriminelle Banden...

...waren auf der diesjährigen Medienfreizeit in Wannental in der Schweiz anzutreffen. Nur mit viel Gespür, Detektivarbeit und heilenden Pflanzen konnten die Gefahren abgewendet werden. Aber keine Angst: Es handelt sich hierbei nur um Charaktere aus den zwei Hörspielen, die während der Freizeit entstanden sind.

Jedes Jahr im Februar steht ein neues Computerthema im Mittelpunkt der Kinder- und Jugendfreizeit, die von der Schweizer Muskelgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke organisiert wird. Diesmal ging es darum, eine Geschichte zu schreiben und diese zu einem Hörspiel umzuwandeln.

In diesem Jahr verbrachten neun Teilnehmende und 22 Betreuende unter der Leitung von Marc Wyss eine Woche in Gontenschwil.

Am Anfang standen für alle natürlich viele Fragen: Wie sollen wir uns auf eine Geschichte einigen, die in sich schlüssig ist und einen Sinn ergibt? Woher kommen die ganzen Geräusche und die Musik im Hintergrund? Ein solches Hörspiel beinhaltet sehr viele Elemente und alle Teilnehmenden waren überrascht, wie viel Arbeit dahinter tatsächlich stecken kann.

Dank der Kreativität und immensen Fantasie der Kinder und Jugendlichen konnten im ersten Schritt sehr viele Ideen gesammelt werden. Daraufhin mussten wir entscheiden, wo die Spannungskurve eingebaut wird, welche Teile in Dialog, welche in Monolog geschrieben werden und wie der Erzähler die Story nachvollziehbar macht. Puh, ganz schön viele Aufgaben, die da zusammen kommen... Wir hatten einen kompletten Tag Zeit, um in zwei Gruppen möglichst viele Ideen in eine Geschichte zu verpacken.

Nach dem Schreiben wurden die Rollen eingeübt. Es war wichtig, die richtigen Stellen zu betonen und die Textpassagen nicht abzulesen, sondern real wiederzugeben. Gar nicht so einfach, wie wir feststellten, aber mit gegenseitiger Unterstützung klappte auch das am Ende sehr gut. Danach ging es direkt in die eigens eingerichteten Tonstudios. Die Technik übernahmen Remo Schmidt, Co-Leiter der Freizeit und Daniel Amstutz, gelernte Informatiker. Sie halfen uns, die Stimmen und Geräusche aufzunehmen und am Ende alles zusammenzuschneiden.

Für einige war es komisch, die eigene Stimme das erste Mal aufgenommen zu hören, aber man gewöhnte sich schnell daran. Andere legten während dieser Phase versteckte Talente an den Tag, denn sie mussten ihre Passagen nur einmal lesen und machten beim ersten Mal schon alles richtig.

Nach der Aufnahme wurden die Geschichten mit Geräuschen und Musik unterlegt, um ihnen den letzten Schliff zu verpassen. Dafür liefen kleine Gruppen durch das Haus, um mit einem Aufnahmegerät Geräusche wie Buchblättern oder das Klingeln eines Telefons selbst aufzunehmen. Andere kümmerten sich darum, im Internet nach Flughafengeräuschen und anderen Tönen zu suchen, die im und ums Haus nicht zu finden waren. Remo und Daniel fügten die Geräusche am Ende ein und schnitten die Hörspiele fertig. Die Produktion hat allen viel Spaß gemacht, denn es gab viel Raum für eigene Ideen und für die Entdeckung neuer Talente.

Neben der Hörspielproduktion gab es ein spannendes Rahmenprogramm, schließlich soll bei einer Freizeit ja nicht nur „gearbeitet“ werden. Neben gutem Essen von den Küchenfeen Edith und Sylvia, das extra erwähnt werden muss, machten wir mittags und abends Programm. Bei schönem Wetter veranstalteten wir ein Rolli-Rennen oder bestaunten die vielen Tiere im Garten und auf dem Bauernhof gegenüber. Auch das Spiel „Werwolf“ war sehr beliebt und wurde oft bis zu später Stunde gespielt. Weniger offiziell geplant war das „Nachtprogramm“, bei dem die Nachtwachen jedes Mal aufs Neue erschreckt wurden...

Ein weiteres Highlight war der Ausflug nach Aargau zu „Radio Argovia“. Wir sahen das Radiostudio von innen und konnten erfahren, wie eine Stunde Radioprogramm entsteht und welche Qualifikationen ein Radiomoderator braucht. Am meisten bestaunt haben wir die riesige CD-Sammlung des Senders. Danach ging es zum Bowlen. Hier kamen die verschiedensten Techniken zum Einsatz. Es war beeindruckend, wie mithilfe der Rollis die Kugeln ins Ziel manövriert wurden.

Abends wurde einmal ein Film gezeigt, ein anderes Mal veranstalteten wir ein E-Hockey-Turnier mit viel Einsatz seitens der Spieler und deren Cheerleader. Auch ein Casino (inklusive Überfall) stand auf dem Programm.

Am letzten Abend fand zum Abschluss ein schönes Gala-Dinner statt. Während eines vorzüglichen 5-Gänge-Menüs und in festlicher Abendgarderobe hörten wir uns die fertigen Versionen unserer Hörspiele an und alle waren sehr stolz auf das Ergebnis. Jede und jeder Einzelne hat seinen Beitrag zu dem Ergebnis geleistet, das sich wirklich sehen bzw. hören lassen kann.

Nathalie Walter