29.10.2013 | In eigener Sache

Behinderte Menschen fordern Recht auf Sparen

Sparschweine zum Weltspartag an SozialministerInnen

Behinderte Menschen, die regelmäßig einen Großteil ihres Einkommens und Vermögens an das Sozialamt abgeben müssen, weil sie Unterstützung brauchen, um selbstbestimmt leben zu können, fordern zum Weltspartag ihr Recht auf Sparen ein. Von dieser Regelung Betroffene schicken Sparschweine an die SozialministerInnen der Länder und des Bundes, um für ein einkommens- und vermögensunabhängiges Bundesteilhabegesetz zu werben. Zum Auftakt findet am 28. Oktober um 14.00 Uhr am Haupteingang des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, Wilhelmstraße 49, in Berlin eine Sparschweinübergabe von behinderten Menschen statt, zu der die Presse herzlich eingeladen ist.

"Unser Glück dauerte nur einen kurzen Moment, als wir geheiratet hatten. Seitdem haftet mein Mann voll für meine behinderungsbedingten Kosten mit und wurde deshalb mit mir in die Armut getrieben. Obwohl wir beide einen guten Hochschulabschluss und Berufe mit einem guten Einkommen haben, bleibt uns nur wenig mehr als das Existenzminimum - und das lebenslang. Jeder von uns muss 40 Prozent seines Einkommens abgeben und wir dürfen zusammen gerade 3.200 Euro ‚Vermögen‘ besitzen", schildert Antje Claßen-Fischer aus Berlin ihre gegenwärtige Situation. Auch Nancy Poser, die als Richterin in Trier arbeitet, darf aufgrund der Tatsache, dass sie Assistenz im Alltag benötigt, nicht mehr als 2.600 Euro ansparen, weil die Hilfen für behinderte Menschen im Sozialhilferecht angesiedelt sind.

Mit der Zusendung von mit Münzen gefüllten Sparschweinen an die SozialministerInnen fordern behinderte Menschen die MinisterInnen auf, mit der Schaffung eines einkommens- und vermögensunabhängigen sowie bedarfsdeckenden Bundesteilhabegesetzes endlich dafür zu sorgen, dass auch sie ein Recht auf Sparen bekommen.

Bei Bedarf können wir Kontakt zu behinderten Menschen vermitteln, die Sparschweine an die SozialministerInnen verschicken. Kontakt Ottmar Miles-Paul, Tel. 0179 235 1063.

Link zur Aktion:

http://www.teilhabegesetz.org//pages/startseite/aktuelles-termine/aktion...