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Berichte

Familienfreizeit Creglingen

Sie wollen jetzt jedes Wochenende nach Creglingen fahren!

„Mami, können wir jetzt jedes Wochenende hier herfahren?“ fragt der achtjährige Max seine Mutter. Max hat eine Spinale Muskelatrophie Typ 2-3 und ist mit seinen Eltern zur Familienfreizeit der DGM nach Creglingen, nahe Rothenburg ob der Tauber gefahren. Dort hatten sich sieben Familien aus ganz Deutschland getroffen. Das Wochenende kann als voller Erfolg bezeichnet werden.

Freitags sind die Familien angereist. Sie wurden von Frau Verwey und Herrn Stefan von der DGM herzlich begrüßt – die Kinder sind von den Kinderbetreuern direkt angesprochen worden ob sie nicht gleich mitkommen wollten, was nach der langen Fahrt für die meisten ein großes Vergnügen war. So hatten die Eltern Zeit für ein erstes Kennenlernen. Nach dem gemeinsamen Abendessen wurde dann eine große und sehr vergnügliche Vorstellungsrunde gestartet.

Der Samstag hat mit einem gemeinsamen Frühstück begonnen. Danach sind die Kinder mit großer Begeisterung in die Kinderbetreuung gegangen, die Erwachsenen sind zu einer Gesprächsrunde zusammengekommen. Obwohl die Kinder unterschiedliche Muskelerkrankungen haben, stellte sich schnell heraus, dass die Probleme im Alltag häufig die gleichen sind. Da gab es natürlich genügend Gesprächsbedarf, sowohl mit Blick auf praktische Dinge wie Hilfsmittelversorgung oder rolli-gerechte Urlaubsziele, aber auch in emotionaler und psychologischer Hinsicht. Für die Kinder wurde währenddessen ein buntes Programm geboten, so gab es verschiedene Bastel-Angebote, E-Rolli-Hockey, Fußball und vieles mehr.

Am Nachmittag haben dann die meisten Eltern die Möglichkeit genutzt, ohne ihre Kinder einen Ausflug nach Rothenburg ob der Tauber zu machen. Zusammen wurde das mittelalterliche Städtchen erkundet. Die Kinder hingegen haben die Jugendherberge unsicher gemacht. Die sechs Betreuer haben wirklich alles gegeben, den acht Rollikids und ihren vielen Geschwistern ein unvergessliches Wochenende zu bereiten. Leider war Jugendherberge in Creglingen nicht 100 % barrierefrei, so konnte zum Beispiel der Hof, wo ein  Lagerfeuer gemacht werden sollte, nur über eine steile Treppe erreicht werden. Ruckzuck wurde jedoch der Lastenaufzug als Rolli Transporter umfunktioniert. Die Kinder hatten einen Mordsspaß! So sind dann doch noch alle beim Feuer gelandet. Während die Stöcke geschnitzt  wurden, der Stockbrotteig darum gewickelt wurde und über dem Feuer gebacken wurde hat Herr Stefan von der DGM seine Gitarre rausgeholt und es wurden eifrig  Lieder gesungen.

Um sich aufzuwärmen sind die Kinder dann in die Turnhalle zur Kinder Disco gegangen. Das war für Alle ein Riesenspaß. Die Eltern mussten draußen bleiben und durften nur von draußen mal rein „spingsen“. Der krönende Abschluss des Kinderprogramms war dann die Märchenstunde. Müde und überglücklich sind die Kinder ins Bett gefallen. Die Eltern haben noch lange gemütlich beisammen gesessen.

Am Sonntag - nach dem gemeinsamen Frühstück -haben sich Eltern und Kinder noch einmal getrennt. Für die Geschwisterkinder ging es in den Niedrigseilgarten klettern. Die Rolli-Kids  haben erneut die Gelegenheit genutzt, E-Rolli-Hockey zu spielen. Die Eltern sind nach einer kurzen gemeinsamen Runde in eine Frauen und eine Männergruppe getrennt worden. Obwohl man als Paar sicherlich viele gemeinsame Dinge im Alltag erlebt, kristallisierte sich schnell heraus, dass ist doch auch ganz unterschiedliche Probleme bei Müttern und Vätern von muskelkranken Kindern gibt.  Auch in dieser Runde war der Gesprächsbedarf sehr hoch. Die Zeit wurde bis auf die letzte Minute ausgekostet.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen sind die Familien wieder Richtung Heimat aufgebrochen. Es war ein außerordentlich schönes Wochenende, die meisten Familien werden viel davon mitgenommen haben. Max und seine Brüder finden es auf jeden Fall traurig, dass der „Urlaub“ nur so kurz war. Sie wollen jetzt jedes Wochenende nach Creglingen fahren. Im Auto wurde viel darüber gesprochen, dass man die neuen Freunde schon jetzt sehr vermisst.

Danke an die DGM, dass sie ein so tolles Wochenende organisiert hat.

Bericht von Tina Schlüter, 'Muskelreport' 1_2013