20.01.2021

Dringlichkeit der Corona-Impfung für Menschen mit schwerer Behinderung erneut zum Thema gemacht

Zweiter Brief an Bundesgesundheitsminister Spahn

DGM-Mitglied Christian Homburg startete eine Online-Petition an das Bundesgesundheitsministerium, die Stand heute bereits über 50.000 Unterstützer findet. Darin fordert er priorisierten Impfschutz auch für Hochrisikopatienten, die außerhalb von Einrichtungen versorgt werden und weist darauf hin, dass viele körperlich schwerbehinderte Menschen, die nicht in Pflegeeinrichtungen leben, bei der Impfstoffversorgung vergessen werden. 

Die DGM unterstützt seine Forderungen, die er nun in einem zweiten offenen Brief unter anderem an Bundesgesundheitsminister Spahn richtet.

Darin fordern er und seine Mitsteiterin Caroline Mülheims unter anderem "die sofortige, verbindliche Aufnahme der Öffnungsklausel für Einzelfallentscheidungen aus der aktualisierten Empfehlung der STIKO in die Impfverordnung mit einem expliziten, praktisch umsetzbaren Konzept. Damit aber auch dort keiner durch das Raster fällt, fordern wir die Aufnahme von Menschen mit selbstbestimmten Pflegemodellen und Angehörigen in der Pflege in die erste Impfgruppe, wie in anderen EU-Ländern praktiziert."

Lesen Sie den vollständigen Brief an den Bundesgesundheitsminister nachfolgend im Download.

Hier finden Sie auch die Pressemitteilung, die der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Jürgen Dusel am 15. Januar 2021 veröffentlichte. Er vermisst den hinreichenden Schutz für Menschen mit Behinderungen in der Corona-Pandemie und fordert ein Gesamtkonzept bei Impf-, Schutzmasken- und Testverordnung.

Hintergrund:

Die Ständige Impfkommission machte am 11. Januar 2021 den grundsätzlichen Weg frei für "Einzelfallentscheidungen, insbesondere für Personen mit seltenen, schweren Vorerkrankungen, für die bisher zwar keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz bzgl. des Verlaufes einer COVID-19-Erkrankung vorliegt, für die aber ein erhöhtes Risiko angenommen werden kann." Infrage kommen grundsätzlich Priorisierungsgruppe 3 (Personen mit Vorerkrankungen mit hohem Risiko) oder Priorisierungsgruppe 4 (Personen mit Vorerkrankungen mit moderat erhöhtem Risiko), die Zuordnung obliegt den für die Impfung Verantwortlichen. Die Aufnahme in die Impfverordnung steht jedoch weiterhin aus. Hier finden Sie den STIKO-Beschluss im Wortlaut.