Sonntag, 11. Februar 2018 bis Samstag, 17. Februar 2018

Von Schuhen in den Bäumen und neuen Perspektiven

Im Rahmen der diesjährigen Computerfreizeit im schweizerischen Gontenschwil entdeckten die Jugendlichen die Welt durch den Sucher professioneller Spiegelreflexkameras und scheuten keine Kosten und Mühen auf der Suche nach dem perfekten Foto(motiv).

Als die neun Teilnehmer der Computerfreizeit der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke und der Schweizerischen Muskelgesellschaft am 11. Februar 2018 in Gontenschwil im Ferienzentrum Wannental ankamen, ahnten sie noch nicht, welch kreatives Potential ihnen entlockt werden sollte. Denn neben siebzehn Betreuern und zwei Küchenfeen erwartete sie auch Lucas Föllmi, selbstständiger Fotograf und Kursleiter der Computerfreizeit 2018. Nach einem ersten Kennenlernen und einer Vorstellungsrunde mit Gehirnjogging-Qualitäten, in der so mancher Jugendliche die Erwachsenen alt aussehen ließ – reihum sollten Vornamen und Lieblingstiere aller Anwesenden wiederholt werden – folgte ein lustiger Abend mit gutem Essen, Gesellschaftsspielen und gegenseitigem Beschnuppern.

Am nächsten Morgen ging es dann direkt los. Lucas Föllmi startete seinen Crashkurs in die digitale Fotografie mit professionellem Equipment. Er erklärte Einstellungen und Funktionen der verschiedensten Kameras, wie man die App zur Foto-Auslösung auf sein Smartphone installierte und worauf bei der Anwendung zu achten sein sollte. Neben digitalen Spiegelreflexkameras, zwei GoPros, diversen Blitzen und Fotolampen, stand sogar eine Drohne zum Einsatz bereit. Nachmittags ging es dann auch schon in die Planung und die Jugendlichen beratschlagten, grübelten und probierten aus, welche Projekte sie im oder ums Haus umsetzen wollten. Im Laufe der nächsten Tage entstanden so einzigartige und humorvolle Porträtserien, Detailaufnahmen im hauseigenen Garten, eine Kurzgeschichte einer kleinen Eule, die Vervielfältigung eines im Baum hängender Paar Schuhe und ein Kurzfilm über einen spektakulären Banküberfall. Um jede noch so verrückte Idee umzusetzen, waren die Betreuer und Kursleiter Lucas Föllmi gefordert. Sie standen den Jugendlichen stets helfend zur Seite und erklärte neben technischen Kameraeinstellungen auch neue kreative Möglichkeiten der Fotoinszenierung und -bearbeitung.

Das Fotoprojekt der diesjährigen Computerfreizeit war nur eines von vielen Erlebnissen. Zum Highlight der Woche wurde für viele der Ausflug in den Technologiepark Zürich zum Balgrist Campus der ETH Zürich. Hier standen neben einem Rolli-Parkour auch das Vorführen, Erklären und Testen verschiedener technischer Neuerungen aus den Bereichen virtuelle Realität, Bewegungsforschung und Exoskelette (am Körper tragbare Roboter) auf der Tagesordnung. Für neugierige Fragen und die Führung durch die Ausstellung sowie die Vorstellung der einzelnen Bereiche der Forschungseinrichtung waren gleich mehrere freundliche Mitarbeiter zur Stelle. Hilfsmittel mit höchster Raffinesse z. B. Virtual Reality Brillen, Augmented Reality Brillen, ein Arm-Exoskelett, Motion Capturing zu testen war hier angesagt!

Viel Eindruck machte außerdem der abendliche Fackellauf durchs Wannental. Bei sternenklarem Nachthimmel führte der Rundgang durch die Nachbarschaft, vorbei an weiten Wiesen, entlang geheimer Pfade hinunter ins Dorf und schließlich auf verschlungenen Wegen wieder zurück ins Ferienzentrum. Die Betreuer gaben sich mit dem Casino-Abend besonders Mühe. Der Aufenthaltsraum verwandelte sich in eine große Spielhalle. An rot betuchten Tischen konnte das zu Beginn erhaltene Spielgeld verzockt oder vervielfacht werden. Dabei bewiesen die Jugendlichen großes Können beim Roulette, Black Jack, Yahtzee und im Süßigkeiten verputzen. Wer sein Geld jedoch verloren oder an der hauseigenen Bar oder im Kiosk bereits auf den Kopf gehauen hatte, konnte sein Glück bei der Wahrsagerin versuchen, die dem ein oder anderem Glücklichen mit ein paar Scheinen aushalf.

Neben entspannten Spieleabenden, aufregenden Werwolf-Suchen und einem Kinoabend mit frischem Popcorn hatten alle großen Spaß am Rollirennen durch den Garten in der warmen Nachmittagssonne. Wer wollte konnte sein Können durch eine Suchaufgabe, ein Rätsel und in einem Geschicklichkeits-Fahrtest unter Beweis stellen und anschließend sämtliche Beweise in der hauseigenen Waschstraße wieder verschwinden lassen.

Zur Feier und zum Abschluss dieser ereignisreichen und spannenden Woche machte der Gala-Abend seinem Namen alle Ehre. Herausgeputzt in festlicher Abendrobe wurde ein köstliches Drei-Gänge-Menü verspeist (großes Lob an die Köchinnen) und jeder Teilnehmer führte im Rahmen einer kurzen Präsentation seine Ergebnisse vor. Ergänzt durch eine kleine Ausstellung, mit groß ausgedruckten Fotografien aller Teilnehmer, fanden die herausragenden Ergebnisse so ihren verdienten Respekt. Je nach Gemüt klang der Abend beim gemütlichen Beisammensitzen oder in der Disko mit Flackerlicht und lauten Beats aus.