Sonntag, 10. Februar 2013 bis Samstag, 16. Februar 2013

Ein bisschen Las Vegas, James Bond und ein schlafender Löwe im Wannental – die Computer-Freizeit 2013

Vom 10. – 16. Februar 2013 organisierte die DGM zusammen mit der Schweizerischen Muskelgesellschaft zum neunten Mal die Computer-Freizeit für Kinder und Jugendliche. Neun Teilnehmer aus Deutschland und der Schweiz begaben sich dafür auf die Reise ins schweizerische Gontenschwil im Kanton Aargau. Unter der Lagerleitung von Isabelle Bobst und Marc Wyss, der Unterstützung zahlreicher Betreuer und Betreuerinnen und der grossen Mithilfe der beiden Medienprofis Sylvia Rothe und Sigi Menzel realisierten die Teilnehmer die unterschiedlichsten Filmprojekte. Es folgt ein kleiner Rückblick. Vorhang auf und Film ab!

Sonntag

Noch war alles ruhig im Lagerhaus. Doch bald schon wurde es lebhaft: Die ersten Teilnehmer trudelten ein. Schlagartig war es wild, laut und lustig im Haus. Die Teilnehmer richteten sich mit Hilfe ihrer Betreuungspersonen und Eltern in ihren Zimmern ein und lernten sich gegenseitig kennen. Die Woche konnte starten!

Montag

Der Montag begann für alle Teilnehmer mit einer Einführung in den Film-Workshop. Alle durften sie sich ein Lied aussuchen und ihre Ideen für einen ganz eigenen Video-Clip sammeln. Die Arbeit begann: Passende Songs, Drehbücher, Schauspieler, Drehorte...

Schon bald begann der Dreh einzelner Szenen. Die Betreuer und Betreuerinnen wirkten fleissig als Schauspieler mit, bekamen Regieanweisungen und auch mal eine Standpauke, wenn die Szene nach dem fünften Versuch immer noch nicht im Kasten war. Klappe die sechste! Am Abend waren fünf sehr unterschiedliche Filmprojekte in Produktion. Jede Menge Arbeit, jedoch auch jede Menge Spass würde noch auf alle zukommen.

Am Abend hiess es dann Kino oder Fackellauf. Es schien für viele ein unmögliches Unterfangen, auf James Bond zu verzichten und so fanden sich acht Teilnehmer mit süssem oder salzigem Popcorn vor der Leinwand ein, um James Bond’s neustes Abenteuer „Skyfall“ mitzuverfolgen.

Einer der Teilnehmer stellte sich aber als überaus galanter Gentleman heraus und begleitete neun Betreuerinnen auf einem wunderschönen Fackellauf durch die kalte Nacht. So brauchte niemand auf etwas zu verzichten.

Dienstag

Was in Las Vegas geschehen kann, geschah auch im Wannental. Nachdem tagsüber weiter an den Filmprojekten gefeilt wurde, ging es am Abend ins hauseigene Casino. Jeder erhielt ein Startkapital und konnte es dann bei Black Jack, Roulette, Montagsmaler, Quizfragen oder dem Hütchenspiel vergrößern – und verkleinern. Einige stellten sich als risikofreudige Spieler heraus und setzten öfter mal ihr ganzes Vermögen aufs Spiel. Andere machten in kurzer Zeit das grosse Geld und räumten den Kiosk aus, wo man Bares gegen Süßes eintauschen konnte. Trotz „Security Man“ kam es zu Überfällen auf den Geldvorrat und auf den „Security Man“ selbst, welcher kurzerhand entführt wurde. Das alles löschte den Spieldurst der Teilnehmer keineswegs. Angefeuert vom DJ wurde noch lange gespielt, gewonnen, verloren und gelacht.

