Veranstaltung

Patrick Vernon - Retrospektive "Je suis parti faire un tour"

Mit der Retrospektive Je suis parti faire un tour (Ich bin unterwegs) werden die Werke des französischen Künstlers Patrick Vernon (1958–1998) erstmals in Deutschland gezeigt. Die Ausstellung bietet mit rund 30 Arbeiten einen bemerkenswerten Überblick über das Gesamtwerk des früh verstorbenen Künstlers, der an ALS erkrankte. Sein Drang nach Unabhängigkeit, häufig erlebte Entfremdung und schwermütiges Einzelgängertum lassen ihn nie lange an einem Ort verweilen. Die vielen Ortswechsel haben Leben und Werk entscheidend geprägt. Abwesenheit, Schwarz auf Weiß und Polyperspektive Stadt sind die thematischen Schwerpunkte der Ausstellung, die in drei verschiedenen Räumen im KunstRaum Ko gezeigt werden. Sie suchen eine behutsame Annäherung an den Facettenreichtum im Werk eines unruhigen Autodidakten, der das immer wieder neue Ankommen, Weggehen, Eintauchen, die erlebten Gegensätze, aber auch die damit verbundene Einsamkeit und Reduktion auf das Wesentliche zu Papier bringt. Flächen und Tupfen, Umrisse, offene Linienführungen und Brüche, feine Gewebe und Verflechtungen – Vernons zeichnerische Inspirationen einen poetische Intensität mit einer Zartheit von besonderem Reiz. Rauschhaft, seltsam sphärisch und oft gegensätzlich, zeugen seine Bilder von akribischer Beobachtungsgabe und subtiler Heiterkeit, aber auch von Haltlosigkeit und Sinnsuche. An vielen Stellen in seinem Werk lässt sich eine Auseinandersetzung mit Übergängen ausmachen, das Dazwischenliegende, Uneindeutige hat ihn stets fasziniert.

Kuratiert von Dr. Claudia Peppel

Termin

  • Dienstag, 01.10.2013 bis Sonntag, 20.10.2013

Öffnungszeiten: Mi 17-20 Uhr, Sa und So 15-18 Uhr

Weitere Informationen

Vernissage:
Dienstag, 1. Oktober 2013, 19 Uhr

Patrick Vernon wird 1958 in Saintes (Charente-Maritime) in Frankreich geboren, wo er seine Kindheit und Jugend verbringt. Als er 13 Jahre alt ist, ertrinkt sein Vater unter dramatischen Umständen. Er beginnt früh zu zeichnen und nimmt nach dem Abitur ein Studium der Bildhauerei an der Universität Bordeaux 3 auf, welches er nach einiger Zeit wieder aufgibt. 1982 geht er nach London und Berlin, 1983 nach Paris und ab 1990 lebt er in Madrid. Feinsinnig und verletzlich, verachtet er jede Form von gesellschaftlicher Konvention und Einflussnahme. Im Spätsommer 1997 verspürt er Empfindungsstörungen in einem Bein und kurze Zeit später auch in einem Arm. Ratlose Ärzte konfrontieren ihn mit unterschiedlichen Vermutungen bis schließlich ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) diagnostiziert wird. Innerhalb weniger Monate ist er nicht mehr in der Lage, Treppen zu steigen und schließlich gezwungen, seine Arbeit und seine Wohnung aufzugeben. Ab dem Frühjahr 1998 lebt er, auf den Rollstuhl angewiesen, in einem Pflegeheim in Madrid. Er stirbt am 13. Juni 1998 in einer Spezialklinik in der Nähe von Toulouse.

Veranstaltungslink

Adresse

KunstRaum Ko
Meraner Str. 10
U-Bhf Bayerischer Platz
10825 Berlin-Schöneberg
Deutschland