Mittwoch

Nachdem wieder ein Tag voller Proben, Aufnahmen und Regieanweisungen vergangen war, war es kaum zu glauben, dass alle Teilnehmer trotzdem noch die Energie aufbrachten, sich ein hitziges Spiel auf dem Hockeyfeld zu liefern. Der Aufenthaltsraum verwandelte sich in ein wahrhaftiges Stadion. Die vier Mannschaften „Sharks“, „Sieger“, „22“ und die „Killers“ waren alle bereit zu gewinnen. Alle kämpften sie bis zum letzten Tor und doch blieben alle fair. Was für ein Spiel! Angefeuert wurden die Teams von dem vierköpfigen Cheerleader-Team: „Wir wollen Tore sehen! Wir wollen Tore sehen!“, welche auch gesehen wurden. Weiter sorgten für die gute Stimmung zwei freundliche Hooligans und ein gut gelauntes Publikum. Fähnchen wurden geschwungen, Tore geschossen, Cheerleader-Pumps geschwungen – die Menge tobte! Am Ende waren wir alle – ob jetzt nun Sieger oder nicht – glücklich wie Sieger.

Donnerstag

Nach der sportlichen Glanzleistung wurde erst einmal ausgeschlafen. Nach dem Frühstück packten wir dann alle unsere Badesachen ein, machten unsere Lunchpakete zurecht und brachen auf, um abzutauchen. Abzutauchen im Hallenbad Mellingen, wo auf die Teilnehmer ein professionelles Taucherteam wartete. Diese erklärten unserem mutigem Tauchertrupp, was es beim Tauchen alles zu beachten gibt, welche Handzeichen sie unter Wasser kennen werden müssen und auch, wie viel Luft in einer Sauerstoffflasche drin ist – nämlich so viel wie in einer ganzen Telefonzelle Platz hat! Danach wurde es auch schon ernst und die vielen Tipps mussten in die Praxis umgesetzt werden. Wer keine Lust zum Tauchen hatte, erkundigte die geheimnisvollen Tiefen des Wassers beim Schnorcheln oder beim Plantschen. Etwas müde aber gut gelaunt reisten die mutigen Taucher, Schwimmer und Schnorchler gegen Abend wieder heim.

Freitag

Vorhang auf für die Nacht aller Nächte! Der letzte Tag vor der Abreise brach an und während die Betreuungspersonen den ganzen Nachmittag mit der Dekoration des Lagerhauses und den Vorbereitungen für das Abendessen beschäftigt waren, arbeiteten alle Teilnehmer noch ein letztes Mal an ihren Filmprojekten. Dann schlüpften alle in die elegante Abendgarderobe und die Türen für den grossen Gala-Abend öffneten sich. Über fünf Gänge verteilt genossen wir kulinarische Hochflüge und dann kam der grosse Moment: Die Vorstellung der Endprodukte. Im Rahmen des Film-Work-Shops sind fünf kleine Meisterwerke entstanden. Wir wurden mitgenommen auf eine Reise nach Rio de Janeiro, wo wir mit dem Party Shaker kräftig die Hüften schwangen. Wir bekamen Einblick in die Suchtproblematik eines Internet-Junkies. Wir lernten etwas über den unschätzbaren Wert der Freundschaft. Es folgte ein Film, der sich mit der Rettung der Umwelt beschäftigte und zuletzt wurden wir mit auf einen kleinen Trip in den Dschungel genommen, wo wir dem Löwen beim Schlafen zugesehen haben.

Nach der harten Arbeit und der grossen Leistung verdiente jeder Film eine Auszeichnung und jeder Teilnehmer einen kleinen Pokal. Doch was wären diese Ehrungen, wenn man sie anschließend nicht auch feiert? Deshalb ging es weiter in die Disco, wo sich alle müde tanzten. Ein grandioser Abschluss unserer Woche.

Samstag

Am Morgen ging ein geschäftiges Treiben im Haus. Es wurde geputzt, gepackt und aufgeräumt. Nach und nach wurden die Teilnehmer von ihren Familien und Freunden abgeholt und es war ein grosses Winken, Rufen und Hupen. Jeder Vorhang schliesst sich einmal über der Leinwand, jede Popcorn-Tüte ist einmal leer und jedes Scheinwerferlicht ist irgendwann wieder ausgeschaltet. Kurz: Jeder schöne Film hat einmal ein Ende, was nicht heisst, dass man sich ihn nicht zwei Mal anschauen kann. In diesem Sinn: „The End“ bis nächstes Jahr.

(SibylleWüthrich)

 2014: Computer- und Filmfreizeit: 09. – 15. Februar 2014 – wieder im Wannental!